Leserbriefe Mai 2021

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Über Enttäuschungen und Fehlleistungen

? Ferrexpo nicht erwähnt
Ihre Titelgeschichte zu den Metallen und Metallaktien habe ich mit großem Interesse gelesen. Ich hatte gehofft, darin auch etwas über mein eigenes Aktieninvestment Ferrexpo (WKN: A0MRG2) zu lesen, leider vergeblich. Es handelt sich dabei um einen der größten Eisenerzförderer weltweit. Da der Abbau vor allem in der Ukraine erfolgt, liegen die Kosten deutlich unter ­denen der Wettbewerber. Das KGV liegt bei fünf und die Dividendenrendite bei über 10%. Das wäre doch eine Erwähnung wert gewesen, oder?
Patrick Fournier

SI: Letztendlich konnten wir von der Vielzahl an Minenunter­nehmen in der Tat nur einige wenige beschreiben. Eisenerzminen waren dabei nicht in unserem Fokus, was nicht heißen soll, dass wir diese nicht interessant fänden – aber der ­beschränkte Platz lässt eben nur eine gewisse Auswahl zu. Selbstverständlich nehmen wir Ihr Statement zum Anlass, Ferrexpo auf unsere Beobach­tungsliste zu setzen. Vielleicht finden Sie demnächst mal eine Analyse dazu im Smart Investor.

? Equinox enttäuscht
Im Heft 1/2021 ließen Sie Ihre freien Redakteure ihre ­Aktienfavoriten für das Jahr 2021 vorstellen. Rainer Kromarek analysierte in diesem Zusammenhang Equinox Gold (WKN: A2PQPG; IK) und stellte eine Kursverdopplung in Aussicht. ­Zumal Herr Kromarek damals wohl selbst in der Aktie investiert war (es war ein IK angegeben), erwarb auch ich daraufhin diese Aktie. Allerdings musste ich hier bislang fast eine ­Kurshalbierung hinnehmen. Gibt es hierfür nachvollziehbare Gründe?
Friedrich Weihbeck

Smart Investor 4/2021

SI: Wir baten Herrn Kromarek um eine Stel­lungnahme, die Sie nachfolgend finden:
„Für die enttäuschende Entwicklung der ­Aktie in den letzten Monaten gibt es zwei ­naheliegende Begründungen: Erstens lief der Goldpreis bisher deutlich schlechter als von mir erwartet. Die meisten Minenaktien folgten diesem übri­gens nach unten. Zweitens ist der Pressemitteilung von Equinox zu deren Übernahme von Premier Gold Mines zu entnehmen, dass die Aktionäre von Premier mit Equinox-Aktien ­bezahlt wurden. Vermutlich haben einige der früheren Premier-Gold-Aktionäre diese über die Börse verkauft und den Kurs damit gedrückt. Tatsäch­lich hat sich Equinox in den letzten drei Jahren deutlich besser und in den letzten zwölf Monaten etwas schlechter als der Branchen-ETF GDXJ entwickelt. Diese jüngere Underperformance sollte schnell aufgeholt werden. Die letzten Zahlen waren sehr gut. Ich sehe daher keinen Grund, schlecht für diese Aktie gestimmt zu sein. Ich selbst bin und bleibe weiter in Equinox investiert.“

? Des Schusters Leisten
In Ihrem aktuellen Weekly-Newsletter lese ich den Satz: „Wenn sich die Politik auf Abwegen befindet, wird es für die ­Bürger gefährlich.“ Noch gefährlicher wird es aber, wenn selbstermächtigte „Polit-Journalisten“ wie Sie sich auf Abwege ­begeben. Schuster, bleibt bei Euren Leisten! Mehr als Wirtschaftsjournalisten seid Ihr nicht.
Josef Schehacker

SI: Die „Selbstermächtigung“ findet derzeit – für jedermann gut sichtbar – in Berlin statt, nicht in unserer Redaktion. Schon als Bürger – auch als einer, der dem ehrbaren Beruf des ­Schusters nachgeht – darf man dazu nicht schweigen, als Journalist erst recht nicht. Falls Sie sich tiefer in das Thema einarbeiten wollen, empfehlen wir Ihnen einen der wenigen klar denkenden politischen Vollblut-Journalisten hierzulande, der nebenbei auch ein „Schuster“ ist, nämlich Boris Reitschuster (www.reitschuster.de).

? Interview mit dieBasis
Ich habe das Interview mit Frank ­Roedel von der Partei dieBasis mit großem Inte­resse gelesen, auch weil ich gerade in die Partei „Team Toden­höfer“ eingetreten bin. Es scheinen ­mehrere Parteineugründungen gerade statt­gefunden zu ­haben – alle mit demselben Ziel, grundlegend etwas zu verändern. Ein Inter­view mit Herrn Jürgen Todenhöfer und ggf. noch weiteren Kandidaten würde ich ­begrüßen.
Ulrich Elser

SI: Bitte verstehen Sie, dass wir nicht mit jeder Partei ein Interview führen können. Bei dieBasis erscheint uns herausragend ­interessant, dass hier versucht wird, Demokratie im wahrsten Sinne des ­Wortes („Herrschaft des Volkes“) zu praktizieren – und es wird hier schon satzungmäßig darauf geach­tet, möglichst keinen Personenkult entstehen zu lassen. ­Ohne dass wir „Team Todenhöfer“ kennen würden, lässt sich ja schon aus dem Parteinamen erkennen, dass hier Herr ­Todenhöfer eindeutig im Vordergrund steht.

? Starrsinnig in den Lockdown
Offensichtlich erschöpft sich die Lösungskompetenz unse­rer Regierungen in den Maßnahmen „weiter so“ oder „weiter noch viel mehr“, obwohl man nach einem Jahr vergeblichen Bemühens steigende Infektionszahlen, steigende Inzidenzen, heftige Mutatio­nen sowie gigantische Kollateralschäden erleben muss. Ich ­kenne immer noch kein wissenschaftliches Gutachten, das die Wirksam­keit der verschiedenen Lockdownmaßnahmen in Richtung deutliche zusätzliche Lebenserhaltung für die Menschen nachweist. Stattdessen lese ich in auflageschwachen Medien, dass in ­einzelnen Alters- und Pflegeheimen teilweise 20% oder mehr der ­Bewohner innerhalb eines Monats nach der Impfung gestorben sind. Die weit­gehende Wirkungslosigkeit des ein Jahr dauernden Lockdowns müsste doch bei den Verantwortlichen endlich angekommen sein. Wenn man schon den Sachbearbeiter im ­Bundesinnenministe­rium, der im vergangenen Frühjahr in einer ausführlichen Analyse grundrechtseinschränkende Maßnahmen als nicht verhältnis­mäßig und damit rechtswidrig abgelehnt hat, mundtot macht, ebenso zahlreiche inländische Epidemiologen, dann sollte man doch wenigstens internationale Epidemiologen mal anhören und deren Studien – meinst peer-reviewed – sachlich unabhängig überprüfen: So hat der international bekannte Epide­miologe Prof. John Ioannidis, der schon seit längerer Zeit die weitgehende Wirkungslosigkeit von Lockdownmaßnahmen wissenschaftlich unter­mauert hat, in einer neuen „Stanford-Studie“ nachgewiesen, dass diese keinen signifikanten Nutzen und sogar erhebliche Risiken für ältere Menschen beinhalten, also ausgerechnet für jene, die die Politik zu schützen meint. Studien wie diese sollten doch Anlass sein, endlich in eine neue ­ergebnisoffene Diskussion über die Lockdownmaßnahmen einzutreten, statt die­sen Inzidenzstarrsinn weiter zu verfolgen, der übrigens auch von zahlreichen deutschen Forschern heftig kritisiert wird.
Tilmann Herbolzheimer

SI: Mit diesem Leserbrief rennen Sie bei uns offene Türen ein – wir stimmen Ihnen voll und ganz zu.

? Die Sache mit den Intensivbetten
Vielen Dank für die klaren Worte in Ihrem Newsletter zum grundgesetzwidrigen Verhalten der Bundesregierung. Ein ­weiterer manipulierender Faktor ist die Reduktion der Intensivbetten im letzten Jahr von rund 31.000 auf nur noch 24.000. Das ist nachzulesen auf der Webseite des RKI. Wer Intensivbetten abbaut, hat natürlich hinterher gute „Argumente“, zu sagen: „Wir laufen auf eine Überlastung der Intensivstationen zu und müssen alle ­ver­fügbaren Mittel ergreifen …“ Ich weiß nicht mehr, wie ich da reagieren soll, und bin zutiefst von unserer Demokratie erschüttert!
Axel Grün

SI: In der Tat ist die Belegung der Intensivbetten seit Juni letzten Jahres trotz Corona in etwa konstant geblieben, während die Anzahl der freien Betten deutlich zurückgegangen ist (siehe Grafik). Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund einer „­großen Pandemie“ vollkommen unverständlich. Es wäre ein Leichtes für die Politik gewesen, die nun abgebauten Intensivbetten zu ­erhalten. Die dafür anfallenden Kosten hätten nur einen Bruchteil der finanziellen Kosten und Schäden verursacht, die nun durch die Lockdowns aufgelaufen sind.

Je öfter man in diesen Tagen genauer hinsieht, umso weniger ­erscheint plausibel, was den Bürgern da so alles an angeblich sinnvollen Maßnahmen verkauft werden soll bzw. zugemutet wird. Man kann nur immer wieder auf Ungereimtheiten und Verfeh­lungen hinweisen und hoffen, dass immer mehr Menschen, trotz der beständig geschürten Ängste, wieder ins Nachdenken kommen. Die wöchentlichen aktuellen Daten zur Intensivbet­ten­belegung in Deutschland können Sie auch auf der Webseite www.intensiv­register.de nachlesen, der diese Grafik entnommen ist.

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