Löcher in der Matrix – „Fridays for C02-Steuer“

Die aktuelle Klimadebatte nimmt mitunter bizarre Formen an: Mit den sommerlichen Temperaturen scheint der Hang zu Endzeitstimmung, Klimapopulismus und Bosheit stark anzusteigen. So wurde diese Woche ernsthaft vorgeschlagen, man solle doch Nachbarn, die sich anschicken ein Auto, oder – das PIK bewahre – ein Flugzeug zu besteigen, gleich an Ort und Stelle einer Art Inquisition light unterziehen. Wir wollen uns hier allerdings weniger mit den Niederungen deutscher Blockwartmentalität befassen, sondern darüber nachdenken, was Menschen noch viel lieber als das Klima beeinflussen – andere Menschen.

Wenn man mit einer außergewöhnlichen und potentiell lebensbedrohlichen Situation konfrontiert wird, dann ist es nach allgemeiner Lebenserfahrung das Beste, zunächst nüchtern abzuwägen, um dann besonnen und entschlossen zu handeln. Leider gelingt genau dies in potenziell brenzligen Situationen häufig nicht. Stellen Sie sich vor, Sie schlendern gedankenverloren durch die Straße und … PLÖTZLICH steht ein Säbelzahntiger vor Ihnen. Vermutlich werden Sie in dieser Situation weder nüchtern abwägen, noch besonnen oder entschlossen handeln. Die Chancen stehen ziemlich gut, dass Sie in blanke Panik verfallen, schreien, stolpern oder ihren Coffee-to-go-Becher nach der Urzeitkatze werfen. Diese wiederum wird Ihre ebenso kopf- wie hilflosen Handlungen mutmaßlich mit jener Vorfreude betrachten, die man einer schmackhaften Mahlzeit üblicherweise entgegenbringt. Katzen wollen nicht nur spielen, sie wollen auch fressen.

Panik ist also in aller Regel nicht im besten Sinne derer, die von ihr ergriffen werden. In der Klimadebatte schienen die Menschen daher bislang alles richtig gemacht zu haben. Sie bewahrten überwiegend einen vergleichsweise kühlen Kopf, obwohl man sie seit gefühlt zwei Jahrzehnten mit apokalyptischen Bildern ihres baldigen Hitzetods malträtierte. Davor waren es übrigens apokalyptische Bilder eines baldigen Kältetods. Aber wie bereits erwähnt, Katzen wollen auch fressen, und mit besonnenen, rational handelnden Menschen lassen sich die wirklich interessanten, die geradezu unanständig profitablen Geschäftsmodelle nicht betreiben. Just da erschien ein trotzig aufstampfender Säbelzahntiger aus dem fernen Schweden mit dem entwaffnend ehrlichen Satz: „Ich will, dass Ihr in Panik geratet!“

Warum wohl? Panik, das bedeutet Tunnelblick und Überlebensreflex, und man kann „Fridays for Future“ (FFF) getrost auch als bewusst gesetzten Paniktrigger interpretieren: „Fight, Flight or Freeze“ (FFF). Denn es dauerte nicht lange, da kamen auch schon die 2019er Versionen der freundlichen Ablasshändler mit Musterkoffern voller C02-Steuerkonzepte um die Ecke. Egal, ob das Seelenheil oder nur heiße, Pardon, kalte Luft im Angebot ist, vollkommen egal, ob einen das Fegefeuer erst im Jenseits oder bereits vor der eigenen Haustür ereilen soll, schnurzpiepegal, ob die Autorität, auf die man sich beruft, Gott oder die Wissenschaft ist, geliefert wird am Ende nie bei diesen Angeboten, die man nicht ablehnen kann.

Screenshot trends.google.com

 

Wie die gelbe Kurve in unserer Abbildung zeigt, ist der C02-Konzentration zuletzt tatsächlich dramatisch angestiegen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die C02-Konzentration in der Atmosphäre, sondern um jene bei Google – genauer gesagt um die Anzahl der Suchanfragen aus Deutschland zum Begriff „CO2“. Und dieser Anstieg scheint tatsächlich menschengemacht, folgt er doch mit kurzer Zeitverzögerung dem Anstieg der roten Kurve, in der sich die Entwicklung des Suchbegriffs „Fridays for Future“ zeigt. Eine Suche, die hierzulande übrigens nahezu deckungsgleich mit dem Suchbegriff „Thunberg“ verläuft, ihren Gipfel aber bereits hinter sich zu haben scheint. Der Boden wäre nun eigentlich für die C02-Steuer bereitet, das Interesse für den Suchbegriff „CO2-Steuer“ ist bei Google-Nutzern hierzulande jedoch weiter verschwindend gering (grüne Linie). Wohl auch deshalb wurde das Thema „C02-Steuer“ (nicht der Suchbegriff!) inzwischen massiv in Publikationen gepusht, wie an der blauen Kurve zu erkennen ist. Es wäre doch auch zu schade, wenn man die Gunst der Stunde nicht nutzen würde. Wer weiß schon, wann der nächste „Klimasommer“ kommt?!

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