Value im Crossover-Segment

Klaus Blaabjerg

Global-High-Yield-Bonds haben seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 von der enormen Liquiditätszuführung in das Finanzsystem profitiert. Anleger haben von den Maßnahmen der Zentralbanken deutlich profitiert. Diese erlebten den Fall der Spreads auf einen historisch niedrigen Stand. Man könnte argumentieren, dass das schnelle Geld nun verdient sei und für Anleger die günstigen Bedingungen der letzten Jahre beendet seien. Für uns weist jedoch wenig darauf hin, dass der Markt der globalen Hochzinsanleihen in den nächsten zwölf Monaten für erhöhte systemische Risiken anfällig sein wird.

Risiken im Blick

Dennoch sollten Anleger die Risiken dieses Marktes stärker im Auge behalten. Der Konkurs des US-Konzerns iHeart Anfang des Jahres zeigt, dass sowohl große als auch kleine Emittenten ausfallgefährdet bleiben. Der Zahlungsausfall von iHeart betraf Anleihen in Höhe von 16 Mrd. USD und wurde damit zum sechstgrößten in der Geschichte. Auch der Konkurs von Toys „R“ US zeigt die Anfälligkeit des US-Einzelhandelssektors für Strukturveränderungen.

Weniger attraktiv

Generell sind wir der Ansicht, dass der Hochzinsmarkt in den USA weniger attraktiv als in Europa oder den immer wichtiger werdenden Schwellenländern ist. Der US-Kreditzyklus ist weiter fortgeschritten als jener in Europa, die Kredite sind von geringerer Qualität, wodurch die Anfälligkeit für einen breiten Konjunkturrückgang steigt. Zudem gibt uns das Verhalten vieler US-Unternehmen Anlass zur Sorge. Wir sind der Meinung, dass das Bilanzmanagement von Unternehmen in Europa und den Schwellenländern eher konservativ ist. Während im letzten Jahr hochverzinsliche Anleihen stiegen, hat sich der Markt 2018 infolge der Zweifel am Kreditzyklus und einer höheren Volatilität abgekühlt. Nach einem Anstieg von 6% im Jahr 2017 verlor der BofAML Global High Yield Index in diesem Jahr bisher ca. 1%.

Übergewichtung hoher Kreditqualität

Unsere jüngste Betrachtung des Kreditzyklus passt gut zu unserer Übergewichtung einer hohen Kreditqualität. Mit einem durchschnittlichen BB-Rating im Fonds gegenüber B+ für den Index besitzen wir derzeit für unser Portfolio das höchste je erreichte Rating. In unserem High-Yield-Portfolio haben wir außerdem eine hohe Allokation in Investment-Grade-Anleihen (15%). Ein hohes Volumen an Krediten der Kategorie „Rising Stars“, Hochzinskredite, die sich auf ein Investment-Grade-Rating zubewegen oder in manchen Fällen schon eines besitzen, haben bereits zur Performance beigetragen.

Value im Crossover-Segment

Unsere Investoren fragen sich bereits, ob aus uns ein Crossover-Fonds geworden ist. Unsere Antwort: Als High-Yield-Manager finden wir den meisten Wert derzeit im Crossover-Segment. Unser übergreifendes Anlagethema für 2017 und 2018 war/ist der Verkauf des risikoreicheren Anteils unseres Portfolios, der Ankauf von Crossover-Bonds mit längerer Laufzeit und die Absicherung der Laufzeit auf Benchmarkniveau. Wir gehen davon aus, dass wir das Anlagethema beibehalten, solange das Crossover-Segment noch Value bietet und/oder wir einen Abschwung erleben, in dessen Folge wir gegebenenfalls Nebenwerte (Small Caps) und niedriger geratete Werte ins Portfolio nehmen.

 

Über Klaus Blaabjerg

Klaus Blaabjerg ist Chief Portfolio Manager im Absalon Capital Corporate Credit Team. Er verbrachte zunächst elf Jahre bei Sparinvest. Dort initiierte und managte Blaabjerg verschiedene globale Anlagestrategien. 2014 wechselte er mit drei Kollegen von Sparinvest zu Absalon Capital. Mittlerweile verantwortet das Team Assets in Höhe von 500 Mio. EUR. Morningstar hat nun auch sowohl den Absalon Global High Yield als auch den Emerging Markets Corportae Debt mit der Höchstbewertung von fünf Sternen ausgezeichnet. Damit schafft Klaus Blaabjerg ein Fünf-Sterne-Rating für alle in seiner beruflichen Laufbahn gemanagten Fonds – ein Muster an Beständigkeit.