Beteiligungsgesellschaften – Die Großen und Hungrigen

Wie erging es den Blue Chips der Beteiligungsszene? Und welche Gesellschaften sind darüber hinaus aussichtsreich? Wir haben uns in der Branche umgesehen.

Der deutsche Mittelstand

Bei der INDUS Holding bleibt nur auf den ersten Blick alles beim Alten. So hat die auf mittelständische Industrieunternehmen ausgerichtete Holding auch das Geschäftsjahr 2017 mit Bestwerten bei Umsatz (+13,6%) und Ergebnis (+6%) abschließen können. Allerdings spürte man bei seinen Automotivebeteiligungen einen verstärkten Druck auf die Margen. Besser als geplant lief es dagegen im Bereich Bau/Infrastruktur sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Für 2018 rechnet Vorstandschef Dr. Jürgen Abromeit abermals mit leichten Zuwächsen. Übernahmen könnten das Wachstum noch einmal beschleunigen, wobei man jedoch nicht bereit sei, die aktuell oftmals überhöhten Preise zu bezahlen. Daher stünden im neuen Geschäftsjahr bislang lediglich zwei kleine Ergänzungsakquisitionen auf der Habenseite. Die wirklich überraschende Nachricht betrifft indes den Wechsel an der Spitze der Holding. Nach sechs Jahren als Vorstandsvorsitzender legt Abromeit sein Amt Ende Juni nieder. Übernehmen wird sein Vorstandskollege Dr. Johannes Schmidt, dem Abromeit ein gut aufgestelltes Haus übergibt und der Indus zudem bestens kennt.

Auch beim Wettbewerber GESCO verlässt ein langjähriger Vorstand die Gesellschaft. Der Aufsichtsrat habe mit Dr. Eric Bernhard einvernehmlich entschieden, dessen Vertrag nicht zu verlängern. Dabei könnten die Geschäfte in den meisten Beteiligungen kaum besser laufen. Zuletzt hob die Gesellschaft Anfang Mai die Prognose für das inzwischen zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2017/18 an. Die neue Zielmarke sah einen Konzerngewinn von 23,5 Mio. EUR vor (zuvor: 20 Mio. bis 21 Mio. EUR). Der Umsatz der Gruppe wurde bei rund 545 Mio. EUR erwartet (Vorjahr: 482 Mio. EUR). Einzig das Kartellverfahren gegen die Tochter Dörrenberg Edelstahl bleibt ein Ärgernis, wofür im Konzernabschluss jedoch bereits eine Rückstellung in Höhe von 8,5 Mio. EUR gebildet wurde. Auf diese Summe beziffert die Gesellschaft die zu zahlende Geldbuße, gegen die das Verfahren einvernehmlich beigelegt werden soll. Positiv ist der Verkauf der Protomaster GmbH, die in den letzten Jahren operativ mehrfach die Erwartungen verfehlte. Ähnlich wie Indus konzentriert sich auch Gesco auf innovative Unternehmen aus den Bereichen Maschinen-/Anlagenbau, Gesundheits- und Infrastrukturtechnologie sowie Produktionsprozesstechnologie.

Branchenspezialisten

Ereignisreiche Monate liegen hinter dem Start-up-Investor Rocket Internet der Samwer-Brüder (Zalando). Die Berliner brachten 2017 gleich zwei ihrer Portfolio-Unternehmen an die Börse. Auf den Essenslieferdienst Delivery Hero (Lieferheld) folgte im November der Kochboxenversender HelloFresh – dies jedoch erst im zweiten Anlauf. Gegenüber ihren Ausgabekursen liegen beide Papiere inzwischen komfortabel im Plus, sodass auch Rocket Internet die gestiegenen Kursniveaus zum Verkauf weiterer Anteile nutzen konnte.

(Den vollständigen Artikel inklusive großer Kennzahlen-Tabelle finden Sie im Smart Investor 6/2018 ab S. 6)