Prévoir Perspectives

Analyse

Gastbeitrag von Patrick Wittek, Fonds Laden GmbH

 

Mehr Vola wagen
Der Prévoir Perspectives hat seinen Schwerpunkt auf Small- und Micro Caps aus Euroland und kann temporär höheren Schwankungen unterliegen als die Kurse von größer kapitalisierten Unternehmen – „aber was soll’s“, sagt sich der langjährig erfahrene und mehrfach ausgezeichnete Fondsmanager Armin Zinser. Er sieht Phasen erhöhter Volatilität eher als Chance denn als Risiko. „Volatilität kann auch positiv sein“, befindet der gebürtige Schwabe, der seinen Lebensmittelpunkt in Paris hat, mit Deutschland aber eng verbunden ist. So ist es nicht verwunderlich, dass der Anteil börsengelisteter Titel aus Deutschland rund 60% beträgt. Deutschlands Wirtschaft ist vom Mittelstand geprägt; ein Fonds mit Ausrichtung auf dieses Marktsegment wird hier am ehesten fündig. Und wie passt das mit dem gewählten Vergleichsindex zusammen, dem CAC All Tradable, der französische Aktien umfasst? Ganz einfach: Etwa 80% der Investoren kommen aus Frankreich. Diese wünschen sich als Messlatte einen Index, den sie kennen und der die französische Wirtschaft abbildet.

Familiengeführt und wachstumsstark
Zinsers Devise lautet, stets in familiengeführte Unternehmen zu investieren. Weitere Kriterien für eine Aufnahme in den Fonds sind die Qualität des Geschäftsmodells, Wachstumsperspektiven und ein gutes Management, das dauerhaft Werte schafft. Zudem sollten die Geschäftsaktivitäten und der daraus erzielte Umsatz exportorientiert sein. IT-Werte dominieren mit 45% aktuell das Portfolio. Dagegen wird auf den Automobilsektor derzeit gänzlich verzichtet; Banken und viele Finanztitel sind grundsätzlich ausgeschlossen. Aufgrund des schwierigen Fahrwassers an den europäischen Märkten und des Abflauens eines fiskalischen Nachfragestimulus in Frankreich wurde das Fondsportfolio zuletzt stärker zugunsten von Unternehmen mit höherer Marktkapitalisierung umstrukturiert. So ist es zu erklären, dass sich Wirecard als größter Titel im Portfolio befindet. „Wirecard steckt noch in der ‚Pubertätsphase‘ und birgt großes Potenzial für die Zukunft“, sagt Zinser. Als typischer Small Cap ist DATAGROUP zu nennen, ein deutscher IT-Service- und Clouddienstleister. Seit dem Kauf vor sieben Jahren hat sich der Aktienkurs verzehnfacht.

TINA aus Paris
Vor dem Hintergrund eines eher längerfristigen Anlagehorizonts werden Gewinne laufen gelassen und Verluste möglichst schnell eliminiert. Generell wird für jede im Fonds gehaltene Aktie auf Sicht von 18 bis 24 Monaten eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt von 15% angestrebt. Je nach Überzeugungsgrad betragen die Positionsgrößen bis zu 7%. Mit 50 bis 65 Einzeltiteln ist der Fonds ausreichend diversifiziert. Small- und Micro Caps sind naturgemäß weniger liquide als Large Caps. Für den Fall, dass es zu Liquiditätsengpässen im Zusammenhang mit größeren Mittelabflüssen kommt, kann Zinser zur Überbrückung auf Gelder der Gruppe Prévoir zurückgreifen. Fondsanteile können, zum Schutze der bestehenden Anleger, nur wöchentlich gehandelt werden. „Abwehrkonditionen“ von 3% Kosten p.a. sollen kurzfristig orientierte Anleger von Investments abhalten. Der Prévoir Perspectives belegt im Performance-Ranking über drei und fünf Jahre jeweils den ersten Platz. Zinser ist absolut überzeugt von seiner Aktienauswahl: „Ich habe ein ‚TINA-Portfolio‘: There Is No Alternative!“

 

Über Patrick Wittek
Patrick Wittek ist seit vielen Jahren im Finanzgeschäft tätig. Nach unterschiedlichen Stationen in der Vermögensberatung kam er 2002 zum Fonds Laden (www.fonds-laden.de). Der zertifizierte Fondsberater (EAFP) und Hedgefonds-Advisor (EBS/BAI) ist Geschäftsstellenleiter mit den Schwerpunkten Fondsanalyse und Kundenberatung.