Aktien-Update: Berkshire Hathaway Inc.

Zwar hatte es Warren Buffett bereits im August angekündigt, die Zahlen zum dritten Quartal brachten aber nun die Gewissheit: Zum ersten Mal seit 2012 hat das „Orakel von Omaha“ Aktien seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (IK) zurückgekauft. Insgesamt hat Buffett im dritten Quartal Berkshire-Aktien im Wert von rund 900 Mio. USD erworben. Ein Teil des enormen Cash-Bestands von knapp 100 Mrd. USD wird damit endlich investiert.

Die Beteiligungsgesellschaft konnte daneben beeindruckende Zahlen vorlegen: Statt der erwarteten 2,55 USD Gewinn je B-Aktie erzielte Buffett satte 7,55 USD. Allerdings ist darin ein Ergebnis von 11,4 Mrd. USD aus Zuschreibungen auf das Aktienportfolio enthalten, die durch die neuen Bilanzierungsvorschriften nun in jedem Quartal gewinnwirksam ausgewiesen werden müssen. Dennoch deuten auch die operativen Zahlen nach oben: Aufgrund geringerer Schäden weisen die Versicherungstöchter höhere Überschüsse aus, die Industriebeteiligungen profitieren noch immer von der US-Steuersenkung auf Unternehmensgewinne.

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SI-Kommentar: Bereits im Juli schlug die Nachricht wie eine Bombe ein: Statt lediglich zum 1,2 fachen Buchwert oder weniger kann Berkshire Hathaway nun seine eigene Aktie zurückkaufen, wenn Warren Buffett und sein Stellvertreter Charlie Munger übereinstimmend zu dem Fazit kommen, dass es sich um ein lohnenswertes Geschäft handelt. Nun ist klar: Zu Kursen lediglich einige Prozente unterhalb des heutigen Kurses halten die beiden dies für lukrativer, als am Markt nach neuen Investments Ausschau zu halten.

Dies lässt sich auf zweierlei Arten interpretieren: Zum einen tut sich Buffett zunehmend schwer, den Cash-Bestand gewinnbringend zu investieren. Denn die Bewertungen der meisten Unternehmen, die in Frage kommen, genügen seinen Ansprüchen schlichtweg nicht. Andererseits scheint er den „inneren Wert“ je Berkshire-Aktie deutlich oberhalb des heutigen Kurses zu sehen. Denn wer Buffett kennt, weiß, dass dieser keine Aktie kauft, die lediglich ein paar Prozente „Margin of Safety“ bietet. Einen Ansatz, die Aktie zu bewerten, haben wir Ihnen in unserem letzten Weekly vorgestellt.

Kein Wunder also, dass Buffett lieber auf sich selbst setzt. Eine Vorgehensweise, mit der er in der Tradition einiger der besten CEOs wie Henry Singleton oder John Malone steht. Gibt es am Markt keine attraktiveren Reinvestitionsmöglichkeiten als die eigene Aktie, lohnt es sich, den Aktionären auf diesem Weg Geld zurückzugeben. Denn das Ergebnis je Aktie wächst vor allem dann überproportional, wenn der Kaufpreis je Aktie weit unter deren wahren Wert liegt.

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