Maj Invest Global Value Equities

Value aus Dänemark

Dänemark hat neben Lego, dem Vergnügungspark Tivoli und Wikingern noch mehr zu bieten: so z.B. ein kleines erfolgreiches Team von Investmentprofis, verantwortlich für den Maj Invest Global Value Equities. Maj Invest wurde 2005 vom dänischen Pensionsfonds, dem Management und einigen Mitarbeitern gegründet. Mittlerweile befindet sich Maj Invest ausschließlich im Besitz des Managements und der Mitarbeiter. Die Hauptverantwortlichen für den Fonds sind Kurt Kara (seit Auflegung Ende 2005) und Ulrik Jensen (seit 2006). Beiden arbeitet Analyst Rasmus Quist Pedersen zu. Die Herren suchen den Investmentprinzipien des Value-Papstes Benjamin Graham folgend nach unterbewerteten Unternehmen. Der Aktienfonds wird bei Morningstar unter „Blend/ Large Cap“ geführt.

Drei Schritte zum Portfolio

Selektiert werden die Unternehmen im ersten von drei Schritten mittels eines eigenen Scoring-Modells, das alle Aktien des Anlageuniversums anhand von rund 155 Finanzkennzahlen (z.B. Bilanzqualität, Bewertung, Rentabilität) screent und anschließend im Vergleich mit Markt- und Branchendurchschnitten auswertet. Dieser Prozess reduziert das Spektrum auf nur noch rund 80 bis 100 Anlageideen. In einem weiteren Schritt werden Geschäftsberichte analysiert. Die Portfoliomanager wollen das Geschäftsmodell durchdringen, bevor sie investieren. Zusätzlich fließt Makro-Research ein. Der letzte Schritt umfasst die Portfoliokonstruktion. Die Gewichtungen der Titel orientieren sich am Rendite-Risiko-Potenzial, das mit Blick auf die Unternehmenszahlen und das Makroumfeld errechnet wurde. Das konzentrierte Portfolio besteht in der Regel aus 25 bis 35 Einzelwerten, wovon sich ca. 40% in den Top Ten Holdings wiederfinden. Mehr High Conviction geht (fast) nicht, eine Benchmark interessiert im Hause Maj niemanden. Der aktive Ansatz ist langfristiger Natur, Ziel ist ein geringer Portfolioumschlag. Erreichen die Titel ihren fairen Wert oder werden gar teuer, wird diszipliniert verkauft.

Überdurchschnittliches Ergebnis

Die Eurovariante des Fonds für Privatanleger wurde zwar erst vor etwa einem Jahr aufgelegt, aber die Strategie existiert bereits seit Ende 2005. Sie gehört zu den besten im Bereich Blend/Large Cap, die vorliegenden Zahlen sind belastbar: In mehr als 70% der rollierenden Dreijahreszeiträume wurde sowohl der PeergroupDurchschnitt als auch die Benchmark (MSCI World NR USD) geschlagen: Über zehn Jahre steht ein sattes Plus von rund 330% (Index: +232%), in den letzten fünf Jahren konnten +84% (Index: +64,4%) erzielt werden. Da das Portfolio nicht nur mit typisch defensiven Sektoren/Titeln bestückt ist, ist die Volatilität zwar zweistellig, fällt jedoch im Vergleich zu Mitbewerbern nicht negativ auf – über fünf und zehn Jahre hält sich diese mit rund 13% absolut im Rahmen. Bei diesen insgesamt überdurchschnittlichen Zahlen wundert es nicht, dass das Volumen stetig wuchs, letztes Jahr konnte sich der Fonds über 61 Mio. USD an Mittelzuflüssen freuen. Das Gesamtpaket ist absolut stimmig: ein erprobter High-Conviction-Ansatz mit einem sorgfältigen, transparenten Prozess und ein erfahrenes Team mit einer Strategie, die seit mehreren Jahren eindrucksvoll belegt, dass aktives Management einen konstanten Mehrwert erzielen kann.

 

Michael Bohn leitet bei der Greiff capital management AG den Bereich „Fondsanalyse/-research“ und verfügt über 20 Jahre Investmenterfahrung, u.a. in der Bewertung von Investmentfonds. Mit Robert Habatsch bildet er das Redaktionsteam der 14-tägig erscheinenden Publikation „DER FONDS ANALYST“, außerdem unterstützt er seine Kollegen im Fondsmanagement der Greiff-Dachfonds. Vor seiner Tätigkeit bei Greiff betreute er bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung in Freiburg Privat- und Geschäftskunden. Er traf dort die strategischen Anlageentscheidungen innerhalb der Vermögensverwaltungsmandate und war hauptverantwortlich für die Produktauswahl.