Editorial: Seien Sie vorsichtig!

Aufgrund der Hausse an den Aktienbörsen, vor allem bei den Technologietiteln und dort wiederum insbesondere bei den FAANG-Aktien – Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google (heute: Alphabet) –, sind viele Investoren scheinbar schläfrig und nachlässig geworden. Da die bisherigen Korrekturen im nun schon seit neun Jahren laufenden Bullenmarkt immer wieder von neuen Höchstkursen gefolgt wurden, hat sich dieses Muster scheinbar in den Hirnen der Anleger eingebrannt. „Austeigen? Aber warum denn?“, höre ich einige Leser förmlich murmeln …

Die Hausse seit dem Tief im Jahre 2009 ist vorbei! Das sagt zumindest der Elliott-Wellen-Spezialist Dietrich Denkhaus im Interview auf S. 60/61, und er hatte diese Idee bereits vor einem halben Jahr bei uns angekündigt. Im Übrigen mahnt auch Smart Investor selbst spätestens seit der Septemberausgabe zum Ausstieg (Headline: „Bitte anschnallen!“).

Dennoch besprechen wir in diesem Heft den Nebenwertesektor (S. 6 bis 15), der in den letzten Wochen über die Maßen unter Druck gekommen ist. Die meisten dieser Titel sind vermutlich noch nicht reif für ein Investment mit einer genügend großen Margin of Safety (Sicherheitsmarge). Aber auf die Watchlist setzen könnte man den einen oder anderen Titel davon schon.

Apropos Margin of Safety: Dieses Konzept aus dem Value Investing ist zwar sehr sinnvoll, schützt aber nicht vor den sogenannten Value Traps, also den „Bewertungsfallen“. Werner Krieger und Dr. Werner Koch präsentieren daher in ihrem ausführlichen Gastbeitrag ab S. 26 eine Methodik, bei der die Idee des Value- mit der des Momentuminvestierens verknüpft wird. Übrigens: Das Paradebeispiel für eine Aktie, die derzeit beide Kriterien erfüllt, ist Berkshire Hathaway, die Holdinggesellschaft des des Starinvestors Warren Buffett. Sie befindet sich in unserem Musterdepot (S. 56) und liefert dort gute Performancebeiträge.

Ein Thema, welches mir persönlich derzeit schlaflose Nächte bereitet, ist der Globale Migrationspakt, der demnächst zur Abstimmung ansteht. Was es damit auf sich hat und warum die Unterzeichnerstaaten, also insbesondere Deutschland und Frankreich, sich damit definitiv nichts Gutes tun, lesen Sie in unserem Artikel auf S. 16 und in dem dazugehörigen Interview mit dem Rechtsanwalt Siegfried von Hohenau auf S. 18.

Ein bewusster Bürger sollte sich ohnehin nicht einfach nur auf den Staat bzw. die Regierung verlassen. Sinnvolle Eigeninitiative und Mitgefühl sind gefragt, auch und vor allem im privaten Umfeld. Dass solche Thesen von einem Vertreter der Österreichischen Schule kommen können, zeigen wir ab S. 20.

In einer wirklichen Demokratie, wie sie in der Schweiz noch ansatzweise gegeben ist, denken die Bürger und die Presse eigenständig mit und bremsen die Politik gegebenenfalls ein. Angela Merkel dagegen hat hierzulande in ihrer Regierungszeit ungehindert schon so viel Unheil anrichten können, dass selbst ein Friedrich Merz hier nicht mehr viel retten können wird – selbst wenn er es denn wollte. Ein Bekannter kommentierte dies kürzlich etwas provokant: „Erst wurde Deutschland abgemerkelt – und nun wird es vermutlich ausgemerzt“.

Smart Investor ist anders! Falls Sie einen Bekannten an unserer Art, die Märkte und die Politik zu kommentieren, teilhaben lassen wollen, so verschenken Sie doch ein Weihnachtsabo. Dazu erhalten Sie gratis noch einen Buch- sowie einen Weingutschein. Wenn das kein Value ist! Mehr unter: www.smartinvestor.de/weihnachtsabo

Eine spannende Lesezeit wünscht Ihnen

Ralf Flierl