Update: 2G Energy AG

Die 2G Energy AG (WKN A0HL8N; akt. Kurs 22,60 EUR), Spezialist für gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen, hat im 1. Halbjahr 2018 den Umsatz um 16,3% auf 84 Mio. EUR gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde um 1,6 Mio. EUR auf 1,1 Mio. EUR verbessert. „Erstmals seit dem Jahr 2012 wurde damit bereits im branchentypisch eher schwächeren ersten Halbjahr ein positives Ergebnis erzielt“, teilte das Unternehmen mit.

Im ersten Halbjahr 2018 entfielen 54% der Umsätze auf den Absatz von KWK-Anlagen und 46% auf das Servicegeschäft, dessen Umsatzanteil damit um weitere zwei Prozentpunkte zulegte. Der Auftragseingang liege weiterhin deutlich über Vorjahresniveau. Konkret legte er in den ersten acht Monaten um 32% auf 124 Mio. EUR zu. Hierbei handelt es sich um das Anlagen-Neugeschäft, damit häufig einhergehende Serviceaufträge sind nicht eingerechnet.

Angesichts der Zahlen bekräftigte der Vorstand die Jahresguidance, die am oberen Rand Umsätze bis zu 210 Mio. EUR bei einer EBIT-Marge von 3,5 bis 5,5% vorsieht. Im Geschäftsjahr 2017 hatte die 2G Energy AG bei Umsätzen von 189,4 Mio. EUR ein EBIT von 7,3 Mio. EUR entsprechend einer EBIT-Marge von 3,9% erwirtschaftet.

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SI-Kommentar: Das Problem der 2G Energy-Aktie und auch vieler Peers war die hohe Saisonalität und angesichts wechselnder politischer Rahmenbedingungen auch Volatilität des Geschäfts. Das zeigen die Ergebnisse der vergangenen Jahre überdeutlich.

Die Saisonalität adressiert das Unternehmen proaktiv, infolge der Effekte aus dem Lead-to-Lean-Projekt wurden die Aufwandsquoten gesenkt und die Saisonalität des Geschäftes deutlich vermindert. 2G reduzierte die Materialaufwandsquote und auch die Personalaufwandsquote. Die Volatilität dürfte sich ebenfalls verringern, da sich die Technologie mittlerweile auch ohne Subventionen rechnet.

2G Energy hat im vergangenen Jahr 1,11 EUR pro Aktie verdient und davon 0,42 EUR als Dividende ausgeschüttet. Am oberen Ende der Guidance zeichnet sich ein Ergebnis pro Aktie von 1,60 EUR ab. Beim aktuellen Kurs errechnet sich daraus ein KGV 2018e von 14. Dem ist zu entnehmen, wie reserviert die Investoren angesichts der starken Schwankungen der Vergangenheit sind. Angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen bis Ende des 1. Quartals 2019 bereits voll ausgelastet ist, die Serviceerlöse tendenziell weiter steigen und die Themen Energieeffizienz/Ressourcenschonung nicht erst seit dem jüngsten Welt-Klimabericht an Bedeutung gewinnen, erscheint ein Einstieg auf dem jetzigen Niveau als einigermaßen abgesichert. Zumal die Dividendenrendite von derzeit gut 2% ja noch ausgebaut werden könnte. Dem steht das Risiko gegenüber, dass der Auftragseingang doch wieder nachlässt und die Volatilität zurückkehrt.

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