LOYS Aktien Europa

Die Auswahl an europäischen Aktienfonds ist riesig. Eine erste Einstufung des Angebots kann man dabei durchaus anhand der erreichten Ergebniszahlen wie zum Beispiel Performance und Sharpe-Ratio vornehmen. Um dabei einerseits nicht zu sehr durch kurzfristige Ausreißer abgelenkt zu werden und auf der anderen Seite trotzdem auch neuere Fonds und talentierte Manager nicht durchs Raster fallen zu lassen, sind dabei Drei- bis Fünfjahreszeiträume besonders interessant. Bei der Anwendung dieser Methode stößt man im Bereich der europäischen Aktienfonds auf den Loys Europa System. Er hat zwar noch keinen fünfjährigen Track Record (Auflagedatum: 1.12.2014), liegt aber mit seiner Leistungsbilanz für drei Jahre in der absoluten Spitzengruppe.

Wie bei der Auswahl eines guten Unternehmens oder eines guten Fußballers genügt jedoch nicht nur ein Blick auf die Historie. Es gilt, einen Eindruck vom aktuellen Leistungsvermögen und von der zu erwartenden, künftigen Leistung zu gewinnen. Was beim Fußballer von Talent, Technik, Lernvermögen, Charakter und Gesundheit abhängt, sind beim Fonds die Anlagephilosophie, der Investmentprozess, der Fondsmanager und sein Team und natürlich weitere quantitative Kennzahlen.

Mit Bewertungsabschlag

Im Hause Loys beruht die Anlagephilosophie auf der detaillierten fundamentalorientierten Auswahl einzelner Aktien. Gesucht werden Unternehmen, die an der Börse zum Beispiel für 70 Cent gehandelt werden, aufgrund des Bewertungsmodells von Ufuk Boydak und seinem Analystenteam jedoch 1 EUR wert sein müssten. Es handelt sich jedoch nicht um einen ValueFonds im engeren Sinn, da im Portfolio auch durchaus Wachstumswerte vorhanden
sind, solange der beschriebene Bewertungsabschlag vorhanden ist. Potenzielle Zielunternehmen werden zunächst einer rein quantitativen Analyse unterzogen, die auf Bilanzen und Quartalsberichten basiert. Bestehen sie diesen „Eingangstest“, folgt die eigentliche qualitative Bewertung. Dabei spielt die Nachhaltigkeit und Klarheit des Geschäftsmodells eine wichtige Rolle.

Es geht aber auch um Managementkultur, Bilanzqualität, Eigentümerstruktur und die Sensitivität des Unternehmensergebnisses im Hinblick auf positive oder negative Veränderungen wichtiger Rahmenumstände. Gerade durch die Sensitivitätsanalyse lässt sich bei entsprechender Auswahl der Unternehmen das Risiko auf der Ebene des Gesamtfonds erheblich reduzieren. Eine Benchmark spielt bei der Auswahl der Unternehmen keine Rolle. Die ausgewählten Unternehmen werden mit einem langfristigen Investitionshorizont erworben und zwischen rund 1% und 2,5% gewichtet. Das Portfolio besteht aus 50 bis 70 Einzeltiteln, die vorwiegend, jedoch nicht ausschließlich aus dem Small- und Mid-Cap-Bereich stammen.

Fazit

Der Loys Europa System ist ein reinrassiger Stockpicker-Fonds. Wer in europäischen Aktien anlegen möchte, findet hier einen performancestarken Vertreter aus einem guten Haus mit ausgewiesener Aktienexpertise. Der bereits mehrfach von Citywire und Sauren ausgezeichnete Fondsmanager Ufuk Boydak überzeugt mit einem soliden Investmentprozess, bei dem der Fokus auf der Unterbewertung der ausgewählten Unternehmen liegt. Die Kostenquote ist aufgrund der Performance Fee nicht ganz niedrig, wird jedoch durch die hervorragende Entwicklung nach Kosten mehr als ausgeglichen.

 

Armin Kress gewann seine InvestmentExpertise im Bereich Wertpapiere und Derivate in den Handelsräumen internationaler Banken und beim Aufbau des weltweiten Optionsschein- und Zertifikategeschäfts der Citibank in leitenden Positionen. Seit 2003 konzentriert sich der 59-Jährige auf Investmentfonds, zunächst als erfolgreicher Manager mehrerer Dachfonds. Zwischen 2013 und 2017 wurde der Finanzexperte viermal als Preisträger beim Wettbewerb „Vermögensverwalter des Jahres“ von EuroFinanzen und EuroFondsexpress ausgezeichnet. Seit Mitte vergangenen Jahres ist Armin Kress unabhängiger Berater und Fondsanalyst.