Merkur Bank

Mit einem Rekordergebnis gelingt der Münchener Merkur Bank im vergangenen Jahr ein Kunststück, das 2018 wenigen Bankhäusern gelungen ist. Vor allem im Bereich der Bauträgerfinanzierung als auch bei Refinanzierungsgeschäften für Leasingunternehmen konnte die Privatbank deutlich zulegen. Das Kreditvolumen im Bereich der Bauträgerzwischenfinanzierung stieg um 38,2% auf 600,9 Mio. EUR. In der Leasingrefinanzierung gab es eine Steigerung des Kreditvolumens um 31,0% auf 314,4 Mio. EUR.

Weniger dynamisch – aber immerhin zweistellig – legte die Bank in der Finanzierung mittelständischer Unternehmen zu und wuchs um 11,4% auf 216,7 Mio. EUR. Auch im Geschäft mit Privatkunden waren deutliche Zuwächse zu verzeichnen: Das Nettowachstum in den Kundendepots betrug 70,6 Mio. EUR (2017: 42,9 Mio. EUR), das Depotvolumen stieg von 302,0 Mio. EUR in 2017 auf 336,5 Mio. EUR (+11,4 %).

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit lag 2018 bei 9,6 Mio. EUR, ein Zuwachs von 13,7%. Damit steigerte die Bank das Ergebnis je Aktie um 0,04 EUR auf 0,64 EUR (+6,6 %). Dr. Marcus Lingel, der persönlich haftende Gesellschafter der Merkur Bank, zeigte sich auf der gestrigen Pressekonferenz zufrieden mit diesem Ergebnis: „Es ist uns einmal mehr gelungen, die Rentabilität durch Wachstum zu steigern“, so Lingel. „Aufgrund der guten Ertragslage haben wir weitere Investitionen in die Zukunft getätigt und werden diesen Kurs auch fortsetzen.“

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SI-Kommentar: Wandlungsfähigkeit beweisen, das möchte Dr. Marcus Lingel mit seiner Merkur Bank auch in den kommenden Jahren. So sieht der Unternehmer und Bankier der alten Schule sein Unternehmer auf der gestrigen Pressekonferenz gut positioniert, um von der Digitalisierung zu profitieren. Durch die Automatisierung von Prozessen werden Kapazitäten freigesetzt, die in die persönliche Beratung der Kunden fließen werden. Die Bank setzt daher auf ein Zusammenspiel von beidem: Technologie und den persönliche Kontakt. Dazu kommt unternehmerisches Denken und Unabhängigkeit, beides nicht zu unterschätzendende Vorteile in der heutigen Zeit.

Die Zahlen für 2018 belegen, dass diese Strategie aufgeht. Das höhere Ergebnis je Aktie (+6,6%) ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal in dieser schwierigen Branche – und dies ist nicht etwa das Resultat größerer eingegangener Risiken. Im Gegenteil: Statt im hart umkämpften Mittelstandsgeschäft versucht die Bank zuletzt vor allem dort zu wachsen, wo risikoadäquate Margen möglich sind. Zuletzt ist dies vor allem im Geschäft mit Bauträgern (vor allem in München und Südbayern) und Leasingunternehmen möglich. Parallel dazu baut die Bank ihr Einlagengeschäft und die Vermögensanlage aus. Mit einer Cost-Income-Ratio von 61,5% belegt die Bank, dass damit Bankgeschäfte auch heute profitabel möglich sind.

Die Aktie der Merkur Bank notiert zu einem KGV von 12,7 basierend auf dem 2018er Ergebnis. Nicht billig für eine Bank, aber Ergebnisqualität kostet eben etwas. Dafür dürfte die Bank seine Anleger 2019 vermutlich mit einer auf 0,32 EUR gestiegenen Dividende erfreuen, eine Rendite von knapp 4%. Zum bilanziellen Eigenkapital notiert der Titel mit einem Abschlag von rund 25%. Sollte die Ergebnisentwicklung in den nächsten Jahren so erfreulich wie in den letzten Jahren sein, besteht eine gute Chance, dass dieser Abschlag weiter reduziert wird.

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