Aktien Update – Constantin Medien AG

Die Constantin Medien AG (akt. Kurs 1,25 EUR; WKN 914720) vermeldete, dass die Verhandlungen mit Sky Deutschland zum Verkauf der PLAZAMEDIA GmbH TV- und Film-Produktion (einschließlich ihrer Tochtergesellschaften in Österreich und der Schweiz) sowie den Verkauf von jeweils 25,1 Prozent der Anteile an der Sport1 GmbH und der Constantin Sport Marketing GmbH gescheitert sind.

Damit ist das bisherige Zahlenwerk Makulatur. Zwar werde sich der Umsatz erhöhen, da aber die eingeplanten Erlöse durch den Verkauf des Unternehmenspaketes wegfallen sei statt eines Gewinnes von bis zu 15 Mio. EUR ein Verlust in gleicher Höhe zu erwarten. Außerdem ist Constantin durch den geplatzten Verkauf gezwungen, die Refinanzierung der 2015 auslaufenden Unternehmensanleihe anderweitig zu organisieren. Der mit 9%igem Coupon ausgestattete Bond rauschte nach der Ad-hoc-Meldung von 105 auf 99 Prozentpunkte runter. Demnach beabsichtigt der Vorstand der Constantin Medien AG unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2013/I eine Kapitalerhöhung um 10%. Angesichts des Kursverfalls auf 1,25 EUR würde bei der Ausgabe von 8,5 Mio. Aktien allerdings lediglich ein Mittelzufluss von etwa 10 Mio. EUR nach Kosten zu Buche stehen. Das Anleihevolumen beträgt allerdings 30 Mio. EUR, die 2018 auslaufende Anleihe belauft sich auf 65 Mio. EUR bei 7%igem Coupon.

Mit einem Privatinvestor soll über das bereits bestehende Darlehen in Höhe von rund 17,5 Mio. Euro hinaus eine weitere Darlehensvereinbarung über 14 Mio. SFr und 4,5 Mio. EUR abgeschlossen werden. Die neuen Darlehen werden eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2016 haben; der Zinssatz wird wie bisher 5,0 Prozent p.a. betragen.

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SI-Kommentar:

Was vom Hype übrig blieb – dieses Motto für Medienaktien, einst in seligen EMTV-Zeiten die Highflyer schlechthin am Neuen Markt, trifft auch für Constantin Medien zu. Das Geschäftsmodell trägt ganz offenbar nicht über längeren Zeitraum. Die eine oder andere erfolgreiche Filmproduktion verschafft Luft, auf lange Sicht überwiegen aber die Risiken. Viele Marktbeobachter haben Constantin nach dem plotzlichen Tod Bernd Eichingers im Januar 2011 Turbulenzen vorausgesagt. Jetzt befindet sich das Unternehmen mittendrin.

Allein für die ausstehenden Anleihen und Privatkredite sind Zinszahlungen von etwa 9 Mio. EUR jährlich zu leisten. Angesichts des immensen Refinanzierungsbedarfes bleibt nur festzustellen: Auch auf dem jetzt erreichten Kursniveau ist Constantin alles andere als ein Kauf. (spr)

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