Aktien Spezial – Einführung I

ARTIKEL TEILEN

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on email
Email

Mit den Profis investieren

Erfolgsfaktoren und Investmentstrategien von Beteiligungsunternehmen

Bei einem nachweislichen Renditepotenzial von über 15% p.a. in Zehnjahreszeiträumen ist es lohnenswert, sich mit den ausschlaggebenden Erfolgsfaktoren und Ertragspotenzialen dieser Anlageklasse ­näher zu beschäftigen. Beteiligungsunternehmen haben aufgrund ihrer Diversifizie­rungsstrategien eine Art Fondscharakter und ihre Erfolge sind maßgeblich von der Managementleistung der Unternehmensführung sowie der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells abhängig. Im Unterschied zu den immer stärker regulierten offenen Fonds können Beteiligungsunternehmen mit deutlich höheren Freiheitsgraden und unabhängiger von Benchmarks agieren ­sowie ggf. antizyklisch investieren. Die Unternehmen profitieren als Eigentümer im Unterschied zu Fonds von spezifischen Kenntnissen zu ihren Investmentbeteiligungen und Akquisitionen. Es wird rein unternehmerisch gehandelt und die vorhandenen Ertragspotenziale sind aufgrund unterschiedlicher Investmentstrategien auf Kursgewinne, Dividenden und zusätz­liche Ertragsmöglichkeiten ausgelegt. Hier ein Überblick:

Primäre Strategien: Buy and Hold, Buy and Build, Buy and Sell
In der Regel lassen sich Beteiligungsunter­neh­men auf Basis ihrer getätigten oder angestrebten Investmentbeteiligungen und Akquisitionen einer primären Investmentstrategie zuordnen, denn diese können langfristig gehalten (Buy and Hold), entwickelt und integriert (Buy and Build) oder nach einiger Zeit wieder veräußert werden (Buy and Sell). Somit sind sie in der Lage, aktiv an der Entwicklung der Unternehmenspotenziale mitzuarbeiten – z.B. werden im Rahmen von Buy-and-Build-Strategien erworbene Unternehmen weiterentwickelt und in bestehende Unter­nehmensnetzwerke integriert.

Value Investing
Der Ansatz geht auf Benjamin Graham zurück, den Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, die als Basis für das Value Investing gilt. Ausgehend von seiner Ursprungsidee haben sich bis heute verschiedene Arten des Value Investing entwickelt. Dabei bleibt der zentrale Punkt die Sicherheitsmarge: die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem inneren Wert eines Unternehmens. Je weiter der Marktpreis unter dem inneren Wert liegt, desto ­höher ist die Sicherheitsmarge bei einer ­geplanten Investition. Häufig kaufen Beteiligungsunternehmen ihre ­Investmentbeteiligungen und Akquisitionen mit tiefgreifenden Kennt­nissen in Industrien und Branchen unter ihrem Substanzwert. Das bekannteste Unter­nehmen in diesem Bereich ist Warren Buffetts Berkshire Hathaway. Buffett hat sich an Graham orientiert und dessen Ansatz für sich weiterentwickelt, indem er bei Investments neben quantitativen auch qualitative Kriterien prüft. Diese unter­liegen der subjektiven Einschätzung, wie z.B. die Bewertung des Managements, Werthaltigkeit der Produkte und Dienstleistungen, Aussichten und Wettbewerbssituation der Branche.

Minder- oder Mehrheitsbeteiligungen
Einige Unternehmen fokussieren ihre Inves­titionsstrategien auf Minder- und/oder Mehrheitsbeteiligungen, ohne sich dabei konkret auf eine der benannten primären Strategien festzulegen. Eine Minder­heitsbeteiligung macht weniger als 50% der gesam­ten Unternehmensanteile aus, ­sodass für Entscheidungen immer Mehrheiten gesucht werden müssen. Neben Kursgewin­nen und Dividenden werden oft Synergieeffekte wie z.B. gemeinsame Vertriebsstrate­gien oder Forschungs- und Entwicklungskooperationen angestrebt. In der Folge kann es auch zu Zusammenführungen von Unternehmen kommen. Demgegenüber ermöglicht eine Mehrheitsbeteiligung, die mehr als 50% der Anteile ausmacht, ­deutlich größeren Einfluss auf die ­Geschäftsführung und eine Überstimmung bei Beschlüssen.

Sondersituationen
Für Beteiligungsunternehmen besteht aufgrund ihrer Vielzahl an Investmentbeteili­­gun­gen und Akquisitionen, die häufig in Tochter­gesellschaften strukturiert sind, die Möglichkeit, von ­Zusammenführungen, IPOs, Spin-offs, Delistings oder sons­tigen ­Kapital- und Strukturmaßnahmen zu profitieren.

Wachstumsorientiert und Wachstumsfinanzierung
Bei diesen Strategien wird deutlich aggressi­ver und riskanter investiert, häufig ganz im Gegenteil zur Sicherheitsmarge im Value Investing. Bei der Investition in Wachstums­unternehmen geht es also weniger darum, ob das Unternehmen bereits Gewinne erzielt – viel wichtiger sind die zu erwartenden Gewin­ne. Wachstumsunternehmen erschließen mit ihren innovativen und disrup­tiven Geschäftsmodellen oder neuen Produkten und Dienstleistungen auch ganz neue Märkte und Branchen. So auch bei der Wachstums- bzw. Private-­Equity-Finan­zierung, mit dem vornehmlichen Zweck, das Risiko bei Geschäftsneugründungen (Start-ups) mitzutragen oder die Neuordnung (Restrukturierung, oft mit dem Ziel eines Börsengangs) eines Unternehmens zu finanzieren.

Royalty and Streaming
Eine weitere Ertragsmöglichkeit bietet sich Royaltygesellschaften, deren Geschäftsmodelle sich u.a. auf die Vereinnahmung von Lizenzgebühren konzentrieren. Royalty­gesellschaften zahlen Geld und bekom­men dafür einen Anteil an den Erträ­gen aus laufenden oder anstehenden Umsätzen von Unternehmen aus den Berei­chen Rohstoffe, Pharma und Biotech oder auch erneuerbare Energien, insbesondere bei Rohstoffen oft ergänzt um Lieferabkom­men. Im Fachjargon wird das Modell als „Streaming“ bezeichnet. Es räumt einem Unternehmen das Recht gegen Vorauszahlung ein, während der gesamten Vertragslaufzeit einen Teil oder die gesamte Produk­tion einer Mine zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Diese ­Beteiligungsunternehmen sind äußerst cashfloworientiert.

Real Estate Investment Trusts (REITs)
Diese Beteiligungsgesellschaften sind auf die Immobilienbranche spezialisiert. Es han­delt sich um Unternehmen mit Steuerprivi­legien, die Immobilien besitzen oder ­deren Betriebsergebnis aus Immobiliendienstleis­tungen wie z.B. Verwaltung, Finanzierung etc. stammt. Der REIT-Status verlangt je nach nationaler Gesetzgebung, dass die Be­teiligungsgesellschaft den größten Teil des Gewinns an die Aktionäre ausschüttet.

Bei der Investition in börsennotierte Be­tei­li­gungsunternehmen erscheint eine Kombination von einigen der vorgestellten Investmentstrategien zur Diversifizierung sinnvoll.

UNSERE EMPFEHLUNGEN