Grafik der Woche – Von über- auf unterdurchschnittlich

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Steigende Kurse können durch zweierlei Dinge entstehen: Erstens, die dahinter stehenden Gewinne steigen. Dann hat eine Aktie Luft nach oben und wird dennoch nicht teurer. Zweitens, die Aktien werden teurer, obwohl sich an der fundamentalen Ausgangslage überhaupt nichts verändert hat. In diesem Fall sind die Marktteilnehmer schlichtweg optimistischer bezüglich der Zukunft und gehen größere Risiken ein. Die Hausse der letzten Jahre war durch beide Komponenten befeuert. Zum einen legten die Ergebnisse der Unternehmen zu, zum anderen weiteten sich die Bewertungen immer weiter aus. In Summe führte dies zu Kursgewinnen, die den Erträgen weit vorausgelaufen waren. Die laufende Korrektur hat diese Relationen nun wieder etwas geradegerückt.

Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management sind die KGVs 2018 in allen Aktienmärkten auf ein Maß zurückgekommen, das unter dem historischen Durchschnitt seit 1990 liegt. Noch 2017 lagen die Bewertungen vor allem in den USA und in Europa dagegen über dem historischen Durchschnitt. Klar ersichtlich wird aus der Grafik jedoch eines: Selbst 2017 waren die Aktien – im Verhältnis zur historischen Bandbreite – lediglich leicht überbewertet. Es könnte sich also bewahrheiten, was der US-Investor Howard Marks zuletzt in einem Interview erklärte. Nach zwei Mal Blasenbildung und Crash an den Aktienmärkten in den letzten 20 Jahren könnte es sich diesmal einfach um eine ganz normale Baisse handeln. Wie weit die Börse dabei nun nach unten übertreibt, ist kaum zu prognostizieren.