Musterdepot SIW 51/2018 vom 19.12.2018

Musterdepot

Ein Problemfall in unserem Depot ist die Aktie von HOMAG (akt. Kurs 47,00 EUR, WKN 529720). Bislang war der Titel für uns die klassische Value-Falle. Denn HOMAG ist einerseits richtig günstig bewertet, andererseits mangelt es am Trigger, der zu einer Neubewertung führen könnte. Zwar läuft dieses Jahr operativ eher enttäuschend, dabei handelt es sich jedoch um ein Luxusproblem. HOMAG ist zu ausgelastet, um den Auftragsbestand schneller abarbeiten zu können. Basierend auf dem erwarteten Ergebnis für 2018 notiert die Aktie bei einem KGV von 10. Und dies bei einem Titel in einer interessanten Sondersituation. Immerhin könnte der Großaktionär Dürr das Unternehmen in Zukunft auch vollständig übernehmen wollen. Doch genau hier fängt das Problem an. Denn offensichtlich hat sich Dürr mit dem aktuellen Status-Quo (eine Beteiligung von 63,9%) gut eingerichtet. Möglich, dass Dürr wartet, bis die Aktie in der nächsten Rezession deutlich nachgibt. Dann könnte es passieren, dass sich weitere Pakete auch zu 31,56 EUR, dem garantierten Abfindungspreis unter dem bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertag, erwerben lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Titel mittlerweile sehr illiquide geworden ist. Wir warten zunächst einmal ab, können uns aber einen Teilverkauf vorstellen.

Ansonsten fühlen wir uns im Musterdepot mit einem hohen Cash-Bestand und einem gehedgten Aktienanteil auch über die Feiertage gut aufgestellt.

Fonds-Musterdepot

Leichte Sorgen bereitet uns die Performance des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (akt. Kurs 119,16 EUR, WKN A0M8HD). Der Fonds hat in 2018 bislang 12,9% verloren, seit dem Allzeithoch im Mai dieses Jahres sogar knapp 17%. Wie Fondsmanager Frank Fischer im Interview mit uns (SI 12/2018) sagte, hat er aktuell zwar einen Teil des Aktienexposures gehedget. Da viele seiner Anleger aber – wie der Name des Fonds bereits sagt – risikoaverse Stiftungen sind, dürfte er nun in einer Falle sitzen. Denn macht er seinen Hedge zu früh auf, riskiert er weitere Verluste, die einige seiner Anleger möglicherweise so nicht aushalten können oder wollen. Bleibt er dagegen gesichert, riskiert er eine mögliche Erholung an den Märkten teilweise zu verpassen. Wir verkaufen daher 30 Anteile, die Hälfte unserer Position, bestens zur morgigen Eröffnung über die Börse.

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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