Löcher in der Matrix – Umparken im Kopf

„Die seltsame Logik hinter einem Opel-Verkauf“ (spiegel.de, 14.2.2017)

Opel, für viele Autofahrer noch immer die Marke mit dem Wackeldackel auf der Hutablage, soll verkauft werden. Nach Jahrzehnten unter dem Dach von General Motors, nach einer nicht enden wollenden Reihe von Verlustjahren. Ausgerechnet jetzt! In einer Phase, in der ein ausgeglichenes Ergebnis oder gar ein Gewinn in Reichweite scheint, die Modellpalette wieder einen konkurrenzfähigen Eindruck hinterlässt und überhaupt ein Umparken im Kopf vieler Verbraucher eingesetzt hat.

Von seltsamer Logik ist in den Medien nun die Rede, und manchem Beobachter dünkt die Strategie als vorauseilender Gehorsam im Sinne der America first-Doktrin: Das GM-Management wolle sich zu Hause in Detroit nicht damit vorführen lassen, dass man nicht nur im Ausland produziere, sondern diese Produktion auch noch mit Gewinnen vom USA-Markt subventioniert.

Verkaufen freilich funktioniert anders, an der Börse gibt es dazu natürlich den passenden Spruch: Sell on good news. Mal abgesehen davon, dass GM in den vergangenen Jahren mit der Bewältigung der Insolvenz andere Sorgen hatte als Opel zu verkaufen: Wie hätte denn ein Verkauf bislang funktionieren sollen, wer will schon einen Autoproduzenten kaufen, dessen Autos kaum jemand haben will? Erst jetzt ergibt sich überhaupt die Chance, Opel zu veräußern.

Für die Verhandlungen mit Peugeot heißt das: Bitte Umparken im Kopf. Nicht trotz des jüngsten zarten Aufschwungs der Marke Opel gibt es die Verkaufsgespräche, sondern wegen. Das ist keine seltsame Logik, sondern gängige Praxis wenn es darum geht, Unternehmen oder Teile von ihnen zu verkaufen.

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