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SCHLAGWORTE: Wirecard

Endliche Geschichte

Wie in der letzten Ausgabe beschrieben, ist die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard nun endgültig zum Zockerpapier verkommen. Gegenüber dem vergangenen Freitag legte das Papier in der Spitze um mehr als 600% zu. Ein Signal zum Einstieg ist dies dennoch nicht. Denn schon einen Tag nach unserem letzten SIW 26/2020 kündigten die Aschheimer einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung an. Inzwischen steht das Unternehmen unter Insolvenzverwaltung. Im Wesentlichen gibt es derzeit zwei Handlungsstränge, die Beachtung verdienen: Zum einen ist da das eigentliche Insolvenzverfahren. Aktuell scheint es auf eine Zerschlagung des Konzerns hinauszulaufen, wobei es innerhalb des Wirecard-Geflechts durchaus erhaltenswerte und weiter funktionsfähige Einheiten gibt, für die Investoren aus dem In- und Ausland bereits Interesse angemeldet haben.

Über den Wolken

Wäre der Fall Wirecard(s) ein Roman, man hätte manches wohl als ziemlich unwahrscheinlich und konstruiert abgetan. Das Unternehmen war in Rekordzeit bis in den DAX aufgestiegen und zählt – Stand: heute – auf dem Papier noch immer zum erlesenen Kreis der 30 deutschen Blue Chips. Faktisch hat Wirecard in diesem Kreis allerdings nichts mehr zu suchen. Der Gründer und langjährige Chef, Markus Braun, war letzte Woche zurückgetreten und zwischenzeitlich sogar verhaftet worden. Aktuell befindet er sich gegen Kaution auf freiem Fuß. Der beispiellose Kurssturz der Aktie wurde durch die Weigerung der Prüfungsgesellschaft EY ausgelöst, den Jahresabschluss 2019 zu testieren. Es geht um zwei Saldenbestätigungen über Bankguthaben in Höhe von 1,9 Mrd. EUR bei denen Täuschungsabsicht vermutet wird. Der abstürzende Aktienkurs bestätigte all jene, die das Unternehmen seit Jahren für dubios hielten, ohne allerdings einen konkreten Nachweis führen zu können. Mehrfach hatten in der Vergangenheit die Alarmglocken geschrillt, als gegen Wirecard Vorwürfe bezüglich Luftgeschäften, dubiosen Bilanzierungspraktiken und der bewussten Verschleierung seiner Aktivitäten erhoben wurden. Allerdings scheuten dann letztlich doch fast alle die Herkulesaufgabe einer Beweisführung, um in der offenbar bewusst komplex gestalteten Struktur von außen Transparenz zu schaffen.

SIW 50/2019: Der letzte Drachentöter

Aus heutiger Perspektive wirkt der in dieser Woche gestorbene Fed-Chef Paul Volcker wie aus der Zeit gefallen. Der ehemalige Fed-Chef gilt als Bezwinger der Inflation der 80er Jahre. Als er im Jahr 1979 durch Jimmy Carter zum Notenbankchef ernannt wurde, erreichte die Preissteigerung aus heutiger Sicht unvorstellbare 13%, die Leitzinsen lagen bei 11%. Volcker griff beherzt ein und erhöhte die Zinsen auf in der Spitze 20% – mit kurzfristig verheerenden Folgen: Die Arbeitslosigkeit stieg auf 10%, Millionen Amerikaner verloren ihre Jobs. Großflächige Proteste gegen Volcker waren die Folge.

SIW 18/2019: „Wunder“ gibt es immer wieder

Das US-BIP-Wachstum des ersten Quartals 2019 war mehr als solide, besonders für ein erstes Quartal. Denn üblicherweise gibt es im Schlussquartal des Vorjahres einige Vorzieheffekte unter denen der Jahresauftakt dann entsprechend leidet. So hatte dies eigentlich keiner der professionellen Konjunkturauguren vorausgesehen.

Aktien Update – Wirecard AG

Die Wirecard AG (WKN 747206; akt. Kurs 41,21 EUR) hat das vergangene Jahr nach vorläufigen Zahlen erneut mit Bestmarken bei Umsatz und EBITDA abgeschlossen. CEO Dr. Markus Braun sieht die weiteren Aussichten des von ihm geführten Unternehmens offenbar uneingeschränkt positiv, denn die Kursturbulenzen an den Börsen in der vergangenen Woche nutze er, um in vier Tranchen insgesamt 260.000 Aktien zu kaufen.