SIW 34/2018: Was im neuen Heft steht …

„Bitte anschnallen!“

Jetzt kann der Herbst kommen. Nicht nur, weil viele inzwischen von genau dem Traumsommer ein wenig genervt sind, an den sie bereits in wenigen Wochen mit Wehmut zurückdenken werden. Nein, auch weil zum Wochenende die September-Ausgabe des Smart Investor erscheint. Damit sind unsere Leser dann bestens für den anstehenden Börsenherbst gerüstet – und der könnte es durchaus in sich haben. In unserer Titelgeschichte haben wir die aktuelle Gemengelage intensiv auf mögliche Chancen und Gefahren abgeklopft. Während die amerikanischen Börsen noch immer von Rekord zu Rekord eilen – gestern erreichte der S&P 500 ein neues Verlaufshoch, das allerdings nicht (!) gehalten werden konnte –, ist beim DAX bereits seit einem Jahr Langeweile angesagt. Der Index kommt trotz Euro-Schwäche, die die deutsche Wirtschaft traditionell begünstigt, einfach nicht voran. Als Exportnation Nr. 1 gehört Deutschland im allgegenwärtigen Handelskonflikt allerdings auch zu den „ziemlich besten Feinden“ von US-Präsident Donald Trump. Kein Wunder, dass die deutsche Konjunktur bereits erste Schwächezeichen aussendet. Dazu kommt die geopolitische Lage, die im Moment von einer neuen Dynamik gekennzeichnet ist: Nordkorea, China, Iran, Russland. Wo so viel in Bewegung ist, kann einiges passieren – im Guten wie im Schlechten. Mit unserer Titelgeschichte rufen wir Ihnen daher zu: „Bitte anschnallen!“

Nachhaltigkeit auf Chinesisch

Apropos China: Wir erinnern uns gut daran, dass das Projekt „Neue Seidenstraße“ noch vor wenigen Jahren von einigen Experten als eine Art große Träumerei abgetan wurde. Inzwischen ist die Sache konkret geworden; so konkret, dass es Kräfte gibt, die China bei diesem Jahrhundertprojekt Steine in den Weg rollen. Eines scheint sicher, die Neue Seidenstraße wird Asien und Europa zusammenwachsen lassen. Und was das alles mit Nürnberg zu tun hat? Das lesen Sie im Smart Investor 9/2018 in unserer Rubrik „Politik & Gesellschaft“ ab S. 18.

Solche Jahrhundertprojekte sind fast schon zwangsläufig auf die eine oder andere Art „nachhaltig“, zumindest soweit man das heute schon absehen kann. Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist ohnehin zu einem der großen Hypes und Modethemen in der Unternehmens- und Investmentwelt geworden. Viele schmücken sich inzwischen mit der Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsmodelle und Produkte. Aus theoretischer Sicht gibt es allerdings Hinweise, dass „das gute Gefühl“ beim Investieren auch einen Preis hat, also Rendite kostet. Im neuen Heft thematisieren wir beide Aspekte – auf Seite 6 mit dem Beitrag „Werte schaffen mit „doppelter Rendite““ und auf Seite 28 mit einem Erklärstück in unserer Rubrik „Phänomene des Marktes“: „Theoretisch unterdurchschnittlich“.

Volatilität ist Leben

Letztlich sind es aber immer die unterschiedlichen Meinungen bzw. Präferenzen, die die Funktionsfähigkeit von Märkten im Allgemeinen und von Börsen im Speziellen überhaupt erst ermöglichen. Denn freiwillig, das gilt jederzeit sowohl für den Verkäufer als auch für den Käufer, schließt man nur dann ein Geschäft ab, wenn man sich davon einen Nutzen verspricht. Dabei kommt es an der Börse nur selten auf die Güte der Argumente an, sondern viel mehr darauf, welche Seite in einer bestimmten Situation eher zum Handel motiviert sein wird und durch ihre Preiszugeständnisse die Kurse in Bewegung bringt. Die Prognose solcher Bewegungen gleicht oft genug der „Quadratur des Kreises“. Das übrigens ist auch der Titel des Interviews, das wir mit dem Risikospezialisten Dr. Markus Krall ab S. 22 in unserer Rubrik „Österreichische Schule“ geführt haben. „Markus Krall? Aber den hattet Ihr doch gerade erst im Heft?“ Nun ja, „gerade“ ist relativ, denn das letzte Interview mit ihm führten wir für die Mai-Ausgabe. Die Resonanz auf seine Einsichten und Warnungen war so gewaltig, dass wir die Gelegenheit zur Nachfrage nutzten. Dabei geht es nicht nur um die anstehende europäische Bankenkrise, die Krall als langjähriger Praktiker in Risiko- und Bankbilanzfragen ankündigt. Vielmehr gewährte er uns auch schon Einblicke in sein neues Buch „Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“. Darin geht es um die natürliche Volatilität in lebendigen, lernenden Systemen, sowie um die kostspieligen und letztlich sinnlosen Versuche der Politik, diese Volatilität zu unterdrücken.

Das Ende von „Buy an hold“

Auch Wieland Staud, einer der renommiertesten Technischen Analysten Deutschlands, stand uns für die neue Ausgabe Rede und Antwort (S. 58). Für die ganz großen Verwerfungen fehle es ihm derzeit zwar am Optimismus unter den Investoren, eine gewisse Sorglosigkeit der Anleger sei nach Jahren des Aufschwungs allerdings nicht zu übersehen. Dass Buy-and-hold-Ansätze nur in einem stabilen Umfeld funktionieren, erläutert Jens Kummer, Senior-Portfoliomanager bei StarCapital, ab S. 34. Eine spannende Analyse in einer Zeit, in der ansonsten das hohe Lied des passiven Investierens gesungen wird. Darüber hinaus geht es im neuen Smart Investor unter anderem um Uhren als Geldanlage oder den Abgesang auf „Herrn Kaiser“ in der Versicherungsbranche. In unserer Rubrik „Zu guter Letzt“ machen wir uns schließlich auf die Suche nach der Physik im politischen Alltag: actio gleich reactio.

Tränen vom Chef

Ein Thema das uns noch immer nicht loslässt, beschäftigt auch Sie: Tesla (IK). So schrieb uns dieser Tage ein Leser, der durch die Übernahme-Tweets von Tesla-Chef Elon Musk einen Vermögensschaden erlitten hatte. Er würde es auf eine Klage ankommen lassen und sucht Gleichgesinnte. Wir stellen gerne den Kontakt her, eine kurze Mail an flierl@smartinvestor.de (Stichwort: Tesla) genügt. Daneben nimmt das Thema auch in unseren Leserbriefen Raum ein. Man darf gespannt sein, wie über Tesla mit einigen Jahren Abstand geurteilt werden wird. Schon jetzt ist es eine der verrücktesten Börsengeschichten der letzten Jahre. Eine Geschichte, die sich mit einer solchen Geschwindigkeit entwickelt, dass wir Ihnen hier noch ein kurzes Update zum Heft geben müssen: Nach Musks tränenreichem New-York-Times-Interview, rauschte die Aktie satte 9% in die Tiefe. Der empfindsame „Neue Mann“, der auch mal Gefühle zeigt, wird an der Spitze eines US-Großunternehmens offenbar eher nicht geschätzt. Es hat Gründe, warum sich Selbsthilfegruppen nicht vor laufender Kamera treffen. Kaum war der Kurs aber unter Druck, schon kam wieder eine gute Nachricht um die Ecke: Ein Tesla-Investor, Ross Gerber, brachte die Idee ins Spiel, dass Apple, den Elektroautobauer kaufen könnte – uneigennützig versteht sich. Geld hätte Apple zwar genug, das aber ist noch lange kein Grund zu diesen Kursen einzusteigen, meinen wir. Von reichen Leuten kann man das Sparen lernen, von reichen Unternehmen vermutlich auch. Und ob sich Apple überhaupt für Tesla interessiert, steht noch auf einem ganz anderen Blatt.

Einer von dem man sehr viel lernen konnte, war Sergio Marchionne, der jüngst überraschend verstorbene langjährige FiatChrysler-Chef – wenn man so will der „Anti-Musk“. Im neuen Smart Investor widmen wir uns ausgiebig der Frage, wie es mit Fiat Chrysler Automobiles (Musterdepotwert, IK) weitergehen wird und ob der Kurseinbruch der Aktie möglicherweise sogar eine Kaufgelegenheit darstellt (ab S. 48).


Zu den Märkten – Verschnaufpause

Der Euro bleibt unter den großen Währungen ein besonderes Sorgenkind. Nach wie vor sind die Grundsatzprobleme des Euroraums ungelöst. Die Anreize sind insofern falsch gesetzt, als die Gemeinschaftswährung zum Trittbrettfahren geradezu einlädt. Die jüngsten Jubelmeldungen, wonach Griechenland nun den sogenannten Rettungsschirm verlassen habe, dürfen nicht so interpretiert werden, dass die dortige Schuldenkrise gelöst wurde. Lediglich die Auflagen hat man aufgehoben. Getrickst aber wird wie eh und je. Ob es das Griechenland-Thema war, die jüngsten Kalamitäten für US-Präsident Trump, dessen langjähriger Vertrauter Michael Cohen aus dem Nähkästchen plauderte,  oder einfach nur eine Technische Reaktion? Der Euro konnte sich jedenfalls nach dem vorläufigen Höhepunkt der Türkei-Krise wieder deutlich erholen und eroberte sogar die wichtige Marke bei 1,15 USD (blaue Waagrechte) zurück. Allerdings befindet er sich weiter in einer abwärts gerichteten Flaggenformation (rot) und deutlich unter der fallenden 200-Tage-Linie (blau). Aus dem Schneider ist der Euro also noch lange nicht. Vielmehr bestehen die Probleme fort und werden sich bei einer abschwächenden Konjunktur und/oder einem Ausbruch der Bankenkrise verstärken. Wie wackelig gerade der europäische Bankensektor ist, zeigt schon der Vergleich der Kursentwicklung führender US- und führender europäischer Banken, namentlich „der Deutschen“.

Musterdepot Aktien & Fonds

Im Bereich „Highlights/Musterdepot“ auf unserer Homepage geht es heute um eine Bewegung aus dem Euroraum heraus. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die letzten Wochentransaktionen verschaffen.

Fazit

Der Smart Investor 9/2018 erscheint zum kommenden Wochenende und wir hoffen, Ihnen den Mund ein wenig wässrig gemacht zu haben.

 

Ralph Malisch, Ralf Flierl

facebook

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte: Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Publikation oder der Smart Investor Printausgabe von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten. [http://www.smartinvestor.de/interessenskonflikt])

 

Abonnements: Ein kostenloses zweimonatiges Kennenlern-Abo des Magazins Smart Investor kann unter Smart Investor Abonnements angefordert werden.

 

Das Magazin: Das aktuelle Inhaltsverzeichnis des Smart Investor Magazins können Abonnenten unter Smart Investor Ausgabe 8/2018 einsehen. [/wp-content/uploads/2018/07/Smart-Investor-8-2018-Inhaltsverzeichnis.pdf]

 

E-Mail-Versand: Sollten Sie den E-Mail-Versand abbestellen wollen, so benutzen Sie bitte den Abmelde-Link unter dem Newsletter bzw. schicken uns eine E-Mail mit dem Betreff “Abbestellen des SIW” an weekly@smartinvestor.de.

 

Unsere Datenschutzerklärung finden sie hier. /datenschutz

 

Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.