Nebenwertefokus

Foto: Milada Vigerova on Unsplash

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Inside

Auf der Suche nach erstklassigen Aktien aus der zweiten Reihe

Wachstumschancen bei den Kleinsten
Der Mandarine Europe Microcap (WKN: A2AQ7L) investiert mit mehr als 160 rela­tiv gleichgewichteten Titeln breit diversifiziert in europäische Unternehmen mit maximal 800 Mio. EUR Marktkapitalisie­rung. Das Anlageuniversum ist durch ­eine schwache Korrelation der Aktien untereinan­der und starke Ineffizienzen geprägt. Die Fondsmanager Augustin Lecoq und Marcelo Preto setzen auf GARP – Growth At a Reasonable Price. Nach einem quantitativen Screening wird eine qualitative Auswahl getroffen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Kontakt mit den Unternehmenslenkern. Bei einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Mrd. EUR wird konsequent verkauft. Verglichen mit der Peergroup* „Aktien Europa Nebenwerte“ mit einem Plus von 6,5% in drei Jahren erzielte der Fonds 13,2%.

Pragmatischer Ansatz
Armin Zinser managt den europäischen Nebenwertefonds Prévoir Perspectives (WKN: A1XCQU) über einen pragmatischen Investmentansatz jenseits von ­Value und Growth. Zu den Top-Holdings ­zählen aktuell der Anbieter von Krankenhaussoftware NEXUS, der Logistikimmobi­lien­­entwickler Argan und das Fintechunternehmen Hypoport. Details zur Denke des Fondsmanagers und dem ­Investmentansatz lesen Sie im Interview auf S. 60. Mit ­einem Plus von 13,7% in drei Jahren gelang ­eine deutliche Outperformance gegenüber der Peergroup „Aktien Euroland ­Nebenwerte“, die ein Minus von 1,3% verbuchte.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Der Alger Small Cap Focus (WKN: ­A2AEWR) setzt auf US-Aktien aus der zweiten Reihe, die ein starkes Wachstums­potenzial bieten. Fondsmanagerin Amy Zhang investiert benchmarkunabhängig mit einem mittel- bis langfristig ausgerichte­ten Anlagehorizont in rund 50 Titel. Ein Schwerpunkt des Fonds liegt auf den Sekto­ren Healthcare und Technologie. Zu den Top-Titeln zählen beispielsweise das Gentest­unternehmen Natera und Quidel Corpo­ration, ein Anbieter von diagnostischen Testlösungen. Die ­Vergleichsgruppe „Aktien USA Nebenwerte“ erzielte in drei Jahren 26,2%, der Fonds zog daran mit einem Plus von 90,9% deutlich vorbei.

Quality Growth
Eva Fornadi managt den Comgest Growth Europe Smaller Compa­nies (WKN: 631027). Das Portfolio, dem hauseigenen Quality-Growth-Investmentstil verpflichtet, ist mit aktuell 34 Titeln recht konzentriert. Bei der Titelauswahl müssen die Unternehmen u.a. in Sachen Eigenkapital­rendite und Gewinnmargen vergleichsweise hohe Hürden nehmen. Aktuell setzt Fornadi bei den Top-Holdings etwa auf den dänischen Hörgerätehersteller GN Store Nord und das irische Healthcareunternehmen ICON. Die Vergleichsgruppe „Aktien Europa mittelgroß“ erzielte in drei Jahren eine Performance von 10,8%, der Fonds brachte es auf 52,1%.

Regionaler Fokus
Fondsmanager Abhishek Thepade setzt im DNB Asian Small Cap (WKN: 986071) auf Nebenwerte aus asiatischen Ländern. Japan bleibt allerdings außen vor. Der Portfoliolenker betreibt eine aktive Aktienauswahl; besonders im Fokus stehen die Bewertung und die Wachstums­perspektiven der Titel. Aktuell ist er sehr stark in zykli­schen Konsumtiteln (58,3%) investiert, die unter den Top-Holdings beispielsweise von der chinesischen Sportartikelmarke Li Ning und dem Restaurantbetreiber und Lieferservice Jubilant FoodWorks aus Indien reprä­sentiert werden. Auf Sicht von drei Jahren hat der Fonds 0,8% erzielt; die Vergleichsgruppe „­Aktien Asien ohne Nebenwerte“ lag bei 3,1%.

Der FRAM Capital Skandinavien (WKN: A2DTLZ; +27,8% in drei Jahren) hat sich dagegen ganz den nordischen Aktien und dabei vor allem Nebenwerten aus Skandina­vien verschrieben. Portfoliomanager ­Florian Romacker sieht in der Stabilität der skandi­navischen Volkswirtschaften einen guten Nährboden für unternehmerisches Wachstum. Im Portfolio setzt er u.a. auf Marktführer in Nischen. Weitere Auswahlkriterien sind eine Unterbewertung der ­Aktien und die Fähigkeit der Konzerne zur Cashflowsteigerung. Aktuell ist der Fonds u.a. im norwegischen Solarkonzern Scatec ­Solar und dem schwedischen Finanzdienst­leister VNV Global investiert.

Dividenden und mehr
Der LOYS Premium Dividende (WKN: A2PUSG) ist kein reiner Nebenwertefonds; allerdings liegt bei der Aktienauswahl ein Schwerpunkt auf Small- und Mid Caps. Markus Herrmann investiert über einen umfangreichen analytischen Prozess, der weit mehr als die Entwicklung von Dividen­den berücksichtigt, in europäische Titel. Der Fonds wurde im Januar 2020 und ­damit wenige Wochen vor Ausbruch der Corona-Krise aufgelegt. Das Minus seit Auflegung beträgt 11,4%. Eine ­detaillierte Analyse des Fonds lesen Sie auf S. 33.

Nebenwerte-ETF
Das Anlageuniversum der Industrieländer­nebenwerte deckt der SPDR MSCI World Small Cap ETF (WKN: A1W56P) ab; Emerging Markets bleiben außen vor. Knapp 58% sind in den USA allokiert, mit deutlichem Abstand gefolgt von Japan mit 12% und Großbritannien mit knapp 7%. Mit über 3.200 Titeln ist der ETF äußerst breit gestreut. Zu den Top-Ten-Titeln, die jeweils gerade einmal mit 0,2% bis 0,26% gewichtet sind, zählen der US-amerikanische Anbieter von Swimmingpoolzubehör Pool Corp. und das irische Biopharmaunter­nehmen Horizon Therapeutics. Die Vergleichsgruppe „Aktien weltweit Nebenwerte“ erzielte in drei Jahren 14,6%, der ETF brachte es auf ein Plus von 16,2%.

Emerging Markets
Da sich globale Nebenwertefonds meist auf die Industrienationen konzentrieren, lohnt ein Blick auf reine Schwellenländer-Nebenwertefonds wie den JPM Emerging Markets Small Cap (WKN: A0M0KE), der von Amit Mehta und Austin Forey mit Erfolg gemanagt wird. Am höchsten ist aktuell Taiwan mit 21,6% im Portfolio gewich­tet, gefolgt von China mit 18% und Indien mit 16%. Der Ansatz zielt auf ­Titel mit herausragendem Management und der Fähigkeit, signifikante Marktanteile im jeweiligen Sektor zu gewinnen. Die Portfoliomanager suchen gezielt nach Markt­ineffizienzen bei Unternehmen, die kaum oder gar nicht von Analysten gecovert werden. Wesentlich sind Kontakte mit den Unternehmen vor Ort. Zu den größten Positionen zählen die chinesische Brauerei Chongqing und das taiwanesische IT-Unternehmen Advantech. Der Fonds erzielte in drei Jahren ein Plus von 11,9%, die Vergleichsgruppe „Aktien Schwellenländer Nebenwerte“ 1,9%.

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