Aktien-Update – QSC AG

Die QSC AG (WKN 513700/ akt. Kurs 1,79 EUR) ist im ersten Quartal hauchdünn in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Umsatz beläuft sich auf 88,7 Mio. EUR nach 98,9 Mio. EUR im Vorjahr. Die Ertragskennzahlen verbesserten sich infolge des 2016 aufgesetzten Sparprogramms trotz herben Umsatzrückgangs:  Das EBIT legte um 2 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR und das EBITDA um 0,8 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR zu. Die EBITDA-Marge stieg um 2 Prozentpunkte auf 12%. „QSC profitierte insbesondere von der Konzentration auf die zukunftsträchtigen Geschäftsfelder Cloud, Consulting und TK für Firmenkunden sowie von einer schlankeren Kostenbasis. Die höhere Ertragskraft sowie moderate Investitionen führten im ersten Quartal 2017 zu einer deutlichen Verbesserung des Free Cashflows auf 3,6 Mio. EUR nach -0,8 Mio. EUR im Vorjahr“, teilte das Unternehmen ad-hoc mit.

Gamechanger war der Cloud-Umsatz, der im ersten Quartal 2017 um 117% auf 5,2 Mio. EUR. anzog. QSC steigerte zudem den Umsatz im Consulting (+7%) und im TK-Geschäft mit Firmenkunden (+3%). „Im traditionellen Outsourcing (-17%) sowie im konventionellen TK-Geschäft mit Wiederverkäufern (-28%) blieben die Umsätze dagegen erwartungsgemäß deutlich unter dem Vorjahresniveau; allein die verschärfte Regulierung schmälert 2017 den TK-Umsatz mit Wiederverkäufern pro Quartal um knapp 4 Mio. EUR“, heißt es dazu.

Die Prognose für 2017 wurde bekräftigt. Insgesamt erwartet QSC für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 355 bis 365 Mio. EUR, „da auch in den kommenden Quartalen mit weiteren Umsatzrückgängen im TK-Geschäft mit Wiederverkäufern und im traditionellen Outsourcing zu rechnen ist.“ Ungeachtet dieser Entwicklung erwartet das Unternehmen ein EBITDA von 36 bis 40 Mio. EUR.

Link zur Meldung

SI-Kommentar:

Eines muss man QSC in jedem Fall lassen: Bei der Identifizierung und Erschließung neuer Angebote ist das Unternehmen ausgesprochen findig und flexibel. Jetzt heißt es also „Digitalisierer des Mittelstandes“, womit man sich das Megathema Industrie 4.0 zu eigen macht. Die vernetzte Produktion, das Internet of Things, cyberphysische Systeme – die Schlagworte sind bekannt. Logisch, dass angesichts der bröckelnden Einnahmen im bisherigen Kerngeschäft neue Einnahmequellen gesucht werden.

Die Transformation freilich kostet Umsatz. Die Guidance zeigt, dass QSC auch selbst erwartet, im angestammten Bereich schneller Umsatz zu verlieren, als neue Bereiche urbar gemacht werden können. Die Range von 355 bis 365 Mio. EUR bedeutet einen Umsatzrückgang zwischen 20 und 30 Mio. EUR. Das Ergebnis des ersten Quartals beträgt 0,6 Mio. EUR, was angesichts von 124 Mio. ausstehenden Aktien nicht wirklich prickelt. Es kann besser werden, wenn die margenstärkeren Geschäftszweige tatsächlich weiter wachsen. Die genannten eindrucksvollen Wachstumsraten basieren allerdings auf geringer Basis und können so nicht hochgerechnet werden.

Investoren, die auf Dividende Wert legen, dürften von den avisierten 3 Cent pro Aktie für 2016 ebenfalls nicht angelockt werden, so dass in Ruhe abgewartet werden kann: Sollte QSC in den kommenden Quartalen tatsächlich margenstark vorankommen, den – einstweilen zögerlichen – Mittelstand zu digitalisieren, könnte die Aktie wieder interessant werden. Der Kurssprung am Montag um 10% nach der Rückkehr in die schwarzen Zahlen erscheint als zu optimistisch.

⇐ Zum letzten Aktien-Update   ⇒ Zum nächsten Aktien-Update