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SCHLAGWORTE: WKN LS9CFN

Gelernte Sorglosigkeit

In der Titelgeschichte des aktuellen Smart Investor 9/2020 haben wir uns mit zwei Großthemen beschäftigt, die von den Märkten bislang weitestgehend ignoriert werden: „Die zweite Welle und die Wahl“ Zumindest tun die Märkte im Moment so, als sei beides kein allzu großes Problem, wohl weil die Notenbanken in „bewährter“ Manier, aber in bislang nicht gekanntem Ausmaß die elektronischen Druckerpressen laufen lassen. Das Geld, es müsse ja schließlich irgendwo hin und da sind teure Aktien doch allemal besser als wertloses Papier.

Musterdepot SIW 38/2020 am 16.09.2020

Der guten Ordnung halber berichten wir zunächst über die erfolgten Transaktionen der Vorwoche: Unser Verkauf von 300 Stück Datagroup (WKN: A0JC8S; akt. Kurs: 48,60 EUR) erfolgte zu 50,50 EUR, entsprechend einem Verlust von knapp 8%. Wesentlich besser lief es bei unserem Spitzenperformer Anthem (WKN: A12FMV; akt. Kurs: 222,65 EUR). Wir veräußerten ebenfalls die Komplettposition und erlösten für unsere 55 Stück jeweils 224,05 EUR, was einer Performance von 141% entspricht.

Das Index-Auf-und-Ab

In regelmäßigen Abständen werden die Börsenindizes zu einem Spiegelbild sportlicher Wettbewerbe. Es werden Aufsteiger und Absteiger benannt, die in eine Börsenliga auf- oder absteigen. Auch wenn zuletzt der Fall Wirecard (ISIN: DE0007472060) und der aufgrund einer Lücke im Börsen-Regelwerk viel zu lange Verbleib der Aktie im DAX die Schlagzeilen bestimmten, so sollten Anleger sich doch eher den anderen Bewegungen zwischen MDAX, SDAX und Co. widmen. Denn aus diesen lässt sich grundsätzlich viel darüber ableiten, welchen Geschäftsmodellen und Unternehmen an der Börse die Zukunft gehören könnte und aus welchen man sich vielleicht eher verabschieden sollte. Dabei zeigt das Beispiel Wirecard aber auch, dass allein die Zugehörigkeit zu einem Index noch kein Qualitätskriterium darstellt, selbst wenn die Firmen ihre Aufnahme gerne als „Ritterschlag“ interpretieren. Da die Deutsche Börse bei ihren Kriterien bislang allein auf den Börsenwert und die Handelsumsätze abstellt, ist über die Qualität eines Unternehmens bis dahin noch kaum etwas gesagt.

Musterdepot SIW 37/2020 am 09.09.2020

So wie bei den Indizes zuletzt Bereinigungen stattfanden, so wollen wir das auch in unserem Musterdepot handhaben. Wir reagieren damit einerseits auf die Entwicklungen bei einigen Titeln. Andererseits wollen wir auch ein bisschen Luft schaffen, um in einer wie auch immer gearteten Korrektur an den Börsen handlungsfähig zu bleiben. Schon seit geraumer Zeit zeigte der Kurs der Datagroup-Aktie (WKN: A0JC8S; akt. Kurs: 50,30 EUR) eine deutliche Underperformance gegenüber der Peer Group und vielen anderen IT-Dienstleistern.

Neues Paradigma?

Das Jackson Hole Economic Symposium genießt hierzulande weniger Aufmerksamkeit als ein Instagram-Post eines bzw. einer C-Prominenten. Zu Unrecht. Denn bei diesem jährlichen Treffen im abgelegenen Wyoming kommen nicht nur die wichtigsten Notenbanker zusammen, sondern auch führende Finanzleute, Akademiker, Politiker und Medienvertreter. Streng genommen sind die Spitzen des Weltfinanzsystems vergangene Woche allerdings gar nicht zusammengekommen – zumindest nicht direkt –, denn auch dieses Treffen fand Corona-bedingt im laufenden Jahr virtuell statt. Die Idee hinter dem von der Federal Reserve Bank of Kansas City ausgerichteten Treffen ist der freie Austausch von Gedanken zu Fragen des Finanzsystems und der Geldpolitik, die über die Tagesereignisse hinausweisen.

Musterdepot SIW 36/2020 am 02.09.2020

Unser investierbares wikifolio „Smart Investor – Momentum“ (ISIN: DE000LS9CFN3) konnte im Wochenverlauf weiter zulegen. Eine Anfangsposition bauten wir in der unseren Lesern bestens bekannten Rational AG auf, deren Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Stadelmann wir in Smart Investor 8/2020 interviewt haben. Weitere Käufe tätigten wir im Baustoffhersteller Sto und dem Halbleiter-Ausrüster Suess MicroTec. Dennoch fahren wir angesichts der doch heiß gelaufenen Märkte unverändert eine hohe Barquote von aktuell rund 21%.

Berlin, Berlin …

Auch beim Smart Investor gibt es Rituale und Traditionen wie z.B. das Redaktionswochenende, an dem unsere monatliche Druckausgabe ihren Feinschliff erhält. Eine inzwischen fast schon liebgewonnene Konstante, die allerdings in Corona-Zeiten – wie so vieles – auf den Prüfstand gestellt wird. Während in unserem Fall das „neue Normal“ auch relativ reibungsarm im Home Office gelebt werden könnte, fährt „Elter Staat“ andernorts im Stundentakt neue Ge- und Verbote auf. Das scheint inzwischen mehr die Verwirrung als die Gesundheit zu fördern. Wenigstens bleibt den Menschen bei dieser Taktfrequenz kaum Zeit nachzugrübeln, wie rasant sich die Welt um sie herum verändert.

Musterdepot SIW 35/2020 am 26.08.2020

Und wir haben sie doch bekommen. Es hat zugegebenermaßen etwas gedauert, bis uns der Spezialminenwert SSR Mining (WKN: A2DVLE, akt. Kurs: 16,37 EUR) ins Netz gegangen ist. Am Montag war es dann aber soweit und wir konnten 600 Stück zu unserem Abstauberlimit von 16,20 EUR in unser Musterdepot einbuchen. In dem an Glücksrittern nicht gerade armen Silbermarkt gehört SSR Mining zu den großen und etablierten Unternehmen, bei dem wir uns entsprechend gut aufgehoben fühlen.

In der Hand der Kleinanleger

Im Juni dieses Jahres wurde HUANG Gangyu vorzeitig aus der Haft in Peking entlassen – auf Bewährung. Zehn Jahre saß der Mann, der zu Chinas ersten Milliardären gehört(e), im Gefängnis. Im März 2010 war er zu insgesamt 14 Jahren wegen Bestechung, Bilanzfälschung, Insiderhandel und Kursmanipulation verurteilt wurden. Huang hatte den Elektronikeinzelhändler GOME Electrical Appliances aufgebaut und groß gemacht. Als die Nachricht von Huangs Entlassung bekannt wurde, stiegen die Aktien des Unternehmens um rund 20%, der ebenfalls börsennotierte Finanzarm des Konzerns sogar um über 50%. In den sozialen Netzwerken Chinas machte sofort ein Witz die Runde: Nicht nur Huangs Frau habe zehn Jahre auf die Rückkehr ihres Ehemanns gewartet, sondern auch der Shanghai Composite Index (SCI).

Musterdepot SIW 34/2020 am 19.08.2020

Mit unserem Abstauberlimit von 16,20 EUR für den Kauf von 600 Stück des Spezialminenwerts SSR Mining (WKN: A2DVLE, akt. Kurs: 16,97 EUR) waren wir wohl ein wenig zu frech. In der abgelaufenen Woche näherte sich der Kurs dieser Marke zwar bis auf wenige Cents an, erreichte sie jedoch nicht. Da wir weiter von den mittel- und langfristigen Chancen der Edelmetalle und insbesondere des Silbers überzeugt sind, belassen wir das Kauflimit weiter im Markt. Die hohen täglichen Schwankungen in diesem Bereich lassen ein kurzfristiges Erreichen des Limits weiter plausibel erscheinen.

Sommergewitter

Die letzten Handelstage waren für Edelmetallanleger in der Tat bewegend. Nachdem sie über Wochen und Monate durch steigende Kurse verwöhnt wurden, ging es besonders gestern rapide bergab. Beim Goldpreis stand ein sattes Minus von 5,7% auf der Uhr, beim Silber waren es sogar satte 14,9%. Beide Angaben beziehen sich auf die US-Dollar-Notierungen. In Euro sah es zwar marginal besser aus, aber insgesamt war in beiden Edelmetallen gestern Panik angesagt. Die Differenz zwischen den Veränderungen in US-Dollar und Euro ist auch schon eine der Erklärungen, die gegeben bzw. nachgereicht wurden: Die Stärke des US-Dollars schade Gold, so war zu hören. Wenn man auf den Chart blickt, ist von dieser Stärke allerdings nur wenig zu sehen. Tatsächlich befindet sich der Dollar seit Ende Mai in einem verschärften Abwärtstrend, der in den letzten beiden Wochen lediglich einen (Zwischen-)Boden gefunden zu haben scheint. Ein massiver Aufwärtstrend des US-Dollar lässt sich daraus jedenfalls noch nicht ableiten.

Musterdepot SIW 33/2020 am 12.08.2020

Der scharfe Einbruch bei den Edelmetallen ging auch an unserem Musterdepot nicht spurlos vorüber. Allerdings kam der Rücksetzer nach der bisherigen fulminanten Performance des Sektors nicht ganz unerwartet. Mit Werten wie Wheaton Precious Metals, Silver Lake Resources, Silvercorp oder Agnico Eagle sehen wir uns gut aufgestellt und warten nach einer (möglichen) Konsolidierung geduldig auf den nächsten Schub. Zeitgleich erhöhen wir unser Minenexposure um den Spezialwert SSR Mining (WKN: A2DVLE, akt. Kurs: 16,60 EUR). Zur morgigen Eröffnung in Frankfurt geben wir (Gültigkeit: ultimo) einen Kaufauftrag über 600 Stück mit einem Abstauberlimit von 16,20 EUR auf. Kommen wir zum Zug, wird die neue Position einer Gewichtung von ca. 3% des Musterdepots entsprechen.

Irreführende Debatten

Anfang der Woche diskutierte gefühlt halb Deutschland darüber, wie viele Menschen bei der Demonstration „Tag der Freiheit“ am Wochenende (1.8.) in Berlin teilgenommen hatten. Laut offiziellen Zahlen waren rund 20.000 Demonstranten in Berlin gewesen, bevor die Veranstaltung wegen der Nichteinhaltung der Abstandsregeln von polizeilicher Seite abgebrochen wurde. Die meisten Teilnehmer und die Veranstalter hingegen meinten, dass viel mehr Menschen nach Berlin gekommen waren – 800.000 bis 1,3 Mio. Menschen sollen es derer Ansicht nach gewesen sein. Die andere gefühlte Hälfte unsere Landes diskutierte derweil darüber, wie man diesen „Gemeinwohlgefährdern“ und „Coronaleugnern“ das Handwerk legen könnte und ob es überhaupt jemals wieder (Groß-)Demonstrationen in Deutschland geben dürfe.

Musterdepot SIW 32/2020 am 05.08.2020

Unsere Musterdepot entwickelt sich gut. Glücklicherweise haben wir mit unserem starken Engagement im Edelmetallbereich einen guten Performancebringer. Alle diesbezüglichen Titel laufen erfreulich, insbesondere die Silbertitel. Gazprom (WKN: 903276) ist derzeit schwach, aber wir sehen darin eher eine langfristige Value-Position denn einen akuten Momentumwert. Bolloré (WKN: 875558) entwickelte sich zuletzt erfreulicher, dennoch ist der Titel noch meilenweit von unserem Einstandskurs entfernt. Bolloré ist ein klassischer Corona-Verlierer und dürfte zumindest mittelfristig das Depot wohl verlassen. Noch schauen wir aber etwas zu. Mehr zu unserem Aktien-Musterdepot im aktuellen Heft auf S. 56.

Neues Allzeittief

Edelmetalle gehören aus Sicht des Mainstreams zu den eher ungeliebten Anlageklassen. Denn wer Gold und Silber kauft, arrondiert damit nicht nur sein Portfolio mit zwei zeitlosen Klassikern, er drückt damit auch ein gewisses Misstrauen aus; dies vor allem gegenüber der bestehenden Fiatgeld-(Un)ordnung, die nicht zuletzt durch die Corona-Folgen einer weiteren schweren Belastungsprobe ausgesetzt ist. Dabei steckte insbesondere dem Euro noch die Finanzkrise des Jahres 2008 in den Knochen, was man schon daran erkennen kann, dass die EZB zwischenzeitlich nicht annähernd zur Normalität zurückgefunden hatte und – diese Prognose ist nicht schwer – auch nicht mehr zur Normalität zurückfinden wird.