Grafik der Woche – Alles im Rahmen

Nicht wenige Beobachter reiben sich derzeit verwundert die Augen: Wie kann es sein, dass sich die Aktienmärkte in den USA nahe ihrer Allzeithochs befinden, während gleichzeitig die Konjunktur zu lahmen beginnt und die Handelskriege zu eskalieren drohen? In der Tat scheint diese Entwicklung auf den ersten Blick sonderbar zu sein. Wie nervös die Anleger sind, zeigt auch ein „Mini-Crash“ wie der vom vergangenen Montag. Im langfristigen historischen Vergleich erscheint das aktuelle Bewertungsniveau jedoch kaum wie ein Exzess. Laut dem Chart von J.P. Morgan Asset Management lagen wir im S&P 500 Ende Juni bei einem 2019er KGV von 16,9. Seit 1990 lag dieser Wert im Durchschnitt bei 15,8. Mit der Korrektur Anfang August dürften wir uns dem langfristigen Durchschnittswert sogar weiter angenähert haben. Was der Chart allerdings nicht berücksichtigt: Zwischen 1990 und heute dürften das Zinsniveau in den USA signifikant über den 1,75% gelegen haben, die heute für zehnjährige US-Treasuries bezahlt werden. In Relation dazu dürfte also ein gewisser Aufschlag auf die historischen Werte durchaus drin sein.