Minuszinsen vernichten Wohlstand

Kolumne

Immer mehr Sparer zahlen für ihre Geldanlage drauf. Mit rationalen Prinzipien ist dies nicht vereinbar, sondern es ist das Ergebnis staatlichen Zwangs. Jetzt ist auch noch unser Bargeld in Gefahr.

Würden Sie dauerhaft arbeiten und dafür auch noch Geld bezahlen? Würde ein Unternehmen seine Waren nicht nur verschenken, sondern den Kunden obendrein etwas dazuzahlen? Sicher nicht. Für Sparer ist jedoch genau dies traurige Realität, denn immer mehr Banken erheben Negativzinsen selbst für Privatkunden – oft bereits ab dem ersten Euro. Für Sparer wirkt dies wie eine Steuer auf Spareinlagen und Festgelder; durch die Zinsen im Minusbereich werden Anleger kalt enteignet, weil die Kaufkraft mit der Zeit deutlich abnimmt – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Zahlmeister Deutschland
Grund hierfür ist die weiterhin ungehemmte Ausgabewut insbesondere der südeuropäischen Eurostaaten. Bereits im Zuge der Rettung Griechenlands senkte die EZB die Zinsen auf ein bis dato unvorstellbares Niveau. Die Idee: Nur bei künstlich niedrigen Zinsen können verschuldete Länder weiterhin Fremdkapital aufnehmen und damit ihren Staatsbetrieb am Laufen halten. Doch statt diese Chance für dringend notwendige Strukturreformen zu nutzen, verschwendeten die Südländer das geliehene Kapital weiterhin für exzessiven Konsum. Letztendlich wird so das Geld redlicher Sparer zugunsten einer unverändert grassierenden Misswirtschaft in Südeuropa umverteilt, und als größtes wie auch wirtschaftlich stärkstes Land der EU zahlen die Bürger in Deutschland den Hauptanteil.

Eingeschränkter Bargeldverkehr
Doch was passiert, wenn wir das nächste Mal in eine Rezession abrutschen? In vergangenen Wirtschaftszyklen senkte die Zentralbank in solchen Fällen deutlich die Leitzinsen, oft um rund fünf Prozentpunkte. Vom jetzigen Stand ausgehend würde dies ein Zinsniveau von -6% innerhalb der EU bedeuten. Um diesem Wertverlust zu entgehen, würden die Bürger auf Bargeld ausweichen, und das wissen auch die Politiker. Daher sorgen sie vor – allerdings auf ihre eigene Weise. Schon jetzt wird der Bargeldverkehr sukzessive eingeschränkt: Die 500-EUR-Note wurde abgeschafft, in manchen Staaten können Geschäfte nur noch in geringem Umfang mit Barzahlung beglichen werden. Darüber hinaus darf Gold seit Anfang dieses Jahres in Deutschland nur noch bis zum Wert von 2.000 EUR ohne Angabe der Personalien gekauft werden. Dies erschwert den Zugang zu einer sicheren Anlageklasse außerhalb des Festgeldkontos. Klar ist: Die Bargeldeinschränkung – sowie ein mögliches späteres Bargeldverbot – ist der Vorbote noch höherer Minuszinsen. Zudem bietet Kontogeld den Regierungen die Möglichkeit, Daten und Guthaben der Bürger lückenlos zu überwachen – und, falls nötig, durch Steuern und andere Zwangsmaßnahmen darauf zuzugreifen, um die eigenen Schulden zu finanzieren.

Fazit
Mein Rat an Sparer lautet daher: raus aus Anlagen in Geldkapital und rein in Anlagen in Sachkapital. Hierfür bieten sich insbesondere Aktien von Unternehmen außerhalb der von Staatsschulden besonders belasteten EU an, z.B. in der Schweiz oder in Norwegen. Denn im Gegensatz zu überbewerteten Immobilien lassen sich hier noch zahlreiche Titel finden, die sowohl günstig bewertet sind als auch interessante Renditemöglichkeiten bieten und dies mit den Vorteilen langfristig stabiler Währungen verbinden.

 

Die SCHMITZ & PARTNER AG – Privates Depotmanagement mit Sitz im Tessin, Schweiz, wurde 1997 zur individuellen Betreuung im Vermögensverwaltungsbereich gegründet. Sie arbeitet partnerschaftlich mit der 2005 ebenfalls von Dr. Holger Schmitz gegründeten Schmitz & Cie. GmbH – Individuelle Fondsberatung mit Sitz in München zusammen. Dr. Schmitz ist bereits seit 1988 in der Vermögensverwaltung tätig und hatte mehrere Jahre bei der FIDUKA Depotverwaltung mit Börsenlegende André Kostolany zusammengearbeitet, bevor er sich 1993 selbstständig machte. Neben der individuellen Beratung und dem persönlichen Depotmanagement erhalten Kunden durch die Kooperation mit der Schmitz & Partner AG – Privates Depotmanagement die Möglichkeit, in zwei sich ergänzende Vermögensverwaltungsfonds zu investieren: den Schmitz & Partner Global Offensiv sowie den Schmitz & Partner Global Defensiv.