Aktien Update – Deutsche Euroshop AG

Die Deutsche Euroshop AG (akt. Kurs 45,83 EUR, WKN 748020) hat 2014 nach vorläufigen Zahlen ein Rekordjahr verbucht. Der Umsatz stieg um 6,8 % auf 200,8 Mio. EUR. Das Finanzergebnis fiel um 5,7 Mio. EUR auf -39,8 Mio. EUR, da im Vorjahr der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Anteile an der Galeria Dominikanska in Höhe von 15,8 Mio. EUR das Ergebnis einmalig positiv beeinflusste. Das Bewertungsergebnis verbesserte sich um 21 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (56,0 Mio. EUR) auf 77,0 Mio. EUR. Im Durchschnitt wurden die Konzernimmobilien um 3,0 % aufgewertet. Zum 31. Dezember 2014 ergab sich ein Net Asset Value (NAV) von 1,79 Mrd. EUR (+8,4 %), das entspricht rund 33 EUR je Aktie.

Der Gewinn je Aktie lag bei 3,29 EUR gegenüber 3,17 EUR im Vorjahr. Davon entfielen 1,84 EUR (2013: 1,74 EUR) auf das operative Geschäft und 1,32 EUR auf das Bewertungsergebnis. Die Funds from Operations (FFO) erhöhten sich um 7,6 % auf 120,5 Mio. EUR, ca. 2,23 EUR je Aktie (2013: 2,08 EUR).

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SI-Kommentar:

Vor einigen Jahren, die älteren Marktteilnehmer können sich bestimmt noch erinnern, gab es Immobilienaktien zumeist mit einem netten Discount auf den NAV. Wenn, wie aktuell, Sicherheit und stabile Erträge gesucht werden, wendet sich das Blatt. Nun muss ein Aufschlag bezahlt werden. Der fällt bei Deutsche Euroshop mit gut 10 EUR je Aktie spürbar aus. Die Anleger halten dies derzeit für angemessen, denn der Kurs legte nach Bekanntgabe der Zahlen weiter zu, obschon das Management einen sehr verhaltenen Ausblick gab. Nach dem Wachstum der vergangenen Jahre wird mit geringen Steigerungsraten zwischen 2 und 3% bei FFO und Ergebnis kalkuliert.

Errechnet man mit Hilfe des bei Immobilienwerten aussagekräftigen Ergebnisses der FFO ein KGV, ergibt sich bei Deutsche Euroshop ein Wert von 20,1 für das laufende Jahr und 19,3 für 2016 (am oberen Ende der Prognose). Dem steht bei einer Dividende von 1,30 EUR eine Dividendenrendite von rund 2,9% gegenüber. Die Zahlen zeigen: Sicherheit und Visibilität werden heute teuer bezahlt. Zu beachten ist bei aller Solidität des Geschäftsmodells und Expertise des Managements: Durch das mittlerweile erreichte Bewertungsniveau der Immobilien baut sich naturgemäß ein Rückschlagpotenzial auf. Daneben reagieren Immobilienaktien besonders sensibel auf Zinssteigerungen.

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