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SCHLAGWORTE: SI Weekly

Weltbörsen klettern in der Steilwand der Angst

Wenn man das Internet durchsucht oder ganz traditionell eine Zeitung aufschlägt, könnte man auf die Idee kommen, dass die Welt kurz vor dem Untergang steht: In China wütet noch immer das Coronavirus, Teile der chinesischen Wirtschaft befinden sich in verlängerten Betriebsferien und die Gefahr einer globalen Rezession wird in düsteren Farben an die Wand gemalt. Die USA werden von einem scheinbar unberechenbaren und ungeliebten Präsidenten geführt, der seiner Wiederwahl ein gutes Stück näher gekommen ist und in Deutschland wütet „Sabine“, während der Stuhl der „ewigen Angela“ sichtbar wackelt. Dennoch, der unbedarfte Beobachter reibt sich die Augen, erreichen die Aktienmärkte nun sogar auch diesseits des Atlantiks neue Allzeithochs, wie unser DAX-Chart in der ersten Abbildung zeigt.

SIW 6/2020: Die Aktie, die uns dumm aussehen lässt …

Gibt es eine Aktie, die in den letzten Jahren nicht nur uns, sondern auch eine Reihe sehr viel intelligenterer Investoren, relativ dumm aussehen hat lassen wie Tesla? Vermutlich kaum. Alleine seit Jahresanfang dürften die Leerverkäufer der Aktie des Elektroauto-Pioniers mehr als 8 Mrd. USD verloren haben – verglichen mit rund 6 Mrd. USD an kumulierten operativen Verluste, die das Unternehmen selbst seit seiner Gründung angehäuft hat. Kaum eine Aktie hat in den letzten Jahren so polarisiert. Einen Mittelweg zwischen den euphorischen Tesla-Optimisten und der sogenannten TSLAQ-Community (Q ist das nachgestellte Kürzel für insolvente Unternehmen an den amerikanischen Börse), die von einer Pleite des Unternehmens ausgeht, scheint es nicht zu geben.

SIW 5/2020: Brexit-Boris und China-Corona

„Bung a bob for a Big Ben bong“ Beginnen wir mit dem Brexit, der über Jahre zum medialen Börsen-, Wirtschafts- und Politbuhmann aufgebaut wurde. Was hat man den Briten nicht alles für den Fall prophezeit, dass sie es tatsächlich wagen, die Leinen zur allfürsorglichen Brüsseler Mutter zu kappen. Es bedurfte der Entschlossenheit und auch des Draufgängertums eines Boris Johnson, um sich durch all die Schwarzmalerei nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, und den entscheidenden Schritt – trotz weiter bestehenden Unsicherheiten – einfach zu gehen. Johnson zeigt damit Macher- und Unternehmerqualitäten, die sich in aller Regel ebenfalls entscheiden müssen, ohne mit letzter Sicherheit alle Konsequenzen einer prinzipiell unsicheren Zukunft kennen zu können.

SIW 4/2020: America the Beautiful

Mit seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat Donald Trump weniger über die Welt, als über die USA gesprochen. Die USA seien das beste Land der Welt, hätten die boomendste Wirtschaft und seien (selbstverständlich dank ihm) wieder auf dem aufsteigenden Ast. In einem Interview am Rande legte er in Sachen Optimismus noch einmal eine Schippe drauf: Zwar seien viele Beobachter in den USA mit dem augenblicklichen Wirtschaftswachstum von mehr als 2% zufrieden, er selbst gehe jedoch davon aus, dass auch 4% möglich gewesen wären – wenn nicht die Fed mit ihren fehlgeschlagenen Zinserhöhungen dazwischengefunkt hätte.

SIW 3/2019: Wir sind Deal

Teilerfolg oder Blendrakete? Die Welt blickt gespannt nach Washington. Nach fast zwei Jahren permanenter Eskalation und Deeskalation im Handelsstreit mit China scheint es nun einen ersten belastbaren „Deal“ zu geben. Donald Trump und hochrangige chinesische Regierungsvertreter werden heute die erste Phase eines Handelsabkommens zwischen den zwei größten Wirtschaftsnationen der Welt in einer viel beachteten Zeremonie unterschreiben und damit zur Beruhigung eines Konfliktes beitragen, der die Welt insbesondere im letzten Jahr in Atem gehalten hat. Die Frage aller Fragen ist jedoch, was hier überhaupt unterschrieben werden soll.

SIW 2/2020: What a difference a year makes…

Drohnen und Drohungen Es ist eine Situation, die bei nicht wenigen Beobachtern ein mulmiges Gefühl verursacht. Zuerst liquidieren die USA in einem gezielten Drohnen-Angriff den iranischen General Qasem Soleimani, einen der maßgeblichen Drahtzieher diverser Attacken auf US-Streitkräfte. Bereits wenige Tage später reagiert das Mullah-Regime mit einer Vergeltungsaktion mit enormer Signalwirkung: Mit mehreren direkt aus dem Iran abgeschossenen ballistischen Raketen wurden US-Stellungen wie der Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Irak angegriffen. Die ganze Situation wirkt nicht nur auf den ersten Blick beängstigend. Auf der einen Seite Donald Trump, der nicht zu Unrecht als impulsiv und bisweilen aggressiv gilt.

SIW 51/2019: Deal in Progress

An den Börsen ist die Gegenwart selten etwas wert, schließlich wird die Zukunft gehandelt. Und die hatte sich in den letzten Wochen und Monaten bereits spürbar aufgehellt – auch ohne eine offizielle Einigung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit. Kein Wunder also, dass sich die Euphorie der Börsianer in Grenzen hielt, als Donald Trump Ende letzter Woche per Twitter bestätigte, was ohnehin schon alle wussten. Klar ist, dass es eine erste Phase eines „Deals“ geben wird. China wird offensichtlich deutlich mehr US-Agrarprodukte importieren, im Gegenzug verzichtet Donald Trump auf einen Teil seiner Strafzölle.

SIW 50/2019: Der letzte Drachentöter

Aus heutiger Perspektive wirkt der in dieser Woche gestorbene Fed-Chef Paul Volcker wie aus der Zeit gefallen. Der ehemalige Fed-Chef gilt als Bezwinger der Inflation der 80er Jahre. Als er im Jahr 1979 durch Jimmy Carter zum Notenbankchef ernannt wurde, erreichte die Preissteigerung aus heutiger Sicht unvorstellbare 13%, die Leitzinsen lagen bei 11%. Volcker griff beherzt ein und erhöhte die Zinsen auf in der Spitze 20% – mit kurzfristig verheerenden Folgen: Die Arbeitslosigkeit stieg auf 10%, Millionen Amerikaner verloren ihre Jobs. Großflächige Proteste gegen Volcker waren die Folge.

SIW 49/2019: Fressen statt buddeln

Mit einer ungeahnten Wucht kommt derzeit eine Übernahme über die Goldminenbranche. Kirkland Lake Gold plant den Kauf von Detour Gold, die chinesische Zijin Mining will Continental Gold akquirieren und Endeavour Mining versucht sich sogar an einer feindlichen Übernahme von Centamin. Spricht diese Entwicklung für den Sektor oder ist es sogar schon ein Indiz für eine Überhitzung? Nach unserer Auffassung eher für Ersteres. Denn während die Branchenschwergewichte in der Vergangenheit häufig gerade dann zugeschlagen haben, als der Goldpreis neue Höchststände erklommen hatte, könnte man nun mit ein bisschen Phantasie ein antizyklisches Verhalten unterstellen.

SIW 48/2019: Neuer Hut im Ring

Gut ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat der Vorwahlkampf der Demokraten nun so richtig begonnen. Mit Michael Bloomberg wirft seit letzter Woche ein Schwergewicht seinen Hut in den Ring. Der ehemalige Bürgermeister von New York und milliardenschwere Medienunternehmer war nach eigenem Bekunden in Sorge, dass die Demokraten keinen Kandidaten aufstellen würden, der es mit dem Amtsinhaber Donald Trump aufnehmen kann. Gerüchten zufolge plant Bloomberg 1 Mrd. USD in seinen eigenen Wahlkampf zu stecken.

SIW 47/2019: „Morgen“, Kinder wird’s was geben …

Die US-Vermögensverwaltung Tweedy Brown hat vor vielen Jahren ein Kompendium für Anleger herausgegeben. Darin wird eine Vielzahl von Studien zitiert, die über lange Zeiträume unterschiedliche Investment-Strategien analysiert haben. Eine davon ist das systematische Investieren in Small Caps. Kleine Unternehmen sind häufig wachstumsstärker, haben den größeren Teil ihrer Entwicklung noch vor sich und werden nicht selten von vielen Profis übersehen. Statt einen Bogen um die „Börsenzwerge“ zu machen, sollten Anleger daher sehr viel genauer hinsehen, ob es sich bei dem ein oder anderen Small Cap nicht um eine versteckte Perle handelt.

SIW 46/2019: Wer Visionen hat …

Elon Musk hat es mal wieder geschafft: Mit seiner Ankündigung in der Nähe von Berlin die vierte sogenannte „Gigafactory“ von Tesla zu errichten, waren ihm die Schlagzeilen für einen Tag sicher. Nun gut, andere Autohersteller nennen so etwas schlicht und ergreifend Autofabrik, für einen PR-Profi wie Musk ist dies aber zu wenig. Gleichzeitig wolle er in Berlin ein Design- und Engineering-Zentrum errichten, schließlich sei Deutschland weltbekannt für seine Ingenieurskunst. Interessant ist auch die konkrete Standortwahl. So sollen die neuen Teslas künftig in der Nähe des Hauptstadtflughafens BER vom Band rollen – der genau wie die angekündigte Fabrik bis heute ein Zukunftsprojekt ist.

SIW 45: Zahlen fressen Angst auf

Begünstigt haben dürfte die Hausse der letzten Wochen nicht nur das immer klarerer Bekenntnis der Trump-Regierung zu einem Deal im Handelskrieg mit China, sondern auch die guten Quartalszahlen der Unternehmen in den USA. Bis Anfang November hatten laut dem Informationsdienst Factset 76% der Unternehmen aus dem S&P 500-Index besser als erwartete Zahlen für das dritte Quartal 2019 vorgelegt, im Durchschnitt lagen die Ergebnisse 3,8% über den Schätzungen der Analysten. In der letzten Woche waren es vor allem die Dickschiffe aus dem Index, die für positive Überraschungen sorgten.

SIW 44: Das Blaue vom Himmel …

Von den Versprechungen der Politik scheint eine geradezu gespenstische Wirkung auf die Menschen auszugehen. Denn allzu gerne wird geglaubt, dass der Markt ein „kaltes Ungeheuer“ sei, gegen den alleine die allfürsorgliche und allzuständige Partei bzw. der Staat höchst selbst, vorzugsweise in sozialistischer Ausprägung, Schutz gewähre. Dabei wusste schon Nietzsche, wer das Kälteste aller Ungeheuer ist. Alleine der Umstand, dass es nirgendwo auf der Welt Wanderungsbewegungen in die real existierenden sozialistischen Paradiese gibt oder gab – von einer Handvoll Verirrter und Verwirrter einmal abgesehen –, legt deutliches Zeugnis davon ab, was vom Sozialismus zu halten ist.

SIW 43/2019: Zeit der Dealmaker?

Zwischen US-Präsident Donald Trump und dem britischen Premier Boris Johnson werden gerne Parallelen gezogen. Das reicht vom blonden Haarschopf über einen populistischen Politikstil bis zu einer zuvor nicht gekannten Hemdsärmeligkeit, mit der sich beide durch die Institutionen und das feine Gespinst internationaler Vertragswerke bewegen – eine ganz eigene Form der „kreativen Zerstörung“. Doch die beiden Elefanten in den Porzellanläden scheinen nun doch einige Erfolge zu erzielen, die viele Beobachter ihnen so nicht zutrauen mochten.