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SCHLAGWORTE: COVID-19

Corona-Spezial – Teil 2

ie folgenden Ausführungen stammen wie schon letzte Woche von SI-Chefredakteur Ralf Flierl und geben daher nicht die Meinung von einzelnen SI-Redakteuren oder der Redaktion als Ganzes wieder, sondern ausschließlich seine eigene. Daher ist das nun folgende Statement von Flierl in der Ich-Form abgefasst: Dies ist der zweite Teil des „Corona-Spezial“ – und hoffentlich der letzte –, der auf den Teil 1 von letzter Woche aufbaut. Auf den ersten Teil gab es jede Menge Zuschriften, eigentlich nur Zustimmungen, und darüber hinaus einige interessante Leserbriefe mit bemerkenswerten Zusatzinformationen. So wies eine Dame darauf hin, dass die für den zu erwartenden Corona-Ansturm freigehaltenen und immer noch weitgehend leeren Betten den Krankenhäusern von den Behörden fürstlich entlohnt werden – wohlgemerkt bei vermutlich geringeren Kosten, da sich das Personal teilweise nur in Bereitschaft oder womöglich gar in Kurzarbeit befindet.

Corona-Spezial – Statement von Chefredakteur Ralf Flierl

Smart Investor ist, wie es der Name schon sagt, ein Investment-Magazin. Insofern besteht bei uns auch keine gesonderte medizinische Expertise. Allerdings ist die aktuelle „Corona-Krise“ derart weitgreifend und damit auch Wirtschaft und Börsen beeinflussend, dass nun doch einige Statements dazu erfolgen werden. Insbesondere auch deshalb, weil die Massenmedien – wieder einmal – ihrem Auftrag zur objektiven Berichterstattung in keiner Weise nachkommen. Die folgenden Ausführungen stammen von SI-Chefredakteur Ralf Flierl und geben daher nicht die Meinung von einzelnen SI-Redakteuren oder der Redaktion als Ganzes wieder, sondern ausschließlich seine eigene. Daher ist das nun folgende Statement von Flierl in der Ich-Form abgefasst:

„Double Whammy“

Seit einigen Tagen hat der Corona-Ausbruch nun auch Deutschland fest im Griff. Es gibt kein anderes Thema mehr. Zahlreiche Menschen verfallen aus einem weitestgehend geregelten und sorgenfreien Alltag in beängstigender Geschwindigkeit in Panik oder Hoffnungslosigkeit, während es einige immerhin noch schaffen, sich mit Galgenhumor mental zu stabilisieren: „Leere Regale, geschlossene Grenzen – Willkommen in der DDR!“ Wenn es ein erstes Zwischenfazit aus dieser Krise gibt, dann vielleicht, dass in der Zeit davor – man lasse nur einmal vor seinem geistigen Auge Revue passieren, welche Orchideenthemen bis Anfang Januar die Medien beherrschten – in der breiten Masse eine von der Realität weitestgehend abgelöste Risiko- und Gefahrenwahrnehmung herrschte. Auf gut deutsch: Gar keine.

Der Crash

So ähnlich wie in unserer Unterüberschrift kann man den Kursverlauf der letzten Tage und Wochen wohl ganz zutreffend zusammenfassen. Obwohl sich der Zuwachs der COVID-19-Fälle in China seit Tagen deutlich abschwächt – wir sagen dies mit der nötigen Zurückhaltung, die man im Umgang mit chinesischen Statistiken walten lassen sollte –, ist die Ausbreitung des Coronavirus im Weltmaßstab weiter in vollem Gange. Auch die Märkte sind derzeit damit beschäftigt, einzupreisen, was eine echte Pandemie für die Unternehmen bedeuten könnte. Motto: Produktionsausfälle treffen auf hohe Schulden und sportliche Bewertungen, während Notenbanken die infizierten Märkte mit frischem Geld besprühen. Die extreme Volatilität der letzten Tage ist daher vor allem Ausdruck der Unsicherheit bezüglich der Frage, ob die Risiken auf den aktuell erreichten Kursniveaus bereits ausreichend berücksichtigt wurden.

Hammer & Nägel

Als der neue Smart Investor 3/2020 zum vergangenen Wochenende erschien, wird der eine oder andere unsere Titelgeschichte „COVID-19“ für recht prozyklisch gehalten haben. Erschienen war das Heft tatsächlich genau auf dem Höhepunkt einer Börsenpanik, die sich innerhalb weniger Tage fast aus dem Nichts entwickelt hatte. Zur Erinnerung: Nur eine gute Woche zuvor hatte beispielsweise der US-amerikanische S&P 500 noch ein weiteres Allzeithoch erreicht, obwohl „Corona“ da bereits in aller Munde war. Kurz danach entschieden wir uns, das Thema auf die Titelseite zu heben, weil wir schon damals die Ruhe für trügerisch hielten und uns Dividendenaktien, denen wir uns in der neuen Ausgabe ebenfalls intensiv widmen, nur für bedingt titeltauglich hielten.

Infiziert

Den Börsen wird regelmäßig die Funktion eines Frühindikators zugeschrieben. Diese Zuschreibung kann auch zu einer falschen Erwartungshaltung führen, was die Prognosefähigkeit von Aktienkursen betrifft. Denn eine Prognosefähigkeit im engeren Sinne haben die Märkte nicht. Das zeigte sich recht deutlich an zwei Ereignissen, die im Moment auf die Märkte einwirken. An erster Stelle ist das Coronavirus zu nennen, das seit Wochen die Schlagzeilen beherrscht. An zweiter Stelle steht die US-Präsidentschaftswahl im November.