SIW 8/2019: „Kaufrausch“

Vorläufige Entwarnung

Beim DAX hat sich das Kursbild aufgehellt. Nachdem zum Jahreswechsel noch Weltuntergangsstimmung herrschte, konnte sich der Markt inzwischen stabilisieren. Was hier während der letzten Wochen beobachtet werden konnte, scheint mehr als bloßes Short Covering zu sein, bei dem die Kurse nach einem Absturz zunächst rasch in die Höhe getrieben werden, um dann ebenso schnell wieder in sich zusammenzufallen. Stattdessen hat sich der Abwärtsdruck, der noch zum Jahresende auf den Märkten lastete, erst einmal weitgehend verflüchtigt. Schaut man genau hin, könnte sich im DAX sogar eine mögliche umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Umkehrformation andeuten – und das wäre ein ziemlich konstruktives Chartmuster (vgl. Abb., grüne Markierungen). Allerdings hat sich der DAX bislang nur relativ zaghaft über die Nackenlinie bewegt. Erst wenn die Marktteilnehmer zu der Überzeugung gelangen, dass dieser Ausbruch Bestand haben wird, ist mit kräftigeren Kurssteigerungen zu rechnen. Allerdings spielt sich die komplette, aktuell zu beobachtende Stabilisierung noch immer unterhalb der sehr massiven Widerstandszone von 11.800 bis 12.000 DAX-Punkten ab, die wiederum als Nackenlinie einer großen Schulter-Kopf-Schulter-Formation interpretiert werden kann (vgl. Abb., blaue Markierungen).

Hopp oder Top

Börse ist immer auch Psychologie: Neue Fakten und Zahlen sind immer nur so gut wie ihre Interpretation – und die verändert sich mitunter schnell. In einem Moment haben die Marktteilnehmer so z.B. Angst vor niedrigeren Zinsen, da dies die Inflation anheizen könnte. Kurz darauf werden die Börsianer jedoch aufgrund desselben Sachverhaltes optimistisch, da ihnen klar geworden ist, dass die niedrigeren Zinsen die lahmende Konjunktur anschieben könnten. Doch etwas später dreht die Stimmung abermals in Richtung Pessimismus, da allen klar zu werden scheint, dass die in Folge überhitzende Konjunktur schlussendlich zu höheren Zinsen führen könnte. Womit wir wieder am Anfang unseres mit einem Augenzwicker zu sehenden Beispiels wären… Während die Börse langfristig tatsächlich von den Zahlen und ihren reellen Implikationen getrieben wird, sind viele kurzfristige Schwankungen durchaus interpretationswürdig. Für Anleger macht es daher entweder Sinn, sich aus dem kurzfristigen Hin- und Her ganz rauszuhalten, oder zu versuchen zwischen den Zeilen zu lesen und sich darauf aufbauend eine eigene Meinung zu bilden. Für einige der derzeit am heißesten diskutierten Werte aus dem DAX haben wir dies im neuen Smart Investor getan – und beide Seiten der Medaille betrachtet. Zur Deutschen Bank, zu Wirecard oder zu Bayer gibt es nicht nur völlig unterschiedliche Meinungen im Markt, sondern auch jeweils große Investoren, die viel Geld auf die eine oder andere Seite gesetzt haben.

 Quelle: Smart Investor 3/2019

 

Nicht nur einmal wurden wir in der Vergangenheit von Lesern darauf angesprochen, zu solchen Situationen jeweils ein Zertifikate-Paar vorzustellen, um sich entweder auf der Long- oder der Short-Seite positionieren zu können. Dem kommen wir gerne nach und stellen Ihnen im neuen Heft, das Sie am Samstag im Briefkasten haben, jeweils ein Paar eines Zertifikates mit relativ niedrigem Hebel vor. Die komplette Story dazu können Sie in der Rubrik „Das große Bild“ in unserer März-Ausgabe lesen. Sollen Sie noch kein Leser sein, können Sie hier schnell noch ein unverbindliches Probeabonnement abschließen.

Smart Investor 3/2019

Neben diesen Überlegungen zu kurz- und längerfristigen Engagements in ausgewählten Aktien haben wir uns im neuen Smart Investor 3/2019, der gestern in den Druck gegangen ist, wieder mit einer Fülle an weiteren Themen befasst. In der Titelgeschichte „Postsozialismus – Zwischen Asche und Auferstehung“ berichten wir von der eigentümlich-frei-Zukunftskonferenz 2019, die sich dem Phänomenen Frankfurter Schule, Kulturmarxismus, Neo-, Post und Präsozialismus widmete. Die giftigen Ideen der Marx-Jünger sind nach dem Zusammenbruch des „real existierenden Sozialismus“ sowjetischer Prägung nicht etwa sang- und klanglos im Ausguss der Geschichte verschwunden, sondern haben sich tief in die Institutionen des Westens hineingefressen – mit höchst bedenklichen Folgen für die Zukunftsfähigkeit dieser Gemeinwesen. Einen wesentlich positiveren Unterton haben da schon unsere Marktthemen: So befassen wir uns beispielsweise in insgesamt fünf Beiträgen mit dem Thema Dividenden. Von Erläuterungen zu Sinnhaftigkeit solcher Ausschüttungen über die Präsentation echter „Dividendenaristokraten“ bis zu Strategien mit Dividendentiteln reicht das Spektrum. Das und vieles mehr im neuen Smart Investor 3/2019, den unsere Abonnenten am Wochenende natürlich auch wieder per App auf Smartphone, Tablet oder Kindle lesen können.

Schlafendes Monster

Edelmetalle gehörten in den letzten Jahren weiß Gott nicht zu den favorisierten Anlagen. Nach rund acht Jahren Baisse ist der Sektor in jeder Hinsicht von Exzessen bereinigt, ja geradezu ausgebombt. Seit dem Jahr 2016 versuchte der Silbermarkt mehrfach den Befreiungsschlag, enttäuschte die Silberbullen aber ein um das andere Mal. Nun sind wir erneut an einem interessanten charttechnischen Punkt: Wieder lässt sich vom Gipfel eine Abwärtstrendlinie zeichnen, die gerade durchbrochen wurde (vgl. Abb.). Ob hier nur ein weiterer Fehlstart vorliegt, oder ob dies bereits die Initialzündung für eine neue Hausse ist, lässt sich im Moment nicht abschließend beurteilen. Ein gewisses Indiz ist aber die Relative Stärke des Sektors, die wir in der gleichnamigen Rubrik im neuen Smart Investor 3/2019 thematisieren. Und noch etwas sollte berücksichtigt werden, halbe Sachen sind am Silbermarkt praktisch unbekannt – „himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt“ lautet hier die Devise. Und betrachtet man die Historie, dann erkennt man, dass sich das weiße Edelmetall immer mal wieder zu einem regelrechten Monster ausgewachsen hat, was vor allem der relativen Enge des Silbermarktes geschuldet ist. Falls Silber also wieder in den Hausse-Modus wechselt, dürfte es auch dieses Mal in vergleichsweise kurzer Zeit zu vergleichsweise großen Zugewinnen kommen. Auf jeden Fall gehört Silber nun unter strengste Beobachtung.

Musterdepot Aktien & Fonds

Im Bereich „Highlights/Musterdepot“ auf unserer Homepage lesen Sie heute von einem wahren Kaufrausch. Wir bauen unsere Liquidität deutlich ab und gehen mehrere neue Positionen ein. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

Die Zukunft des Goldes

Wie in unseren letzten Publikationen herausgearbeitet rechnen wir für die kommenden Jahre mit einem neuen großen Aufwärtstrend bei den Edelmetallen. Am 24. März 2019 (Sonntag) veranstaltet passend dazu unser langjähriger belgischer Kooperationspartner Brecht Arnaert eine exklusive Konferenz mit dem Titel „The Future of Gold“ in Breda (Niederlande). Der frühere Vize-Präsident von Morgan Stanley, Diederik Schmull, wird dort ebenso sprechen wie der unseren Lesern seit Jahren bekannte Gold-Fachmann Dimitri Speck („Geheime Goldpolitik“).

Mehr Informationen zu diesem Event finden Sie unter nachfolgendem Link:

http://arnaerteconomics.com/thefutureofgold/

Es ist uns übrigens gelungen für unsere Abonnenten die Konferenzgebühren von 499 EUR auf 245 EUR zu drücken – eine Ersparnis von über 50% oder 254 EUR.

Börsentage

Dass nach dem Börsenwinter nun langsam der Frühling einkehrt, kann man auch daran erkennen, dass der Reigen der Börsentage wieder an Fahrt aufnimmt. Den Anfang macht Hannover mit dem Börsentag kompakt am 23. Februar, also bereits diesen Samstag. Am 9. März folgt dann der Anlegertag in Düsseldorf und am 23. März der Börsentag in Frankfurt. Nähere Informationen finden Sie hier.

Fazit

Für das Erste scheinen die Märkte ihre Tiefs gefunden zu haben. Grund genug, unsere Aktienquote im Rahmen eines kleinen „Kaufrausches“ etwas zu erhöhen. Für Euphorie sehen wir derzeit aber dennoch keinen Anlass.

 

Christoph Karl, Ralph Malisch

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.