Gut fürs Klima

Christian Rom

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Kolumne II

Gastbeitrag von Christian Rom, DNB Asset Management

In unentdeckte Bereiche investieren
Um 23% auf 269,3 Mrd. EUR legten nachhaltige Geldanlagen in Deutschland im vergangenen Jahr zu (FNG-Marktbericht 6/2020). Allerdings sind dies immer noch lediglich 5,4% am Gesamtfondsmarkt. Dabei gibt es neben den bekannten Bereichen wie erneuerbare Energien bisher wenig beachtete Sektoren, die für Investoren in einem dynamischen Anlageuniversum zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein Beispiel, das gleichzeitig unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft vermehrt in den Fokus rückt, ist die Abfallwirtschaft. Abfall ist jährlich für 1,6 Mrd. Tonnen CO2 verantwortlich, was rund 5% der weltweiten Emissionen entspricht. Ein besseres Verständnis für dieses Geschäftsfeld dürfte sich als Treiber für eine Neubewertung dieses Sektors erweisen, zumal sich hohe Markteintrittsbarrieren positiv auf die Performance und die Preismultiplikatoren auswirken. Aussichtsreich erscheint vor diesem Hintergrund beispielsweise die Renewable Energy Group, die als größter Produzent von Biokraftstoffen in den USA Biodiesel aus Altspeisefett, Maiskeimöl und tierischen Fetten herstellt. Jedes Fass erneuerbaren Diesels ersetzt fast ein volles Barrel Diesel auf fossiler Basis, das mit ca. 0,4 Tonnen Kohlenstoffausstoß verbunden ist.

Ökoproblem Zement
Wenig bekannt in puncto CO2-Verursachung ist auch die Rolle der Zementindustrie. Diese Branche verursacht bis zu 7% der weltweiten Treibhausgasemissionen – mehr als doppelt so viel wie der Luftverkehr vor der Corona-Krise. Die französische Firma Ciments Hoffmann hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das die Emissionen gegenüber der konventionellen Herstellung um rund 80% reduziert, ohne die Produkteigenschaften zu beeinträchtigen. Insbesondere der Wind- und der Solarsektor leisten einen starken Beitrag zu potenziell vermeidbaren Emissionen. Es mag jedoch überraschen, dass der Werkstoffsektor, der bisher nicht die gleiche ESG-Förderung wie andere Bereiche erhalten hat, nur knapp dahinter rangiert. Aufgrund der Kohlenstoffintensität der Materialproduktion waren Unternehmen innerhalb des Sektors nicht unbedingt ein offensichtlicher Fokus für umweltbewusste Investoren. Ein positives aktuelles Beispiel ist die niederländische AMG Advanced Metallurgical Group. Das Unternehmen erhöht derzeit deutlich seine Exponierung gegenüber Vanadium-recycling aus verbrauchten Raffineriekatalysatoren und nachgelagerten Lithiumbetrieben; dies wird in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum antreiben.

Emissionseinsparungen
Die Themen im Umweltbereich wandeln sich beständig; momentan sind Emissionen das große Sorgenkind. Investoren sollten allerdings einen längerfristigen Blick haben. Investments in die Unternehmen, die Technologien oder Materialien entwickeln, die zur Reduzierung beitragen, sollten im Vordergrund stehen, auch wenn sie womöglich selbst Emissionen erzeugen.

Christian Rom ist seit August Lead Portfolio Manager des DNB Fund Renewable Energy. Er ist bereits seit 2010 bei DNB Asset Management tätig und war seitdem an der strategischen Ausrichtung und dem Management der Renewable-Energy-Strategie von DNB beteiligt. Der Betriebswirt und Masterabsolvent der Norwegian School of Management war zuvor bei Carnegie Securities als Sell-Side Equity Analyst tätig. Schon dort hatte er sich auf das Feld der erneuerbaren Energien spezialisiert. DNB Asset Management hat zusammen mit dem unabhängigen Institut ISS-ESG erstmals einen Bericht erstellt, der aufzeigt, wie viel Emission für ein Investment von 1 Mio. EUR vermieden wurde.

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