Über dubiose Aktien und das C-Wort

Nadine Heeman

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Kolumne

Gastbeitrag von Nadine Heemann von der Heemann Vermögensverwaltung AG

„Aktien …, dit hat ja immer so wat Dubioset“, sagte vor Kurzem ein Berliner Unternehmer zu mir. „Wissen se, wir machen dit hier noch uff die traditionelle Art. Wir schaffen Werte. Ick besitz keen Cent. Ick hab meen janzet Jeld inne Firma.“

Dass auch Aktionäre an realen Werten ­beteiligt sind, habe ich an dieser Stelle nicht erwähnt. Auch haben wir nicht darüber geredet, dass er ebenfalls eine Art ­Aktionär ist. Er hat nur eine einzige ­Aktie im Portfolio: seine eigene Firma. Der Mann ist sehr erfolgreich. Warum hält eine so belesene Person Aktien für dubios? Weil er auf diesem Gebiet eben „nur“ belesen ist und nicht erfahren. Genau das macht am Kapi­talmarkt jedoch den großen ­Unterschied.

Machen ist wie Wollen, nur krasser
In die Massenmedien schaffen es meistens nur die „Sensationen“: Mit Wirecard geht innerhalb eines Monats ein DAX-Konzern von hundert auf null (wortwörtlich). ­Tesla ist doppelt so viel wert wie BMW, ­Daimler und VW zusammen, macht jedoch nur ­einen Bruch­teil des Umsatzes und des ­Gewinns ei­nes einzelnen Autobauers. Das sind Sensa­tio­nen; das wird gedruckt und gelesen. Wundert es jetzt noch jemanden, dass Personen ohne ­Kapitalmarkterfahrung Aktien für du­bios halten? Die Gelassenheit, diese Titel als Einzelfälle ­einzuordnen, kommt erst mit der eigenen Anlageerfahrung. Investi­tions­erfahrung hilft, Nerven zu behalten.

Gute Aktien sind keine Sensation
Zeitungen ohne Wirtschaftsfokus ­schreiben eher selten über „langweilige“ Werte wie FedEx, Louis Vuitton oder Linde. Die Aktien dieser Werte sind in den letzten fünf Jahren durchschnittlich zwischen 17% und 40% gestiegen. Pro Jahr! Ganz schön „langweilig“, oder? Darüber wird jedoch genauso selten berichtet wie über Omas Apfelkuchen. Beides ist gut, beides hätte man gern, aber beides ist kein Medien­ereignis, mit dem man Auflage macht. Deshalb liest mein Gesprächspartner aus Berlin nur über Aktien mit Sensations­potenzial. Ich kann nachvollziehen, ­wa­rum sich das für ihn „dubios“ anfühlt.

Das schöne neue C-Wort
Uns wäre das Risiko zu groß, wie der Unternehmer alles auf eine Karte zu setzen. Im Portfolio unseres Mischfonds streuen wir Risiken und sichern bei zu großen Schwankungen nach unten ab. ­Gleichzeitig sind wir daran interessiert, für unsere Inves­toren Rendite zu erwirtschaften. Vielen Anlegern geht es ähnlich. Wie finden Sie Mischfonds, die diese gegensätzlichen Interessen optimal vereinen? Das Calmar Ratio ist der Schlüssel zum emotionalen Dilemma vieler Investoren. Es berechnet sich, indem man die annualisierte Performance der letzten drei Jahre ins ­Verhältnis zum Maximalverlust der letzten drei ­Jahre setzt. So finden Sie die guten Fonds, über welche Sie mangels Sensationspotenzial selten in der Zeitung lesen:

Viele Wege führen nach Rom
Reale Werte lassen sich durch Investments in die eigene Firma oder durch Beteiligungen an fremden Unternehmen schaffen. Letzteres kann man über Aktien ­realisieren. Ob Risiko und Ertrag Ihres Portfolios oder Wunschfonds in einem attraktiven Verhält­nis stehen, lesen Sie am möglichst hohen Calmar Ratio ab.

Nadine Heemann (Jahrgang 1980) arbeitete nach dem Studium der BWL in den Capi­tal Markets Divisions verschiedener Invest­mentbanken, zuletzt bei Morgan ­Stanley. Seit 2015 ist sie für die 1997 von ihrem Schwiegervater gegründete Heemann Vermögensverwaltung AG tätig. ­Nadine Heemann ist Teil des vierköpfigen Managementteams des vermögensverwaltenden FU Multi Asset Fonds (WKN: A0Q5MD).

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