Beteiligungsunternehmen und ihre Strategien

Gunter Burgbacher

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Kolumne

Gastbeitrag von Gunter Burgbacher, Greiff capital management AG und VVO Haberger AG

Börsennotierte Beteiligungsunternehmen in Form von Beteiligungsgesellschaften, Holdings und Mischkonzernen sind eine attraktive und unterrepräsentierte Anlage­klasse. Deren Geschäftsmodelle bestehen hauptsächlich darin, Investmentbeteiligungen an anderen eigenständigen Unternehmen zu erwerben oder Unternehmen komplett zu kaufen. Bei einem Renditepotenzial von über 15% p.a. in Zehnjahres­zeiträumen lohnt es, sich mit den ausschlaggebenden Erfolgsfaktoren dieser Anlageklasse näher zu beschäftigen. Einer dieser Faktoren ist die Vielfalt der Investmentstrategien, die sich oftmals überschneiden oder miteinander vermischen.

Value Investing
Das bekannteste Unternehmen in diesem Bereich ist Warren Buffetts Berkshire Hatha­way. Seine Investmentstrategie ist das „Value Investing“, dessen Ansatz auf Benjamin Graham zurückgeht. Ausgehend von seiner Ursprungsidee haben sich bis heute verschiedene Arten des Value Investing entwickelt. Zentraler Punkt dabei bleibt die Sicherheitsmarge, also die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem ­inneren Wert eines Unternehmens. Je weiter der Marktpreis unter dem inneren Wert liegt, desto höher ist die Sicherheitsmarge bei einer geplanten Investmentbeteiligung oder Akquisition.

Primäre Strategien: Buy and …
In der Regel kann man die Beteiligungsunternehmen auf Basis von deren ­getätigten oder angestrebten ­Investmentbeteiligungen und Akquisitionen einer primären Investmentstrategie zuordnen, denn diese können langfristig gehalten („Buy and Hold“, z.B. MBB SE), entwickelt und integriert („Buy and Build“, z.B. Thermo Fisher ­Scientific) oder nach einiger Zeit wieder veräußert werden („Buy and Sell“, z.B. HBM Healthcare Investments).

Weitere Ansätze im Blick
Andere Unternehmen fokussieren ­„Minder- und/oder Mehrheitsbeteiligungen“ (z.B. Sofina, Dell Technologies), ohne sich ­dabei auf eine der primären Investmentstrategien festzulegen. Weitere Ausprä­gungen sind „Sondersituationen“, (z.B. Scherzer) – diese finden sich bei Beteiligungsunternehmen aufgrund der Vielzahl von Tochtergesellschaften und Beteili­gungen, z.B. in Form von Übernahmen, Spin-offs, Squeeze-outs, Delistings oder sonstigen Kapital- oder Strukturmaß­nahmen. Bei der Strategie „Wachstums­orientierung“ (z.B. SoftBank) wird deutlich aggressiver und riskanter investiert, häufig ganz im Gegenteil zur Sicherheitsmarge im Value Investing. Das gilt auch bei der „Wachstumsfinanzierung“ bzw. Private-Equity-Finanzierung (z.B. Partners Group) mit dem vornehmlichen Zweck, das Risiko bei Geschäftsneu­gründungen (Start-ups) mitzutragen oder die Neuordnung (Restrukturierung, oft mit dem Ziel eines Börsengangs) eines Unter­nehmens zu finanzieren. Äußerst spannend sind auch branchenspezifische Investmentstrategien wie „Royalty and Streaming“ (z.B. Franco Nevada): Diese Art von Unternehmen investiert vorwiegend in Aktienbeteiligungen und ­Projekte in den Bereichen Rohstoffe, erneuerbare Energien oder auch Pharma und erzielt vor allem durch Lizenz- und ggf. Streamverein­barungen hohe Cashflows. Bei der Investi­tion in börsennotierte Beteiligungsunterneh­­­men erscheint eine Kombination von eini­gen der vorgestellten ­Investmentstrategien aus Diversifizierungssicht sinnvoll.

Zur Person
Gunter Burgbacher von der Greiff capital management AG und der VVO Haberger AG ist der Portfoliomanager und einer der Initiatoren des Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen (WKN: A2JQJC und A2PE00). Er ist seit 2003 Financial Consultant, zerti­fiziert nach: 34 c, d, f, i GewO und verfügt zusätzlich über eine langjährige Expertise im Anlagesegment für börsennotierte Beteiligungsunternehmen. Seit Januar 2019 ist er neben der VVO Haberger AG auch für die Greiff capital management AG tätig.

Der Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen ist ein international anlegender Investment­fonds, der zum ersten Mal ausschließlich in Aktien von börsennotierten Beteiligungs­gesellschaften, Holdings und ­Mischkonzernen investiert. Das Fondsmanagement selektiert die besten Investmentideen, gewichtet diese gleich, achtet darauf, Redundanzen zu vermei­den, und hält eine Cashposition für chancen­reiche Investments. Mit einer Kombination von 25 bis 40 Beteiligungsunternehmen hat der Aktienfonds Dachfondscharakter bei im Vergleich deutlich geringeren Kosten.

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