Grafik der Woche – Vermögensblasen

US-Haushalts-Nettovermögen in % des verfügbaren persönlichen Einkommens

Quellen: Federal Reserve Board, Ned Davis Research

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, hat das Federal Reserve Board kürzlich wegen des Tempos ihrer Zinserhöhungen als „loco“ und „verrückt“ bezeichnet. Wie er eingesteht, kann Investment-Stratege Ned Davis von Ned Davis Research, einem der größten unabhängigen US-Anbieter von Investment-Research, diesen Standpunkt in vielerlei Hinsicht sogar verstehen.

Zur Begründung dafür verweist er auf eine Inflation bei den US-Verbraucherpreisen, die derzeit noch kein großes Problem darstellt. Außerdem dürften nur sehr wenige Menschen in den USA ein Interesse daran haben, dass höhere Zinsen zu einem stärkeren Dollar führen. Schließlich müsse sich USA auch so jetzt schon mit einem nahezu rekordverdächtigen Handelsbilanzdefizit herumschlagen.

Doch auch wenn es derzeit noch keine übermäßige Inflation bei den Verbraucherpreisen zu beobachten gebe, räumt Ned Davis gleichzeitig ein, dass eine ziemlich extreme Inflation auf Vermögensebene zu registrieren sei. Als Beleg dazu verweist er auf die Grafik oben. Diese zeigt das US-Haushaltsnettovermögen in % des verfügbaren persönlichen Einkommens und der Grafik nach zu urteilen ist diese Relation so hoch wie nie.

Mit Blick auf das Schaubild kommt Davis jedenfalls zu dem folgenden Schluss: „Noch nie in der Geschichte der USA war der Wohlstand im Verhältnis zu den Einkünften so hoch wie heutzutage. Und noch nie zuvor gehörte prozentual gesehen von diesem Wohlstand so viel den sehr Reichen.“

Davis bezeichnet es vor dem skizzierten Hintergrund als Ironie, das er erst kürzlich über das in den USA vorherrschende Problem wachsender staatlicher Haushaltsdefizit geschrieben hat. Dabei habe der erwähnte Anstieg der Vermögenspreisinflation zu enormen Kapitalgewinnen geführt, die zweifellos zu höheren Steuereinnahmen beigetragen haben.

Sofern sie nicht als Gewohnheitstier beim Aufblähen von Blasen eingestuft werden will, muss die Fed aus Sicht von Davis die Blase bei den Vermögenspreisen angehen, bevor diese finanzielle Instabilitäten auslösen. Aber diese Aufgabe werde dadurch erschwert, dass die US-Notenbank politisch in einer Box stecke. Wobei sie sich darin mit ihrer langjährigen Nullzinspolitik und ihren quantitativen Lockerungen selbst hineingezwängt hat, so Davis kritisch.