Rohstofffonds

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Inside

Metalle, Minen, Minerale

Superzyklus ante portas?
Der Kampf für erneuerbare Energien und Klimaneutralität wird in Europa mit ­gigantischen Summen geführt. Mit rund 1.000 Mrd. EUR sollen die EU-Länder bis 2030 auf den gewünschten Klimakurs gebracht werden. US-Präsident Biden hat sich ebenfalls den Kampf für eine ­neutrale CO2-Bilanz auf die Fahnen geschrieben. Klar ist: Die Energietransformation benötigt eine beträchtliche Menge an Metallen und Mineralen. Die World Bank geht beispielsweise davon aus, dass allein die Energiewende dazu führt, dass die Nachfrage u.a. nach Grafit, Lithium und Kobalt bis 2050 um bis zu 500% steigen wird. Zudem sprechen aktuell weitere Faktoren wie ­Reflation, erwartete Nachholeffekte nach Ende der Corona-Krise und der weiterhin ­ordentliche Rohstoffappetit Chinas für steigende Rohstoffpreise. Gute Gelegenheiten also für Fondsmanager, die Chancen am Beginn eines möglichen Superzyklus für Rohstoffe, der u.a. von JP Morgan und Goldman Sachs ausgerufen wurde, zu nutzen.

Rohstoffe für Zukunftsthemen
Der Bakersteel Electrum Fund (WKN: A2PB5H) konzentriert sich auf Metall­minen mit Rohstoffen, die bei Elektromobilität, erneuerbaren Energien und Energiespeiche­rung eine wesentliche Rolle spielen. Dazu zählen Kupfer für Solar- und Windkraftanlagen oder Nickel, das in ­E-Auto-­­Batte­rien verwendet wird. Edelmetallminen sind der­zeit zu rund 40% vertreten. Anglo Ameri­can, Newmont Mining und Mineral Resour­ces gehören aktuell zu den Top-Holdings. Der Investmentansatz berücksichtigt Top-down- und valueorientierte Bottom-up-Kriterien. Die makroökonomischen ­Aspekte werden u.a. dazu genutzt, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage für die einzel­nen Metalle zu bestimmen und die Minen­aktien entsprechend zu gewichten. Nachhaltigkeitsaspekte finden im Investmentprozess ebenfalls Berücksichtigung. Der von Mark Burridge gelenkte Fonds ­wurde im März 2019 aufgelegt und erzielte auf Sicht von einem Jahr 102,8%. Damit schlug er die Vergleichsgruppe* der Branchenfonds Rohstoffe (+67,2%) deutlich.
*) Falls nicht anders angegeben, handelt es sich um die Morningstar-Vergleichsgruppe.

Der von Tobias Tretter gemanagte Structured Solutions Next Generation Resources Fund (WKN: HAFX4V; +73,2% in drei Jahren) aus dem Hause Commodity Capital setzt auf Minen, deren Rohstoffe (beispielsweise Kobalt, Lithium und Mag­ne­sium) für umweltschonende ­Technologien unabdingbar sind. Eine detaillierte ­Analyse des Fonds lesen Sie auf S. 33.

Minenfondsklassiker
Eines der Urgesteine unter den Metallaktien­fonds ist der BGF World Mining (WKN: 986932). Mit einem Volumen von 6,6 Mrd. USD wird hauptsächlich in die Large Caps unter den Minentiteln investiert. Zu den am höchsten gewichteten Unternehmen des von Evy Hambro und Olivia ­Markham gemanagten Fonds zählen aktuell die BHP Group (IK), Rio Tinto (IK) und Freeport-McMoRan. Kupferminen waren die Performancetreiber des vergangenen Jahres und sind mit gut 23% am stärksten gewichtet, gefolgt von Goldminen mit knapp 17%. Die BlackRock-Experten sehen in den kommenden Jahren Rückenwind für den Metallsektor durch weltweite fiskalpolitische Maßnahmen, die u.a. in Infrastrukturprojekte ­fließen. Der Fonds erzielte in drei Jahren 58,4% und damit deutlich mehr als die Branchenfonds Rohstoffe, die es im Schnitt auf 23% brachten.

Aus ESG wird EESG
Der von Dr. Joachim Berlenbach ­gelenkte Earth Sustainable Resources Fund (WKN: A2PMW2) investiert in Minen, deren Rohstoffe für die Energiewende unerlässlich sind und zudem ökologische, soziale sowie unternehmensethische Belange berücksich­tigen. Dazu zählt beispielsweise die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung oder der Verzicht auf Minenprojekte, die Leben und die Umwelt gefährden. Der ­haus­eigene Nachhaltigkeitsfilter wurde von Dr. Pere­shia Berlenbach entwickelt. Dabei werden die ESG-Kriterien „Environmental“, „Social“ und „Governance“ durch den Faktor „Economic“ ergänzt. Dieser umfasst u.a. das Kos­tenmanagement und die effiziente Asset­allokation der Minen. Der Fonds wurde im November 2019 aufgelegt; der Wertzuwachs lag seither bei 45,2%. Ein Interview mit Dr. Joachim Berlenbach lesen Sie auf S. 60.

Energie im Fokus
Der Long Term Investment Fund (SIA) – Natural Resources (WKN: A0ML6C) investiert aktuell zu 48,5% in den Energie­bereich; 34,2% sind im Sektor Materials allokiert. Zu den aktuellen Top-Titeln ­zählen Premier Oil, Ivanhoe Mines und Cameco. Der Energie-/Ölbereich hat die Performance im vergangenen Jahr ­belastet, antizyklisch wurde die Gewichtung des Sektors erhöht. Die SIA-Experten sehen vor dem Hintergrund eines Einbruchs bei der Ölexploration und -produktion künftig Probleme bei der Versorgung mit dem „schwarzen Gold“. Europäische Ölfirmen kehren beispielsweise zunehmend von ihren ursprünglichen Geschäftsfeldern ab und setzen auf Renewables. Die Folge des knappen Ölangebots: höhere Preise. Auf Sicht von drei Jahren erzielte der Fonds 3,5% und lag damit unter der Vergleichsgruppe Branchenfonds Rohstoffe.

Industriemetallindex
Während Investmentfonds meist über Minen­aktien ein Investment in ­Industriemetalle ermöglichen, bildet der WisdomTree Industrial Metals ETC (WKN: A0KRKG; +13,1% in drei Jahren) die Metalle über den Bloomberg Industrial Metals ­Subindex Total Return ab. Die Benchmark setzt sich aus Futureskontrakten auf Aluminium, Kup­fer, Zink und Nickel in unterschiedlicher Ge­wichtung zusammen. ETCs sind Schuldverschreibungen und kein Sondervermögen. Konkret wird der Industriemetallbasket über besicherte Swaps abgebildet.

Minen und ETCs
Im Optinova Metals and Materials (WKN: A1J3K9) investiert Portfoliomanager Armin Sabeur über einen regelbasierten Ansatz sowohl in Edelmetall- und Industriemetall-­ETCs als auch in Aktien des Sektors. Bei der Auswahl der Einzeltitel wird auf eine Value-­Strategie gesetzt, die u.a. Kurs-Gewinn- sowie Kurs-Cashflow-Verhältnis und Eigen­kapitalquote berücksichtigt. Die ­Selektion der Rohstoff-ETCs erfolgt über eine Momen­tumstrategie, die auch für die Gewichtung der Einzeltitel des Portfolios genutzt wird. Die Aktienquote kann bis zu 54% betragen (aktuell: ca. 45%), die ETC-Quote ist auf maximal 46% (aktuell: ca. 35%) begrenzt. In drei Jahren erzielte der Fonds 24% und lag damit deutlich über der Fonds-Peergroup „Rohstoffe – Diversifiziert“ mit einem Plus von 0,7%.

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