Aktien Update – Manz AG

Die Manz AG (aktueller Kurs 93,10 EUR; WKN A0JQ5U), Spezial-Maschinenbauer in den Bereichen „Electronics“, „Solar“ und „Energy Storage“, ist sehr mäßig ins Geschäftsjahr gestartet. Im Marketingsprech heißt das dann so: „Erwartungsgemäß war der Start ins Jahr 2015 maßgeblich geprägt durch die Volatilität und den zyklischen Charakter der Wachstumsmärkte auf denen die Manz AG aktiv ist.“ Abgesehen vom Interpunktionsfehler des fehlenden Kommas: Die niedrigen Auftragseingänge aus dem Schlussquartal 2014 wirkten schlicht nach.

Konkret heißt dies: Die Umsätze im ersten Quartal 2015 lagen mit 54 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (2014: 54,2 Mio. EUR), das EBIT brach auf -9,4 Mio. EUR nach -5,7 Mio. EUR im Vorjahr ein. Die Verschiebung einiger Großaufträge sei dafür verantwortlich, so das Unternehmen. Diese jetzt fehlenden Umsätze und Ergebnisbeiträge würden die weiteren Quartale beflügeln. „Angesichts eines Auftragsbestands von derzeit rund 92 Mio. EUR sind wir daher für das Gesamtjahr unverändert zuversichtlich. Nicht nur die Auftragssituation im Geschäftsbereich Energy Storage entwickelt sich sehr dynamisch. Auch in unseren strategischen Zielbranchen Electronics und Solar sehen wir kurzfristig großes Potential für weiteres Wachstum,“ wird Vorstand Dieter Manz zitiert.

Nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung Ende April verfügt Manz über liquide Mittel in Höhe von 62 Mio. EUR. Die Prognose 2015 mit Umsatz zwischen 320 und 340 Mio. EUR bei einem deutlich positiven EBIT bestätigt das Unternehmen ausdrücklich.

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SI-Kommentar:

Die Manz AG ist ein schönes Beispiel dafür, dass an der Börse Zukunft gehandelt wird. Denn in den vergangenen vier Jahren hat Manz jeweils die Gewinnschwelle verfehlt und vor allem 2014 mit einem Ergebnis pro Aktie von -7,75 EUR nicht gerade überzeugt. Dennoch verdoppelte dich der Kurs in den vergangenen Wochen auf 92 EUR. Immerhin darf angesichts des Ergebnisses 2014 davon ausgegangen werden, dass alle bilanziellen Leichen aus dem Keller geräumt worden sind. Für das laufende Jahr gehen Anleger derzeit davon aus, dass nach 54 Mio. EUR Umsatz im Startquartal noch bis zu 286 Mio. EUR, also 95 Mio. EUR in jedem der kommenden drei Quartale, umgesetzt werden. Das bedeutet zudem, dass für diese drei Quartale zeitnah noch umsatzwirksame Aufträge in Höhe von 200 Mio. EUR abgeschlossen werden müssen.

Da hat sich die Manz AG also einiges vorgenommen, das Erreichen eines positiven EBIT auf Jahressicht erscheint da noch das geringste Problem. Angesichts dieser Dimensionen erübrigt es sich, über ein mögliches Ergebnis pro Aktie zu spekulieren, zumal die steuerlichen Gegebenheiten kaum zu antizipieren sind. Nach der Kapitalerhöhung gibt es 5,42 Mio. Stücke, schon eine geringe Umsatzrendite ergibt da ansehnliche Gewinne pro Aktie. Phantasie hat der Wert durch die Fähigkeit der Manz AG, zeitnah attraktive Technikfelder maschinenbauseitig zu besetzen. Nach Display und Photovoltaik wird nun die Batterietechnologie genannt. Dennoch scheint der Kurs mit einem Börsenwert von mehr als 500 Mio. EUR (ein KUV von 1,7 bezogen auf den Umsatz 2014 und 1,5 auf den erwarteten Umsatz von 2015) angesichts der bisherigen Ertragsschwäche zu weit vorausgeeilt, so dass im Moment kein Handlungsbedarf besteht.

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