LAPLACE European Equity

Lars Kolbe

Quantitativer Ansatz mittels Screening-Modell

Der LAPLACE European Equity verfolgt einen quantitativ fundamentalen Value- Ansatz. Die Titelselektion erfolgt mittels eines zweistufigen Investmentprozesses. Ziel ist das Herausfiltern von quantitativ und qualitativ hochwertigen Unternehmen. Das Investmentuniversum umfasst ca. 1.800 Titel, welche an einer europäischen Börse gelistet sind. Diese Titel durchlaufen fünf unterschiedliche Screens, welche in unterschiedlichen Zeitabständen durchgeführt werden. Die fünf Ansätze unterteilen sich in die Kategorien „Qualität“, „Dividende“, „Contrarian“, „Multiple“ und „Transaktionen von Unternehmenslenkern“.

Die Analysen basieren dabei teilweise auch auf empirischen Studien, in denen über einen langfristigen Anlagehorizont eine Outperformance der günstigsten 10% der Titel (Value) gegenüber den teuersten 10% der Titel (Growth) erzielt wurde. Das Ergebnis der ersten Investmentstufe sind potenzielle Kaufkandidaten, die in einer zweiten Investmentstufe durch technische Indikatoren ergänzt werden. Ziel ist es, ein Investment in die Aktien zu vermeiden, die einen nachhaltigen Abwärtstrend aufweisen. Dabei werden Parameter wie Charttechnik, Relative Stärke und gleitende Durchschnitte verwendet. Das Portfolio besteht überwiegend aus Titeln des Qualitäts- und Dividenden-Screens. Für den Qualitäts-Screen sind die Nettoverschuldung zum Eigenkapital, Cashflow-Stabilität und die Rendite des Free Cashflow wichtige Kennzahlen.

Value-Philosophie als Basis

Gegründet mitten in der 2008er-Krise (September 2008). stellte der LAPLACE European Equity seinen Ansatz im Dezember 2009 auf den Value-Ansatz um. Grundlage sind die zuvor beschriebenen empirischen Studien, nach der Value-Investoren sowohl in Unternehmen mit hohen als auch in solche mit niedrigen Bewertungskennziffern investieren. Ein Blick in Portfolios von langfristig erfolgreichen Value-Investoren zeigt, dass dieser Ansatz funktioniert.

Das gilt auch für den LAPLACE European Equity, der seine Benchmark (STOXX 50 Total Return) seit der Umstellung kontinuierlich übertreffen konnte. Im aktuellen Jahr 2018 tut sich der Fonds jedoch schwer und hinkt seiner Benchmark hinterher. Grund ist ausgerechnet eine vorsichtigere Haltung, die allerdings nicht über eine höhere Kassenhaltung oder eine Absicherungsstrategie, sondern über eine recht hohe Gewichtung von Gold- und Silberminen (u.a. Randgold Resources mit ca. 9%) umgesetzt wurde. Das hat sich bislang noch nicht ausgezahlt.

Fazit

Das Anlagekonzept beruht auf einem soliden, wissenschaftlichen Fundament. Langfristig zahlt sich ein valueorientierter Ansatz für den geduldigen Investor aus. Dass es dabei immer wieder auch Phasen gibt, in denen die Geduld auf die Probe gestellt wird, zeigt die Entwicklung im aktuellen Jahr. Neben typischen Titeln, die auch bei anderen Value-Managern zu finden sind (Roche, Novartis, Reckitt Benckiser), sind es im LAPLACE European Equity die Edelmetallpositionen, durch die sich der Fonds von anderen in seiner Kategorie unterscheidet. Aufgrund der günstigen Bewertung dieses Segments ist dies zwar kein Bruch mit der Value-Philosophie. Allerdings sollten sich Investoren dessen bewusst sein, wenn sie in den Fonds investieren.

 

Lars Kolbe (Jahrgang 1966) ist Dipl.Kaufmann und seit 2011 Gründer und Geschäftsführer der Aqualutum GmbH. Frühere Stationen waren u.a. die Bad Homburger FERI Trust, wo er das Fondsresearch verantwortete. Kolbe ist Fondsberater des Fonds m4 masters select (WKN: A12F3R).