FU Fonds – Multi Asset Fonds

Volker Schilling
Style-Shifts

Value, Growth, Quality oder taktische Macro-Plays? Der FU Multi Asset Fonds bietet alles in einem Produkt. Die Vergangenheit zeigt, dass jeder Anlagestil in gewissen Marktphasen den anderen überlegen ist und diese entsprechend outperformt. Doch diese sogenannten „Style-Shifts“ zu timen, ist relativ schwierig bis unmöglich. Was liegt also näher, als Anlagestile mit austarierten Style-Quoten zu mischen? Genau dies ist der Ansatz des aktienorientierten (mind. 60% Aktienquote), breit diversifizierten Multi-Asset-Fonds der Heemann Vermögensverwaltung.

Dadurch soll langfristig eine zweistellige Performance mit einer möglichst einstelligen Volatilität erreicht werden. Über fünf Jahre zeigen die Kennziffern per Ende April zwar ein umgekehrtes Bild, nämlich eine zweistellige Volatilität (10,4%) und eine einstellige Rendite (8,7% p.a.), doch über die Zeiträume von einem Jahr bzw. drei Jahren nimmt die Volatilität bei gleichzeitig anziehender Performance ab. Der maximale Drawdown auf Fünfjahressicht liegt bei 13,4%.

Indikatoren weisen den Weg

Mithilfe mehrerer Indikatoren werden Timing-Signale ausgewertet und Einzelwerte gescreent. So gibt es beispielsweise Signalgeber zur Identifizierung der Situation am Gesamtmarkt. Diese werden genutzt, um höhere Risiken am Markt zu identifizieren, die ein Drehen eines positiven Trends wahrscheinlicher werden lassen. Wenn mehrere der Indikatoren erhöhte Risiken anzeigen, wird langsam mit einer Absicherung oder einem Abbau von Positionen begonnen. Über Indikatoren werden auch neue Aktienwerte
gefiltert, die ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis bieten. Diese Namen werden dann manuell hinsichtlich der handelnden Personen der Unternehmen und der derzeitigen Rolle der Aktie am Markt analysiert. Das Momentum ist bei der Entscheidungsfindung essenziell, der Markt muss quasi die Aktienauswahl bestätigen.

Für jeden Titel gibt es eine klar definierte Verlustschwelle, dies wurde nach 2011 modifiziert. In diesem Jahr hat man sich zu spät von asiatischen Aktien getrennt. Daraus resultierte der bisher größte Verlust innerhalb eines Kalenderjahres von etwas mehr als 15%. Damals wurden noch andere Tools genutzt, die aufgrund des Drawdowns verbessert oder ausgetauscht wurden. Auch nach oben gibt es einen definierten Zielkurs, bei dem Gewinne gegebenenfalls realisiert werden. Da derzeit insbesondere im Small- und Mid-Cap-Bereich günstig bewertete Aktien zu finden sind, besteht das Portfolio aus eher kleineren Unternehmen. Bei Kauf eines Wertes liegt die Gewichtung unter 1%, so kommt es zu einem Portfolio mit derzeit 123 Einzelaktien. Im April konnte der Fonds weiter zulegen, denn die Timing-Modelle gaben grünes Licht, und so lag der Investitionsgrad bei über 90% ohne Absicherung. Und auch für den Wonnemonat Mai zeigen die Signale noch keine Störfeuer an.

Fazit

Die ausgewogene Portfoliomischung aus Value, Growth, Zykliker etc. hat sich bezahlt gemacht. Die Ergebnisse stimmen, der Ansatz einer breiten Diversifikation klingt einleuchtend und die softwarebasierten Signale unterstützen das Timing. Insgesamt beste Voraussetzungen also, um in den nächsten Jahren irgendwann im Konzert der Großen mitzuspielen, vorausgesetzt, die positive Entwicklung wird in dieser Form fortgeschrieben.

 

Volker Schilling ist Gründer und Vorstand der Greiff capital management AG, einem unabhängigen Vermögensverwalter mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Als Bankkaufmann, zertifizierter Finanzplaner und Co-Autor des Börsenbriefes DER FONDS ANALYST ist er gefragter Referent zum ema Kapitalmärkte und Investmentfonds. Als Kapitalmarktstratege ist Schilling seit 1994 als Dozent an unterschiedlichen Akademien tätig.

Smart Investor 06/2017