Leserbriefe September 2020

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Über Viren, Fichten und Sozialisten

?  Ein Virus geht um …
Liebe Leute, seit Wochen ist eine besorgniserregende Entwicklung im Gange. Es ist ein neuartiges Virus ausgebrochen, das sogenannte Veritas-Virus. Am besten bleibt Ihr zu Hause und vermeidet soziale Kontakte. Besonders gefährlich ist es, die von der Querdenken-Bewegung organisierten Demonstrationen zu besuchen. Da muss man schon eine starke „Abwehr“ haben, um dort nicht mit dem Virus infiziert zu werden. Aber nicht nur über persönliche Kontakte überträgt sich das Virus: Sehr gefährlich sind auch die sozialen Medien, insbesondere einige Kanäle auf YouTube oder Telegram. Am besten, Ihr informiert Euch nur noch über ARD und ZDF, da seid Ihr ziemlich sicher, dass Ihr nicht mit dem Veritas-Virus infiziert werdet. Hin und wieder gibt es mal den einen oder anderen Staatsdiener oder Prominenten, der absichtlich das Virus verbreiten will. Aber die staatlichen Organe arbeiten zuverlässig und schicken diese Personen nicht selten in eine lebenslange „Quarantäne“. Seid auch vorsichtig bei Euren Freunden. Manche haben sich schon angesteckt. Vermeidet hier unbedingt jeglichen Kontakt. Ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass durch das harte Durchgreifen der Regierung der Veritas-Virus nicht zu einer Pandemie wird. Wer doch Angst hat, infiziert zu werden, sollte diese besser nicht mit einem Glas Wein betäuben. Schon die Lateiner wussten: „In vino veritas.“

Klaus Küstenmann

SI:  Ausgezeichnet!

Smart Investor 8/2020

?  Bitte keine Sozialisten!
Smart Investor gilt doch als „Austrian-affin“. Ich wundere mich daher, dass Sie so viele „merkwürdige“ Leute zu Wort kommen lassen, die mit der Österreichischen Schule offensichtlich doch nichts zu tun haben – etwa einen Max Otte, den manche wohl sogar als Sozialisten betiteln würden und der zudem mit seinen Prognosen höchst selten trifft. Gleichzeitig gibt es einige gute Klassisch-Liberale mit gutem Ruf und treffenden Prognosen, die bei Ihnen wenig oder nicht vorkommen. Können Sie mir das erklären?

Thomas Merk

SI:  Smart Investor ist ein allgemeines Börsenmagazin, welches sich in der Tat bei den selbst verfassten Artikeln an den klassischen liberalen Grundsätzen, also der Lehre der Österreichische Schule, orientiert – das heißt aber nicht, dass wir nicht auch Menschen interviewen, die damit nichts am Hut haben. Wir hatten z.B. schon einmal Sahra Wagenknecht (DIE LINKE) im Gespräch. Prof. Dr. Max Otte als Sozialisten zu bezeichnen würde wohl nur Anarchokapitalisten wie Murray Rothbard oder Hans-Hermann Hoppe einfallen. Prof. Dr. Otte selbst bezeichnet sich selbst als Ordoliberalen. Wir verstehen uns in erster Linie als Journalisten und nicht als PR-Agentur für irgendeine Denkrichtung, auch nicht für die Österreichische Schule. Und so wollen wir es auch handhaben: verschiedene Meinungen einholen, auch wenn sie nicht unbedingt mit unserer Hausmeinung übereinstimmen. Wie soll ein Erkenntnisgewinn stattfinden, wenn man immer nur Menschen befragt, die dasselbe denken wie man selbst? Auch den Ökonomen Dr. Daniel Stelter, den wir in dieser Ausgabe ab S. 59 interviewen, kann man wohl nicht als „Österreicher“ bezeichnen. Dennoch haben wir ihn befragt, und wir denken, dass daraus ein sehr interessantes Gespräch mit neuen Facetten geworden ist. Darüber hinaus freuen wir uns immer über Tipps aus der Leserschaft bzgl. neuer interessanter Interviewpartner.


?  Hinter die Fichte geführt
Die manchmal etwas radikalen Meinungen im Smart Investor teile ich nicht immer. Mit der Corona-Krise muss ich aber Abbitte leisten: Die Menschen werden offensichtlich mehr hinter die Fichte geführt, als ich mir das hätte vorstellen können. Mit der Corona-Thematik habe ich mich recht intensiv beschäftigt – die Wochenenden sind ja während des Shutdowns recht eintönig geworden, und ich hatte mehr Zeit, als mir lieb sein konnte. Die Analysen der Professoren Bhakdi, Ioannidis, Homburg, Haditsch oder von Dr. Schiffmann oder Dr. Wodarg machen einfach Sinn und sind – Stand heute – aus meiner Sicht richtig. Ich neige sehr zu der These von Prof. Homburg, dass die Politiker sich immer tiefer verstrickt haben und jetzt ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommen, wie 1914 … Den Weltkrieg wollte auch niemand.

Ich hoffe auf einen Stimmungswandel im Volk, wenngleich ich in den letzten Wochen schon ziemlich ernüchtert wurde. Auf meine harmlose Empfehlung, sich mal kritisch so etwas wie das Homburg-Interview anzusehen, wurde ich teilweise angefeindet; überwiegend wurden meine Hinweise ignoriert. Das wichtigste Thema in unserem Leben ermüdet die meisten Menschen und sie trotten der Politik hinterher. Nichts für ungut, ich bleibe weiterhin interessierter Leser und Abonnent des Smart Investor. Bleibt bissig!

Felix Schleicher

SI:  Die Zahl der „Aufgewachten“ wächst, wie man z.B. an der Großdemonstration am 1.8. in Berlin mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern sehen konnte. Allerdings werden die Mainstreammedien weiter in das Horn der Politik blasen, indem sie die kritischen Stimmen klein und schlecht schreiben (17.000 Demonstranten, viele Nazis usw.). Wir sind sehr gespannt, wie sie die vermutlich noch deutlich größere Demo in Berlin am 29.8. beschreiben werden …

? Furchtbares Timing
Ich musste bei Ihrem Artikel „Mühlsteine am Hals des Euro“ in der Ausgabe 8/2020 auf S. 20 schmunzeln: Das ist für Sie wohl etwas dumm gelaufen, denn just in dem Moment, in dem der Autor den Abgesang auf den Euro ankündigt, geht dieser in einen Megaanstieg über. Aber wir liegen ja alle mal daneben …

Friedrich Benz

SI:  Unseren Artikel interpretieren Sie unseres Erachtens falsch. Weder haben wir den Dollar noch sonst eine Bezugsgröße genannt. Es ging in diesem Artikel darum, dass die Gemeinschaftswährung – spätestens über den Umweg der Tourismusschädigung im Club Med – in absehbarer Zeit ihr Ende finden wird.

Das war aber eben nicht als Prognose für den Eurokurs zu sehen. Der Dollar hat zwar andere, aber eben auch massive Probleme – und Letztere werden vom Markt derzeit einfach als gravierender gesehen.

Schauen Sie sich einfach die aus unserer Sicht viel wichtigere Bezugsgröße Gold in Euro an. Das Edelmetall verzeichnete zuletzt in Euro einen deutlichen Anstieg (in Dollar natürlich noch mehr). Vor diesem Hintergrund scheint unser Artikel vom Timing her geradezu vorbildlich gewesen zu sein.


? Warum kein Platin?
Ich verfolge Ihr wikifolio und Ihr Musterdepot. Mich wundert, dass dabei das Edelmetall Platin trotz Ihrer Edelmetallaffinität dort keine Rolle spielt. Mir ist natürlich bewusst, dass es nicht nur als recht seltenes Edelmetall gesehen wird, sondern eher als Industriemetall, welches bei sinkendem Absatz von Dieselfahrzeugen nicht mehr so gebraucht wird. Dennoch ergeben sich durchaus auch in Zukunft wichtige Einsatzmöglichkeiten. Auch physisch bestehen trotz des Mehrwertsteuernachteils gegenüber Gold auch Vorteile: So gab es wohl historisch noch nie ein Platinverbot für private Anleger. Ist Platin für Sie kein attraktives Investment?

Norbert Henrich

SI:  Ja, wir haben eine klare Affinität zu Edelmetallen. Dass wir nicht in Platin investieren, hat mehrere Gründe. Es handelt sich um eine wirkliche Nische und es existieren kaum klassische Platinfirmen. Außerdem lag die Performance zuletzt hinter der von Gold etwas zurück. Die Musik spielt beim Gold und beim Silber – und deswegen konzentrieren wir uns auch darauf, womit nichts gegen ein Platininvestment gesagt werden soll.

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