Exchange-Traded Funds (ETFs)

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Inside

Breites Spektrum an Indexabbildern

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel
Ohne Zweifel galt die ETF-Branche über Jahre hinweg als erfolgsverwöhnt. Die ­Anlagegelder flossen, die Produktpalette ging in die Breite. Bei der Auflegung des einen oder anderen ETFs stellte sich ­gewiss auch die Frage nach der Sinn­haftigkeit. 2020 dürfte allerdings das Jahr werden, in dem so viele ETFs am ­­­­europäischen Markt geschlossen werden wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, als ­diese erstmals in Europa gehandelt wurden. Ursächlich für die Schließung sind u.a. mangelndes Anlegerinteresse und ­­damit fehlende Profitabilität – darauf weist das Researchhaus Refinitiv Lipper hin. Die Experten gehen davon aus, dass etwa 100 Mio. EUR Volu­men nötig sind, damit ein ETF für den Anbieter renta­bel ist.

Performance-Überflieger
Der iShares Global Clean Energy ETF (WKN: A0MW0M) gehört zu den Highflyern unter den Sektoren-ETFs. Das Produkt brachte für Euroanleger in drei ­Jahren 165,9%, die Vergleichsgruppe* „Aktienfonds Umwelt/Klima/Neue Energien Welt“ kam im selben Zeitraum auf 49,8%. Basis­wert dieses ETF ist der S&P Global Clean Energy Index, der die weltweit 30 ­größten Konzerne aus der Renewables-Branche abbil­det. Zu den Top-Holdings zählen der Brenn­stoffzellenhersteller Plug Power aus den USA sowie die Versorger Meridian Energy aus Neu­seeland und VERBUND aus Österreich.

Zukunftsmarkt Asien
Die neue Freihandelszone in Asien sowie das Seidenstraßen-Projekt sind nur zwei Gründe, warum Anleger an Asien kaum vorbeikommen. Der Xtrackers MSCI AC Asia ex Japan (WKN: DBX1AE) deckt so­wohl Schwellenländer als auch ­entwickelte Volkswirtschaften ab. Regional ist China mit Stand vom 30.9. im Index am ­­höchsten gewichtet (43,7%), gefolgt von Taiwan (14,2%) und Südkorea (13,6%). Zu den Top-­Holdings zählen der E-Commerce-Konzern Alibaba Group und der Internetgigant Ten­cent Holdings aus China sowie Taiwan Semiconductor. Auf Sicht von drei Jahren haben Euroanleger mit dem ETF 20,6% ver­dient; die ­Vergleichsgruppe „Aktienfonds All Cap Asien (ex Japan)“ erzielte 20,8%.

Value-Comeback?
In den vergangenen Wochen fand am ­Aktienmarkt eine Rotation statt. Anleger griffen bei Value-Titeln und zyklischen Aktien zu, die Corona-Gewinner an der Börse gaben teilweise ab. Von dieser ­Kurserholung profitierte auch der Deka ­STOXX Europe Strong Value ETF (WKN: ETFL04). Über definierte Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis, Dividendenrendite und Gewinnwachstum werden aus den STOXX-Europe-Total-Market-Style-Indi­zes 20 Titel ausgewählt, die den Value-Kri­terien am ausgeprägtesten entsprechen. Zu den am stärksten gewichteten Unternehmen im ETF gehören aktuell der norwegische Ölindustriedienstleister Aker ­Solutions, der Duty-free-Shop-Betreiber Dufry aus der Schweiz und der britische IT-Konzern Micro Focus International. Auf Sicht von drei Jahren erzielte der ETF 7,1%; die Peergroup „Aktien All Caps ­Europa“ dagegen erwirtschaftete 5,1%.

Short-ETFs
Mit Short-ETFs können Anleger Depots gegen Verluste absichern. So bildet beispielsweise der Lyxor ShortDAX Daily Inverse ETF (WKN: ETF004; -18,3% in drei Jahren) spiegelverkehrt die Entwicklung des deutschen Leitindex ab. ­Allerdings muss die Problematik der ­Pfadabhängigkeit beachtet werden. Das lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Verliert ein Index, der bei 100 Punkten notiert, an einem Tag 3%, sinkt er auf 97 Punkte, während ein entsprechender Short-Index-ETF auf 103 Punkte steigt. Am folgenden Tag legt der Index von 97 auf 100 Punkte zu. Das entspricht einem Anstieg von 3,09%. Der Short-­Index verliert von 103 Punkten 3,09% und notiert bei 99,82 Punkten. Per saldo hat sich der Index nicht bewegt – der Short-Index hat dagegen ein leichtes Minus verbucht. Bei längerer Haltedauer und einem Markt mit Seitwärtsbewegung schlagen die Folgen der Pfadabhängigkeit stärker durch. Die Kursentwicklung des Short-ETFs verläuft dann enttäuschend.

Wandelanleihen-ETF
Die Tatsache, dass mit Buy and Hold in den meisten Anleihesegmenten kaum noch etwas zu verdienen ist, ist mittlerweile ­eine Binsen­weisheit. Bei der Bewirtschaftung von Bond­portfolios haben daher aktive Manager in vie­len Fällen einen klaren Vorteil. ­Allerdings gibt es auch Highflyer bei den passiven Investments: So startete der SPDR Refini­tiv Global Convertible Bond EUR Hed­ged ETF (WKN: A2JE3J), der im Mai 2018 aufgelegt wurde, in den vergangenen 52 Wo­chen durch und ­erzielte ein Plus von 30,7%. Die ­Vergleichsgruppe „Rentenfonds Wandel­anleihen Welt Hartwährungen (Welt)“ ließ er damit weit ­hinter sich, diese kam auf 11,1%. Ein regionaler Schwerpunkt liegt mit über 54% in den USA. Rund ein Viertel der Emittenten stammt aus dem IT-Sektor.

Multi-Asset-Ansatz
Neben der reinen Abbildung von Indizes bietet die ETF-Industrie verstärkt Portfoliolösungen mit vermögensverwaltendem Ansatz. Damit soll auch der stärker werdenden Konkurrenz durch Robo-Advisors begegnet werden. Der ARERO-Weltfonds (WKN: DWS0R4), der einen Track ­Rekord seit 2008 aufweist, investiert über Indizes in einen festen Anteil von 60% Aktien, 25% Renten und 15% Rohstoffe. Der Keep-it-simple-Ansatz geht auf Studien von Prof. Dr. Manfred Weber zur Asset Allocation ­zurück. Auf der Aktienseite werden die Regionen nach ihrem Beitrag zum globa­len Bruttoin­lands­produkt gewichtet. In drei Jahren erzielte der Fonds 15%, die Vergleichsgruppe „Mischfonds dynamisch Welt“ kam auf 10,5%.

Smart oder nur anders?
Faktorstrategien lassen sich über sogenannte Smart-Beta-ETFs realisieren. In den Indizes, die als Basiswerte dienen, werden Aktien nach Kriterien wie beispielsweise Value, geringe Volatilität, Momentum und Qualität zusammengestellt. Genau betrach­tet sind diese Indizes nicht smarter als ­eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung wie in herkömmlichen Indizes – allerdings bieten sie eine zusätzliche Möglichkeit zur Diversifikation. Die einfachste Alterna­tive zur Marktkapitalisierungsgewichtung ist die Gleichgewichtung. Dies setzt der Ossiam STOXX Europe 600 Equal Weight (WKN: A1JH12) um. Der Index enthält Unternehmen unterschiedlicher Marktkapitalisierungen. Small- und Mid Caps gewinnen gegenüber Large Caps durch die Gleichgewichtung an Bedeutung. In drei Jahren erzielte der ETF 13% und damit deutlich mehr als die Gruppe „Aktien All Caps Europa“.

* Falls nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben auf den FWW®-Sektordurchschnitt der jeweiligen Fondskategorie.

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