Leserbriefe April 2021

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Über Porsche und scheue Pferde

? Verwirrung um Porsche
Ich habe gelesen, dass VW die Firma Porsche an die ­Börse bringen möchte. Seit einiger Zeit bin ich im Besitz einer Aktie mit dem Namen Porsche und der WKN PAH003, welche ich natürlich über die Börse gekauft habe … Was habe ich denn da gekauft? Und wenn es sich nicht um die Fa. Porsche handelt, warum darf sich dieses Wertpapier „Porsche“ nennen? Wenn VW Porsche an die Börse bringen kann, ist das dann nicht eine Irreführung der Investoren, die mit dem Erwerb der PAH003-Aktie der Meinung sind, Anteile an der Fa. Porsche zu halten? Ewald Hasner

SI: Am besten zitieren wir die Website der ­Porsche SE: „Die Porsche Automobil Holding SE (‚Porsche SE‘) ist eine ­börsennotierte Holdinggesellschaft. Sie hält insbeson­dere die Mehrheit der Stammaktien am Volkswagen Konzern, einem der weltweit führenden Automobilhersteller. Der Volkswagen Konzern besteht aus zwölf Marken aus sieben ­europäischen Staaten: Volkswagen Pkw, Audi, SEAT, ŠKODA, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Ducati, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Scania und MAN.“ (Quelle: www.porsche-se.com/unternehmen/
ueber-uns
)

Die börsennotierte Porsche SE, an der Sie Anteile halten, ist ­also eine Holdinggesellschaft, die die Mehrheit an Volkswagen hält. Indirekt sind Sie an dieser Porsche-­Marke also auch beteiligt. Volkswagen will ­diese Porsche-Tochter nun separat an die ­Börse bringen.

? Pferde vergebens scheu gemacht?
Mit Ihrer Titelgeschichte „Eisberg ­voraus!“ haben Sie wohl die Pferde fälsch­licherweise scheu gemacht. Der DAX steht nun in der Nähe seines Allzeithochs. Wie sehen Sie das aktuell? Karl Meisinger

SI: „Eisberg voraus!“ bedeutet zunächst ­einmal nicht, dass eine Kollision stattfinden muss – der Eisberg kann auch umschifft werden. Unsere Titelgeschichte war natürlich als ausdrückliche Warnung gedacht, da an den Börsen in den letzten Monaten einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Weniger bei den DAX-Werten, sondern insbesondere bei den Technologie- und anderen Modewerten. Und bei diesen kam es in den letzten Wochen ja auch tatsächlich zu deutlichen Rückgängen. Insofern behielten wir mit unserer Warnung durchaus recht, wenngleich nicht auf alle Segmente bezogen. Mehr zu diesem Thema finden Sie in „Das große Bild“ auf S. 36.

? P2P-Kredite
Ich habe eine Frage zu einer alternativen Form der Geldanlage: Was ist Ihre Meinung zu P2P-Krediten, wahlweise auch als „Peer-to-Peer“ oder als „Private-to-Private“ bezeichnet? Ich habe mich mit dem Thema näher beschäftigt und frage mich, ob es als Anleger Sinn macht, zumindest einen kleinen Teil des ­Kapitals in diese Form der Geldanlage zu investieren. Ziel ist der Aufbau eines kontinuierlichen Zahlungsstroms unabhängig vom Aktienmarkt. Mir ist natürlich bewusst, dass es sich hier um ein erhöhtes Risiko handelt, zumal die meisten Anbieter ihren Sitz im Ausland haben. Richard Günnemann

SI: Solche P2P-Kredite sind nicht unser Thema, da es sich hierbei nicht um „standardisierte“ Anlagen wie bei ­Aktien oder Anleihen handelt: Denn hier werden Kredite zwischen privaten Leuten über einen Vermittler vergeben. Das kann, wie sie sagen, durchaus lukrativ sein, aber es ist analytisch nicht zu bewerten. ­Eine Empfehlung wollen wir daher nicht dazu ­abgeben, denn eine solche Kapitalanlage unter­liegt Ihrer individuellen Risikoein­schätzung. Wir geben nur zu bedenken, dass bei einem notleidenden P2P-Kredit kaum ­eine Möglichkeit besteht, sein Investment zu liquidieren. Eine Alternative im Börsen­bereich wäre es, in hochqualitative Aktien mit ordentlichen Dividendenrenditen zu investie­ren – wir haben solche Titel in Ausgabe 2/2021 beschrieben. Falls eine solche Gesellschaft eine schlechte Entwicklung nimmt, ist der Ausstieg über die Börse noch möglich – wenn auch zu einem dann deutlich niedrigeren Kurs.

? IK bei Tesla?!
Bislang hatte ich Ihre Angaben mit dem Kürzel IK bei ­einem Titel so verstanden, dass dort der Autor investiert ist. In Ihrer letzten Titelgeschichte haben Sie die Tesla-Aktie als völlig überbewertet dargestellt, aus meiner Sicht auch zu Recht. Allerdings habe ich dort ebenfalls die IK-Angabe gefunden. Die ­Autoren sind also investiert, obwohl sie die Aktie als völlig überbewertet empfinden? Das entbehrt jeder Logik. Kim Lenhard

SI: Hierzu sind zwei Sachverhalte zu erläutern. Die Angabe IK, was für Interessenkonflikt steht, muss gemäß der Aufsichtsbehörde BaFin erfolgen, wenn ein Autor oder ein anderer Mitarbeiter, der vorab vom Erscheinen einer Investmentemp­fehlung weiß (z.B. ein Grafiker), in diesem Papier engagiert ist. Insofern könnte es erstens also sein, dass der Autor selbst nicht investiert ist, wohl aber ein anderer Mitarbeiter – auch dann muss nämlich ein IK angegeben werden. Zweitens müssen nicht nur Longpositionen (Aktienengagements), sondern auch Shortpositionen mit einem IK kenntlich gemacht werden. Im Fall der ­kritisch beschriebenen Tesla (IK) aus Smart Investor 3/2021 war und ist ­genau dies der Fall: Ein Mitglied der festen Redaktion hat ­einen Put-Optionsschein auf die Tesla-Aktie.

SI 3/2021

? Zweiklassengesellschaft durch Impfen
Ihren Beitrag „Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann?“ zum Thema Impfen aus Sicht der Österreichischen ­Schule im Heft 3/2021 habe ich aufmerksam gelesen. Ich jedenfalls habe nicht vor, mich gegen „Corona“ impfen zu lassen. Es sieht aber meiner Meinung nach danach aus, dass man eine ­Zweiklassengesellschaft einführen wird – die Geimpften und die Nichtgeimpften. Das ist ein indirekter Impfzwang! Dem­nach würde man als Nichtgeimpfter dann nicht mehr reisen und auch ggf. nicht mehr auf Veranstaltungen gehen können. Das ist gegen die Würde des Menschen und meines Erachtens gegen das Grundgesetz. Das Grundgesetz wurde von Merkel und Co. ausgehebelt und das Bundesverfassungsgericht schaut einfach nur zu. Stephan Seiters

SI: So wie sich Politiker wie Angela Merkel, Markus Söder und andere derzeit äußern, planen diese wohl in der Tat, ­einige Grundrechte, die mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes vom 18.11. beschnitten wurden, demnächst nur noch denjenigen Bürgern zurückzugeben, die das „Impfangebot“ annehmen.

Wenn Grundrechte aber an Bedingungen geknüpft werden, dann sind das keine Grundrechte mehr. Insofern sehen wir wie Sie den ersten und vermutlich wichtigsten Artikel unseres Grund­gesetzes – „Die Würde des Menschen unantastbar“ – durch ­dieses Vorhaben verletzt.

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