Barrick Gold und Newmont Mining

Die Nummer eins der Goldminen-Branche, Barrick Gold (akt. Kurs 10,85 EUR, WKN 870450), möchte die Nummer zwei, Newmont Mining (akt. Kurs 30,18 EUR, WKN 853823), übernehmen. Doch Newmont weigert sich und möchte stattdessen lieber die bereits angeschobene Übernahme der Nummer drei, Goldcorp, über die Bühne bringen. Mit einer heutigen Veröffentlichung lehnt der Konzern aus Denver nun die Offerte offiziell ab.

Das Management des Unterehmens hält die von Barrick angestrebten Synergieeffekte für zu gering. Gleichzeitig sei der ausschließlich in Barrick-Aktien bezahlte Übernahmepreis unterhalb des aktuellen Kurses von Newmont. Vor allem angesichts dieser Tatsache dürfte es Newmont (noch) leicht fallen, seine Aktionäre von der Ablehnung der Offerte zu überzeugen.

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SI-Kommentar: Es war nicht anders zu erwarten gewesen. Barrick ist offensichtlich ganz bewusst mit einem niedrigen Angebot in den Poker mit Newmont eingestiegen. Niemand konnte ernsthaft erwarten, dass Newmonts Management ein Angebot durchwinken würde, bei dem seine Aktionäre ausschließlich in Aktien (2,5694 Barrick-Aktien für einen Newmont-Anteil) bezahlt werden und einen Preis erhalten, der aktuell knapp 8% unter der Notierung von Newmont liegt.

Daneben argumentiert Newmont strategisch: Die von Barrick aufgezeigten Synergien seien alles andere als sicher, die Minen des Konkurrenten (im Gegensatz zu den eigenen und denen des von Newmont präferierten Übernahmezieles Goldcorp) in unsicheren Jurisdiktionen.

Unter dem Strich ist die Argumentation jedoch schwach und dürfte in unseren Augen ins Hintertreffen geraten, wenn der von Barrick gebotene Preis stimmt. Bereits Ende Januar haben wir die Schwächen der Fusion von Newmont und Goldcorp benannt. Mit der Gegenofferte von Barrick sieht das ganze nun ein bisschen anders aus. Ähnliche Gedanken dürften auch die Großaktionäre beider Unternehmen haben, die zum Teil sogar identisch sind.

Die eigentliche Schlacht dürfte daher hinter den Kulissen stattfinden. Alleine Blackrock und Vanguard (beides Anbieter von Indexfonds) halten rund 25% der Anteile an Newmont. Bei solchen institutionellen Investoren wird Barrick den Hebel ansetzen. Mit den identifizierten Synergien könnte der fusionierte Barrick-Newmont-Konzern dann genau das schaffen, was unseres Erachtens der Newmont/Goldcorp-Transaktion fehlte: Shareholder Value generieren.

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