Mopani

Stifter Bernd Jäger bei der Einweihung des Mopani-Waisenhauses in Granada/Nicaragua am 28.1.2020

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Stiftungsportrait

Einblicke in die Arbeit unserer Waisenstiftung

Gastbeitrag von Bernd Jäger

Was macht eigentlich Mopani?
Das dürften sich einige Leserinnen und Leser fragen, wenn sie auf die von Smart Investor freundlichst unterstützte Spenden­anzeige stoßen. Seit unserer Gründung im Jahr 2007 betrei­ben wir fünf Bildungsprojekte zugunsten von derzeit 152 Waisenkindern in den mittelamerikanischen Ländern El Salvador und Nicaragua. Die Region ist gezeichnet von politischen Unruhen, Drogenkriegen, Naturkatastrophen und bitterer Armut.

Das Jahr 2020
Allen Widrigkeiten zum Trotz hatte das Jahr 2020 auch sein Gutes: Im Januar weihten wir in Nicaragua ein neues ­Waisenhaus ein. Dank seiner soliden Bauweise trotzte es im November den beiden schweren Hurri­kans Eta und Ioata. Vom ersten Spatenstich bis zur Möblierung kostete die neue „Casa“ 52.900 EUR, die wir über zweckgebundene Spenden finanzierten. Bis zu 36 Kinder können wir in dem neuen Waisen­haus unterbringen und versorgen.

Vom Dealer zum Stipendiaten
Hinter jedem Waisenkind steckt ein Einzel­schicksal. Nehmen wir den kleinen Juan* aus Nicaragua: Ihn hatte die Polizei im Alter von acht Jahren beim Dealen mit Ma­ri­huana aufgegriffen. Da er zu jung war für eine Strafanzeige und die Beamten kein Elternhaus vorfanden, gaben sie ihn am Tor unseres Projektgeländes ab. Juan ­wirkte erst skeptisch, war aber dann froh, nach lan­ger Zeit wieder in einem richtigen Bett schlafen zu dürfen. Da auch er ­Marihuana konsumiert hatte, mussten wir zunächst einen medizinisch betreuten ­Drogenentzug ansetzen. Seit dessen Abschluss ist Juan „clean“ und besucht die Schule. Er ist ­eines der intelligentesten Kinder in unseren Projek­ten. Seit Anfang 2020 hat Juan eine Patin aus München, die sein Stipendium finanziert, indem sie den entsprechenden Betrag an Mopani spendet. Da sie sehr gut Spa­nisch spricht, kann sie Juan ab und zu einen aufmunternden Brief schreiben. Nach erfolgreichem Schulabschluss darf Juan frei entscheiden, ob er ein Handwerk erler­nen oder eine akademische Laufbahn einschlagen möchte. In jedem Fall garantiert Mopani ihm eine umfassende Förderung bis zum Ende seiner Ausbildung.

Den Weg aus der Armut ebnen
Es geht uns darum, Kinder wie Juan von der Straße zu holen und ihnen in einem behü­teten Umfeld durch Bildung den Weg aus der Armut zu ebnen. Sie sollen eine Bleibe­perspektive erhalten und ihre Heimat entwickeln, anstatt eine gefährliche Flucht in die USA anzutreten, wo sie besten­falls als illegale Billiglöhner ausgebeutet werden.

Als kleine gemeinnützige Organisation leisten wir uns kein teures Fundraising: Unsere gesamten Kosten liegen bei 1% bis 2% der Einnahmen und werden von mir als Stifter getragen. Die Spendeneinnahmen kommen zu 100% bei den Kindern an. An dieser Stelle möchte ich den rund 50 Leserinnen und Lesern herzlichst danken, die unsere Waisenprojekte so großzügig unterstützen: „Scharf gerechnet“ haben diese es uns ermöglicht, 44 unserer 152 Kin­der rundum zu versorgen. Ohne die Spenden aus dem Smart-Investor-Leserkreis wür­den diese 44 Kinder weiter auf der Straße leben, ohne Aussicht auf Bildung, regelmä­ßige Mahlzeiten, medizinische Versorgung und das wärmende Gefühl einer „Ersatzfamilie“. Im Namen unserer ­Waisenkinder kann ich da nur sagen: „Muchas gracias – herzlichen Dank“!

Was steht an im Jahr 2021? Da es noch immer eine hohe Zahl verelendeter Straßen­kinder gibt, haben wir vor wenigen Tagen mit dem Bau eines weiteren ­Waisenhauses in Nicaragua begonnen. Aufgrund der posi­tiven Erfahrung mit dem letzten Bauprojekt werden wir das neue Haus in ­derselben Qualität und Kapazität für 36 Kinder ­errichten.

Das Beste zum Schluss: Bislang gab es ­unter unseren Kindern keinen einzigen Corona-Fall. Unsere Projektpartner ­treffen alle erforderlichen Vorkehrungen, damit dies so bleibt.

Kontakt: bernd.jaeger@mopani.org

Juan* – zweiter von rechts – am Ende der Entzugstherapie Anfang 2020

*) Name durch die Redaktion geändert.

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