Fond – Kolumne

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Gastbeitrag von Andreas Weiß, Hauck & Aufhäuser

Abneigung gegen Aktien
Am Ende des Jahres 2013 besaßen nur noch 8,9 Millionen Deutsche Aktien oder Aktienfonds. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts waren dies 600.000 Anleger weniger als noch ein Jahr zuvor. Verantwortlich für die Abneigung gegen diese Vermögensklasse ist vor allem die negative Wertentwicklung. Immerhin gab es allein seit dem Jahr 2000 drei schmerzhafte Börsencrashs – also nicht einmal alle fünf Jahre einen. Um einen Verlust von beispielsweise 50% nur auszugleichen, muss sich ein Wert aber glatt verdoppeln. Das kann Jahre dauern, woraus sich das hohe Sicherheitsbedürfnis sowohl der privaten als auch der institutionellen Anleger erklärt.

Finanzielle Repression
Für vermeintliche Sicherheit müssen Investoren allerdings mittlerweile einen hohen Preis zahlen. Die finanzielle Repression der wichtigsten Notenbanken hat dafür gesorgt, dass der risikolose Zins der Vergangenheit angehört. Früher lag die Rendite von als sicher geltenden Anlagen wie deutschen Bundesanleihen oder US-Treasuries zwei bis drei Prozentpunkte oberhalb der Inflationsrate. Das Vermögen ließ sich also jahrelang ohne (Bonitäts-)Risiko problemlos steigern. Aufgrund des durch die Notenbanken künstlich nach unten gedrückten Zinsniveaus ist das heute nicht mehr möglich. Vielmehr liegen hier die realen Renditen (also unter Einberechnung von Geldentwertung, Steuern und Gebühren) inzwischen im negativen Bereich. Um einen nachhaltigen Werterhalt zu gewährleisten, erweisen sich reine Rentenportfolios nicht mehr als ausreichend geeignet.

Zinsen bleiben künstlich tief
Wahrscheinlich wird sich am unbefriedigenden Zinsniveau auf absehbare Zeit kaum etwas signifikant ändern. Vereinfacht gesagt können sich die hoch verschuldeten USA, Japan und die Euro-Länder kaum höhere Zinsen leisten. Die Problematik dauerhaft niedriger Zinsen lässt sich am besten durch die Beimischung einer Aktienkomponente lösen. Aktiv gemanagte, vermögenserhaltende Investmentstrategien sind am besten geeignet, um im Niedrigzinsumfeld einen sicheren Werterhalt des Vermögens mit einer nennenswerten Realrendite zu kombinieren. Der Yale-Professor Roger G. Ibbotson fand im Jahr 2000 heraus, dass 90% des Anlageerfolges alleine auf der richtigen Asset Allocation beruhen. Allerdings muss ein gemischtes Portfolio permanent überwacht und gegebenenfalls an Änderungen des fundamentalen Umfelds angepasst werden.

Verlustbegrenzung
Zwar sind Allokationssteuerungs-Strategien aufgrund ihrer Aktienkomponente volatiler als reine Rentenportfolien, das Ausmaß des möglichen Drawdowns lässt sich aber durch den Kauf konservativer, dividendenstarker Aktien begrenzen, da diese weniger als der breite Markt schwanken. Auf der Rentenseite mindern Papiere höchster Bonität die Ausfall- und damit die Verlustrisiken. Schließlich lassen sich durch eine reine Fokussierung auf den Euroraum ungewünschte Währungsrisiken ausschließen.

Fazit
Die finanzielle Repression hat zu einem echten Paradigmenwechsel geführt: Nicht mehr reine Rentenportfolien, sondern vermögenserhaltende Investmentstrategien, die aktiv die bestehenden Risiken managen, gewährleisten das höchste Maß an Sicherheit.

Über Andreas Weiß:

Andreas Weiß

Andreas Weiß ist seit 2006 Fondsmanager und Abteilungsdirektor bei Hauck & Aufhäuser. Dort ist er für den Bereich Mischfonds sowie für das Management von 14 Fondsmandaten verantwortlich. Weiß startete seine Karriere 1997 als Mitarbeiter im Research bei der Bayerischen Vereinsbank und arbeitete anschließend als Wertpapieranalyst bei der Baader Wertpapierhandelsbank. Im Jahr 2001 wechselte der 43-Jährige zu Hauck & Aufhäuser, wo er zunächst als Wertpapieranalyst, dann als Aktien-Fondsmanager und Prokurist tätig war. Er ist Fondsmanager des H&A Rendite Plus.

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