Aktien-Update: Senvion S.A.

Senvion (akt. Kurs 3,25 EUR, WKN A2AFKW) hat wie die gesamte Windenergie-Branche mit ziemlichem Gegenwind zu kämpfen. Jetzt konnte immerhin ein Folgeauftrag für das Windparkprojekt Lincoln Gap in Südaustralien und damit etwas Rückenwind vermeldet werden. „Der nun bestätigte zweite Bauabschnitt sieht weitere 24 Senvion-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 86 MW vor, die bis Mitte 2020 installiert und in Betrieb genommen werden sollen. Im ersten, bereits angelaufenen, Bauschabschnitt werden derzeit 35 Senvion-Turbinen installiert“ teilte das Unternehmen mit. Nach Fertigstellung wird der Lincoln Gap Windpark aus insgesamt 59 Senvion 3.6M140 Turbinen bestehen.

Senvion ist ein global agierender Hersteller von Windenergieanlagen im Onshore- und Offshore-Bereich und entwickelt, produziert und vertreibt Windenergieanlagen für nahezu jeden Standort – mit Nennleistungen von 2,0 bis 6,33 Megawatt und Rotordurchmessern von 82 bis 152 Metern. Darüber hinaus bietet Senvion, Sitz des Unternehmensist Luxemburg, die operative Tochter Senvion GmbH hat ihr Hauptquartier in Hamburg, seinen Kunden projektspezifische Lösungen in den Bereichen Turnkey, Service und Wartung, Transport und Installation sowie Fundamentplanung und -bau. Die Systeme werden hauptsächlich in Osterrönfeld und Bangalore konstruiert und in den deutschen und portugiesischen Werken in Bremerhaven, Vagos und Oliveira de Frades sowie in Żory-Warszowice, Polen, und Baramati, Indien gefertigt.

Link zur Meldung

SI-Kommentar: Senvion wurde 2016 von der Beteiligungsgesellschaft Centerbridge – die nach wie vor mehr als 71% der Anteile hält – zu 15,75 EUR je Aktie an die Börse gebracht. Der ohnehin schwache Kursverlauf erreichte neue Tiefen, nachdem im November die Guidance für den Umsatz von 1,9 auf 1,6 Mrd. EUR gesenkt und auch die Erwartungen für die EBITDA-Marge auf das unterste Ende der seitherigen Range bei 5% avisiert wurde.

Mit Kursen um 3,25 EUR ist die Senvion-Aktie ziemlich ausgebombt, wie auch die mittlerweile geringe Marktkapitalisierung von nur noch 0,15 des Jahresumsatzes zeigt. Natürlich ist es noch zu früh, in den bestehenden Abwärtstrend erste Positionen aufzubauen, es lohnt aber, die weitere Auftragspipeline zu beobachten. Denn die Preise bei Ausschreibungen haben sich stabilisiert, berichtet unter anderem Branchenführer Vestas. Zudem, so betont Senvion, seien die 300 Mio. EUR Umsatz nicht verloren, sondern würden wegen Projektverschiebungen eben erst im kommenden Jahr realisiert.

Senvion verfügt über einen Auftragsbestand in Höhe von 3,1 Mrd. EUR und baut das ertragreiche Servicegeschäft kontinuierlich aus. Aktuell drücken die bleiernen Diskussionen der Klimawandel-Leugner auf die Notierungen der Branche – das eröffnet aber auch Aufholpotenzial wenn sich –sozusagen – der Wind dreht.

⇐ Änderungen letzte Woche       Änderungen nächste Woche ⇒