Aktien-Update: SAF Holland

Schweiß-Roboter

Auf ein Geschäftsjahr mit Licht und Schatten blickt der Nutzfahrzeughersteller SAF Holland zurück. So gelang es, die Erlöse im Konzern dank einer robusten Nachfrage in nahezu allen Regionen um über 9% auf über 1,1 Mrd. EUR auszubauen. Die operative Marge, hier liegt der Schatten, ging gleichzeitig von 8,7% auf 8,0% zurück. In absoluten Zahlen lag das EBIT bei rund 91 Mio. EUR und somit auf Vorjahresniveau. Damit erreichte das SDAX-Unternehmen seine im Oktober gesenkte Ergebnisplanung. Belastend wirkten sich vor allem Mehraufwendungen im US-Geschäft aus. Dort sah sich SAF Holland mit einem echten Luxusproblem konfrontiert: Neben einmaligen Restrukturierungskosten aufgrund der Zusammenlegung von Standorten fielen zeitweilig deutlich höhere Kosten als Folge von Kapazitätsengpässen und Produktionsineffizienzen an. SAF wurde von der hohen Nachfrage seiner US-Kunden – darunter die großen Nutzfahrzeughersteller – überrascht. Konkret beliefen sich die Mehraufwendungen im Jahr 2017 auf über 10 Mio. EUR. Weitere Anlaufkosten für den neu aufgestellten Werksverbund sollen im laufenden ersten Quartal anfallen, wobei nichts zu deren genauer Höhe gesagt wurde. Derzeit arbeite man daran, die Logistikprozesse mit den Produktionsabläufen wieder bestmöglich zu verzahnen.

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Einem höheren Zinsaufwand stand im Geschäftsjahr 2017 eine deutlich rückläufige Steuerquote gegenüber. SAF Holland profitierte in den USA von der beschlossenen Steuerreform der Trump-Regierung. Am Ende ging der Konzerngewinn dennoch leicht von 43,5 auf 41 Mio. EUR zurück. Die Dividende soll gleichwohl um einen Cent auf 45 Cent (Vj.: 44 Cent) erhöht werden. Damit schüttet der Konzern knapp die Hälfte des Konzerngewinns an seine Aktionäre aus. Optimistisch blickt der Zulieferer der Truck- und Trailer-Industrie auf die nächsten Quartale und das Geschäftsjahr 2018. So stellte der Vorstand ein organisches Umsatzwachstum zwischen 4 und 5% in Aussicht. Die heute gemeldete Übernahme des italienischen Kupplungsherstellers V. Orlandi ist in dieser Planung ausdrücklich nicht enthalten. Hier rechnet SAF Holland bislang mit einem Vollzug des Deals im zweiten Quartal. V. Orlandi erwirtschaftet mit Kupplungen für LKW, Anhänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge eine im Vergleich zu SAF deutlich höhere EBIT-Marge von ca. 15%. Den Umsatzbeitrag im ersten Jahr der Konsolidierung bezifferte der SAF-Vorstand auf rund 22 Mio. EUR. Allerdings erscheint auch der Kaufpreis von 39 Mio. EUR für 70% der Anteile recht ambitioniert.

SI-Kommentar: Beim Nettoergebnis dürften 2018 gleich mehrere Faktoren zu einer deutlichen Verbesserung beitragen. Die robuste Nachfrage insbesondere in Nordamerika und China soll zusammen mit der Umsetzung des Effizienzprogramms einen Anstieg der EBIT-Marge auf bis zu 8,5% ermöglichen. Hinzu kommen positive Effekte aus der Ablösung einer hochverzinsten Anleihe und eine sinkende Steuerlast in den USA. All dies lässt den Vorstand einen höheren Konzerngewinn erwarten. Die Börse zeigte sich dennoch recht unbeeindruckt. Seit dem Hoch aus dem Januar bei knapp 20 EUR ging es für den Mid Cap zwischenzeitlich fast 15% bergab. Wie andere Zykliker leidet das Papier unter einer generellen Unsicherheit: Welche Auswirkungen Trumps Handelspolitik auf die Weltkonjunktur haben wird, bleibt ungewiss. Ein Kauf auf dem aktuellen Niveau drängt sich daher trotz einer moderaten Bewertung (KGV 13) nicht auf.

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