Aktien Update – Tomorrow Focus AG

Die Tomorrow Focus AG (WKN 549532; akt. Kurs: 3,13 EUR) kommt weiterhin nicht vom Fleck. Die Halbjahreszahlen fielen ausgesprochen durchwachsen aus. Der bereinigte Konzernumsatz konnte im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr zwar um 8,2 Prozent von 90,2 auf 97,6 Mio. EUR gesteigert werden. Dies ist komplett auf das Segment Travel zurückzuführen (Holidaycheck, Zoover), während die Segmente Publishing und Subscription stagnierten. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund des Launches der deutschen Ausgabe der Huffington Post alarmierend.

Das bereinigte operative Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (Konzern-EBIT) belief sich im ersten Halbjahr 2014 auf 5,1 Mio. EUR nach 5,6 Mio. EUR im Vorjahr, was einem Rückgang um 7,5% entspricht. Nach Steuern beträgt das bereinigte Konzernergebnis im ersten Halbjahr ganze 0,2 Mio. EUR nach 0,7 Mio. EUR im Vorjahreshalbjahr (-68,5%). Immerhin verlief das 2. Quartal leicht positiv, womit das Minus im Startquartal ausgeglichen wurde, denn als Ergebnis pro Aktie steht nach 6 Monaten die glatte Null.

Für das zweite Halbjahr 2014 seien die Vorgaben für eine weiterhin positive Umsatzentwicklung gut, meint das Unternehmen. Die prognostizierte moderate Konjunkturerholung in den Kernabsatzmärkten sollte, trotz teils erhöhtem Wettbewerbsdruck, zu einer weiteren Belebung der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der Tomorrow Focus AG führen.

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SI-Kommentar:

Eine derart ausgeprägte Seitwärtsbewegung sieht man selten: Seit mehr als 10 Jahren oszilliert die Aktie um die Marke von 3 EUR. Das hat Gründe, denn weder bei Umsatz noch Gewinn kommt Tomorrow Focus vom Fleck. Reiseportal mit Bewertungen, Taxibewertungen, Partnervermittlung, Arztportal, Fashion- und Beautyportal, die Deutsche HuffPo – am Ende des Tages ist das Unternehmen nicht mehr als eine Ansammlung von me-too-Initiativen. Mit Burda als Hauptsponsor und entsprechendem Cross-Marketing bzw. -selling reicht dies für Ergebnisse mal mehr oder weniger über der Grasnarbe. Durchgreifendes Wachstum ist freilich nicht abzusehen. Entsprechend vorsichtig sind auch die Aussagen im Halbjahresbericht. Im Lagebericht wird unter dem Punkt Profitabilität bereits vorgebaut: Sollte die Konjunkturerholung im 2. Halbjahr ausbleiben, könne das Ziel, das EBITDA um 10% zu steigern, nicht erreicht werden. Fazit: Wachstum sieht anders aus, und angesichts der Ertragsschwäche besteht weiterhin keine Veranlassung, die Aktie ins Depot aufzunehmen.

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