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SCHLAGWORTE: Corona-Virus

„Schuldner aller Euro-Länder, vereinigt Euch!“

Gerade Börsianer wissen, dass es nur wenige Gesetzmäßigkeiten gibt, auf die man sich wirklich verlassen kann. Anders als in Mathematik, Chemie oder Physik gerät der Boden des sicher Geglaubten immer dort recht schnell ins Wanken, wo wir es mit Menschen und deren Befindlichkeiten zu tun haben. Das gilt ganz besonders, wenn – wie in der Corona-Krise – die Lage unübersichtlich ist. Es ist nicht immer Dummheit, wenn altbekannte Schnapsideen plötzlich wieder als ultimative Lösungen für aktuelle Problemlagen präsentiert werden. Manchmal steckt dahinter auch ein geradezu machiavellistisches Kalkül, mit dem aus einer ordentlichen Krise schnell maximaler Nutzen gezogen werden soll. Panik, Zeitdruck und moralische Verpflichtung – vorzugsweise alles zusammen medial und künstlich angefacht – sind eine unschlagbare Kombination, wenn es darum geht, den Menschen etwas unterzujubeln, was nicht in deren Interesse ist und was sie bei genauer Betrachtung entsprechend auch gar nicht wollen würden.

Viren, Panik und Freiheit

Als Magazin für Börse, Wirtschaft und Politik sind medizinische Themen nicht unser Metier, schon gar nicht medizinische Spezialgebiete wie die Virologie. Dafür gibt es Experten – und zwar mehr als einen. Und dennoch beschäftigt und betrifft das Thema der COVID-19-Pandemie die Börsen, die Wirtschaft und die Politik. Lesen Sie hierzu die Gedanken von Smart-Investor-Chefredakteur Ralf Flierl, der in einem „Corona Spezial“ in Zeiten einer fast universellen Hysterie zu Vernunft und Augenmaß anregt. Wehret den Anfängen Wie auch immer man die Corona-Situation medizinisch bzw. statistisch beurteilt, eines sollten die Bürger ihren Regierungen mit aller Klarheit kommunizieren: Mit dem Abflauen der Pandemie entfällt jegliche Rechtfertigung für eine Aufrechterhaltung der aktuellen Notstandsmaßnahmen und Eingriffe in die bürgerlichen Freiheitsrechte.

„Notausgabe“

Früher nannte man es eine Notausgabe, wenn eine Zeitung oder Zeitschrift nur unter erschwerten Bedingungen erstellt werden konnte. Der weitgehende Shutdown Bayerns – und inzwischen der gesamten Bundesrepublik – ist in dieser Hinsicht nicht anders. Nicht nur, dass uns die Corona-Krise im neuen Smart Investor 4/2020 inhaltlich intensiv beschäftigen wird, sie beschäftigte uns auch bei der Erstellung des Heftes. Denn wie so viele in diesen Tagen arbeiten auch wir aktuell im Home Office. Das ist am Anfang ungewohnt und manches muss sich auch erst finden bzw. eingeübt werden. Besonders die Abstimmung kurz vor der Drucklegung ist eine echte Herausforderung. Aber: Menschen – und das gilt vom Grundsatz her auch für Smart-Investor-Redakteure – sind anpassungsfähige Lebewesen und kommen nach einiger Zeit auch mit neuen Situationen zurecht.

„Double Whammy“

Seit einigen Tagen hat der Corona-Ausbruch nun auch Deutschland fest im Griff. Es gibt kein anderes Thema mehr. Zahlreiche Menschen verfallen aus einem weitestgehend geregelten und sorgenfreien Alltag in beängstigender Geschwindigkeit in Panik oder Hoffnungslosigkeit, während es einige immerhin noch schaffen, sich mit Galgenhumor mental zu stabilisieren: „Leere Regale, geschlossene Grenzen – Willkommen in der DDR!“ Wenn es ein erstes Zwischenfazit aus dieser Krise gibt, dann vielleicht, dass in der Zeit davor – man lasse nur einmal vor seinem geistigen Auge Revue passieren, welche Orchideenthemen bis Anfang Januar die Medien beherrschten – in der breiten Masse eine von der Realität weitestgehend abgelöste Risiko- und Gefahrenwahrnehmung herrschte. Auf gut deutsch: Gar keine.

Der Crash

So ähnlich wie in unserer Unterüberschrift kann man den Kursverlauf der letzten Tage und Wochen wohl ganz zutreffend zusammenfassen. Obwohl sich der Zuwachs der COVID-19-Fälle in China seit Tagen deutlich abschwächt – wir sagen dies mit der nötigen Zurückhaltung, die man im Umgang mit chinesischen Statistiken walten lassen sollte –, ist die Ausbreitung des Coronavirus im Weltmaßstab weiter in vollem Gange. Auch die Märkte sind derzeit damit beschäftigt, einzupreisen, was eine echte Pandemie für die Unternehmen bedeuten könnte. Motto: Produktionsausfälle treffen auf hohe Schulden und sportliche Bewertungen, während Notenbanken die infizierten Märkte mit frischem Geld besprühen. Die extreme Volatilität der letzten Tage ist daher vor allem Ausdruck der Unsicherheit bezüglich der Frage, ob die Risiken auf den aktuell erreichten Kursniveaus bereits ausreichend berücksichtigt wurden.

Hammer & Nägel

Als der neue Smart Investor 3/2020 zum vergangenen Wochenende erschien, wird der eine oder andere unsere Titelgeschichte „COVID-19“ für recht prozyklisch gehalten haben. Erschienen war das Heft tatsächlich genau auf dem Höhepunkt einer Börsenpanik, die sich innerhalb weniger Tage fast aus dem Nichts entwickelt hatte. Zur Erinnerung: Nur eine gute Woche zuvor hatte beispielsweise der US-amerikanische S&P 500 noch ein weiteres Allzeithoch erreicht, obwohl „Corona“ da bereits in aller Munde war. Kurz danach entschieden wir uns, das Thema auf die Titelseite zu heben, weil wir schon damals die Ruhe für trügerisch hielten und uns Dividendenaktien, denen wir uns in der neuen Ausgabe ebenfalls intensiv widmen, nur für bedingt titeltauglich hielten.

Infiziert

Den Börsen wird regelmäßig die Funktion eines Frühindikators zugeschrieben. Diese Zuschreibung kann auch zu einer falschen Erwartungshaltung führen, was die Prognosefähigkeit von Aktienkursen betrifft. Denn eine Prognosefähigkeit im engeren Sinne haben die Märkte nicht. Das zeigte sich recht deutlich an zwei Ereignissen, die im Moment auf die Märkte einwirken. An erster Stelle ist das Coronavirus zu nennen, das seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht. An zweiter Stelle steht die US-Präsidentschaftswahl im November.

Apple: Gewinnwarnung durch „iVirus“?

Diese Gewinnwarnung kam fast schon mit Ansage. Denn Bereits Ende Januar dominiert der Coronavirus die Nachrichten. Diverse Experten diskutieren daher seit Wochen, welche Folgen das Virus auf die Weltwirtschaft hat, schließlich legt es derzeit die „Fabrik der Welt“ weitestgehend lahm. Dass sich Apple* dieser Entwicklung völlig entziehen konnte, war also nicht zu erwarten. Apple steht fast schon mustergültig für die Arbeitsteilung der globalisierten Wirtschaft. In den Zulieferbetrieben des Unternehmens im Reich der Mitte dürften Millionen Menschen arbeiten, daneben erzielt das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino auch noch rund 40 Mrd. USD Umsatz in China. In den letzten Wochen ist die Produktion in einigen Fabriken zum Erliegen gekommen, die glamourösen Apple-Stores sind größtenteils geschlossen oder haben nur stundenweise geöffnet. Bereits Ende Januar hatte das Unternehmen bei der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen aufgrund der Situation in China daher eine ungewöhnlich breite Spanne die geplanten Umsätze im laufenden Quartal abgegeben (63 bis 67 Mrd. USD). Seit zwei Tagen ist nun klar, dass diese Prognose nicht zu halten ist. Zwar laufe die Produktion in China langsam wieder an, allerdings deutlich langsamer als zuvor angenommen. Erstaunlich ist jedoch vor allem, wie gelassen die Börse diese Nachricht aufgenommen hat.

Weltbörsen klettern in der Steilwand der Angst

Wenn man das Internet durchsucht oder ganz traditionell eine Zeitung aufschlägt, könnte man auf die Idee kommen, dass die Welt kurz vor dem Untergang steht: In China wütet noch immer das Coronavirus, Teile der chinesischen Wirtschaft befinden sich in verlängerten Betriebsferien und die Gefahr einer globalen Rezession wird in düsteren Farben an die Wand gemalt. Die USA werden von einem scheinbar unberechenbaren und ungeliebten Präsidenten geführt, der seiner Wiederwahl ein gutes Stück näher gekommen ist und in Deutschland wütet „Sabine“, während der Stuhl der „ewigen Angela“ sichtbar wackelt. Dennoch, der unbedarfte Beobachter reibt sich die Augen, erreichen die Aktienmärkte nun sogar auch diesseits des Atlantiks neue Allzeithochs, wie unser DAX-Chart in der ersten Abbildung zeigt.

SIW 6/2020: Die Aktie, die uns dumm aussehen lässt …

Gibt es eine Aktie, die in den letzten Jahren nicht nur uns, sondern auch eine Reihe sehr viel intelligenterer Investoren, relativ dumm aussehen hat lassen wie Tesla? Vermutlich kaum. Alleine seit Jahresanfang dürften die Leerverkäufer der Aktie des Elektroauto-Pioniers mehr als 8 Mrd. USD verloren haben – verglichen mit rund 6 Mrd. USD an kumulierten operativen Verluste, die das Unternehmen selbst seit seiner Gründung angehäuft hat. Kaum eine Aktie hat in den letzten Jahren so polarisiert. Einen Mittelweg zwischen den euphorischen Tesla-Optimisten und der sogenannten TSLAQ-Community (Q ist das nachgestellte Kürzel für insolvente Unternehmen an den amerikanischen Börse), die von einer Pleite des Unternehmens ausgeht, scheint es nicht zu geben.

SIW 5/2020: Brexit-Boris und China-Corona

„Bung a bob for a Big Ben bong“ Beginnen wir mit dem Brexit, der über Jahre zum medialen Börsen-, Wirtschafts- und Politbuhmann aufgebaut wurde. Was hat man den Briten nicht alles für den Fall prophezeit, dass sie es tatsächlich wagen, die Leinen zur allfürsorglichen Brüsseler Mutter zu kappen. Es bedurfte der Entschlossenheit und auch des Draufgängertums eines Boris Johnson, um sich durch all die Schwarzmalerei nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, und den entscheidenden Schritt – trotz weiter bestehenden Unsicherheiten – einfach zu gehen. Johnson zeigt damit Macher- und Unternehmerqualitäten, die sich in aller Regel ebenfalls entscheiden müssen, ohne mit letzter Sicherheit alle Konsequenzen einer prinzipiell unsicheren Zukunft kennen zu können.