Grafik der Woche: Erstes konjunkturelles Warnsignal

 

Historisches Zusammenspiel des Diffusionsindex der OECD-Frühindikatoren mit dem MSCI All Countries Index

„Die weltwirtschaftliche Expansion verstärkt sich, da ein robustes Investitionswachstum, ein damit verbundener Aufschwung des Handels und eine höhere Beschäftigung eine zunehmend breitere Erholung bewirken.“ So beschrieb die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) jüngst in ihrem Interim Economic Outlook den Zustand der Weltwirtschaft.

Passend zu diesem Urteil erhöhten die zuständigen Volkswirte ihre Prognosen für die Jahre 2018 und 2019. Sie rechnen jetzt mit einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts von jeweils 3,9%, nachdem sie im November noch Zuwachsraten von 3,7 % und 3,6 % Prozent erwartet hatten.

Klingt gut, unterschlägt aber die Tatsache, dass sich in den Konjunkturdaten der OECD auch Warnsignale finden. Damit spielen wir auf den so genannten Diffusionsindex an, der die Breite der monatlichen Veränderungen der OECD-Frühindikatoren in 36 Ländern misst. Oder anders ausgedrückt misst der Diffusions-Index den Anteil der Länder, die laut den Frühindikatoren der OECD eine monatliche Expansion oder Kontraktion verzeichnen.

Im Januar hat sich dieser Diffusionsindex zum dritten Mal in Folge abgeschwächt. Mit 47% ist er dabei unter die Expansionsschwelle von 50% gerutscht. Das ist auch deshalb ein Warnsignal, weil bei Ständen von unter 50% die Performance an Aktienmärkten wie etwa in den USA und Kanada deutlich schlechter ausgefallen ist als bei Niveaus von über 50%. Teilweise kam es in der Vergangenheit in so einem Umfeld auch zu spürbaren Kurskorrekturen.

Konjunkturell betrachtet gilt es den Negativtrend ebenfalls im Auge zu behalten. Denn bei der zuletzt zu beobachtenden Entwicklung handelt es sich um ein Signal, das bereits häufiger an Wendepunkten in den Konjunktur- und Marktzyklen zu beobachten war, wie Callum Thomas, Gründer von Topdown Charts erklärt. Es sei zwar auch möglich, dass es sich in diesem Fall nur um eine temporäre Schwäche oder sogar um ein Fehlsignal handele. In einem Umfeld mit einer relativ hohen Bewertung am US-Aktienmarkt und einer Trendwende bei der US-Geldpolitik ist dieser Trend aber zumindest beachtenswert, so das Urteil von Callum.

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