Leserbriefe Juli 2021

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Über Interessenkonflikte, Komfortzonen und den Kalipreis

? Geschafft!
Sie haben es wirklich geschafft: Zum ersten Mal seit mindestens 30 Jahren habe ich mit dem Smart Investor wieder eine Zeitschrift abonniert. Besonders gut gefällt mir Ihre Rubrik „Lebens­art & Kapital – International“. Da habe ich mich jetzt zurück bis zur ersten Ausgabe in Ihrem Onlinearchiv durch­gearbeitet. Dabei vermisse ich allerdings einige Länder, z.B. Gibraltar, Grönland, Thailand und die Isle of Man. Ebenfalls sehr interessant finde ich alle Artikel und Tipps rund um das Thema Kapitalschutz. Da haben Sie mich zu Recht aus meiner Komfortzone herausgeholt. Ich schätze Ihre Offenheit sehr. Es ist sehr wohltuend. Bitte machen sie weiter so.
Friedrich Metzinger

SI Das ist ja mal ein Kompliment! „Zum ersten Mal seit 30 Jah­ren“, und dann auch noch „aus der Komfortzone geholt“ – das geht bei uns runter wie Öl. Zu Ihren Länderwünschen: Ein Beitrag über Thailand ist schon in der Bearbeitung durch einen Autor und wird innerhalb der nächsten drei Monate im Heft erschei­nen. Gibraltar, Grönland und die Isle of Man sind her­vorragende Anregungen – wir schauen uns das mal näher an. Danke für das Kompliment und Ihr Vertrauen in uns!

SI 6/2021

? Beteiligungsgesellschaften und Interessenkonflikte
Ihre Geschichten zu den Beteiligungsgesellschaften, samt der großen Tabelle mit allen Kennzahlen, habe ich mit großem Interesse gelesen. Insbesondere das Spezial zu den ausländischen Firmen fand ich auch klasse! Dabei ist mir aufgefallen, dass dort bei Wheaton Precious Metals ein Interessenkonflikt („IK“) vermerkt war (auf S. 20). Allerdings befindet sich die gleiche Aktie auch in Ihrem Musterdepot, dort aber ohne den Vermerk „IK“ (S. 56). Was ist der Hintergrund dazu?
Friedrich Buhl

SI Der Fonds AFB ist in diese Aktie investiert – demnach hat der zuständige Portfoliomanager, Gunter Burgbacher, der dieses Spezial verfasst hat, einen Interessenkonflikt. Allerdings hat Burgbacher als Gastautor nichts mit dem Musterdepot im Smart Investor zu tun, weshalb dort auch kein Vermerk abgedruckt wurde. Ein Interessenkonflikt ist also nur dann gegeben, wenn eine Person vorab von einer Erwähnung oder Besprechung einer Aktie im Heft wissen konnte.

? Bombennachricht!
Ernst Wolff hat auf einem Internetkanal ein neues Interview gegeben, im YouTube unter „Ernst Wolff: Warum es in Deutschland keine Lockerung gibt“ abrufbar. Darin spricht er vom International Financial Forum (IFF), wo auf einer erst kürzlich abgehaltenen Tagung Vertreter Chinas darüber sprachen, den digi­talen Yuan eventuell mit der Facebook-Währung Diem oder dem Ethereum verknüpfen zu wollen. Eigentlich eine Bombennachricht, die es wohl bisher nicht in die Mainstreammedien ­geschafft hat. Warum kam dieses Thema in Ihrem Interview mit Ernst Wolff in der letzten Ausgabe nicht zur Sprache?
Alexander Schmidt

SI Dieses Thema kam nicht zur Sprache, da besagte IFF-Veranstaltung nach unserem Gespräch stattfand, sodass selbst Herr Wolff damals noch nichts davon wusste. Aber die These, dass China mit dem Westen zusammen an einer solchen Weltwährung auf digitaler Basis zusammenarbeitet, scheint uns schon plausibel zu sein – die ganzen Great-Reset-Bemühungen von Prof. Dr. Klaus Schwab und dem WEF, und damit auch mit Rückendeckung von China, gehen ja genau in diese Richtung. Während das Volk an eine multi- oder wenigsten duopolare Weltordnung glauben soll, forcieren die Polit- und Finanz­eliten verdeckt den Shift hin zu einer unipola­ren Weltordnung, eben auch das ­Finanzsystem betreffend. Sobald wir mehr valide Informationen haben, lesen Sie dazu etwas im Heft.

? Überlastete Post
Leider kommt das Heft immer noch mit Verspätung bei mir an. In diesem Monat ist sogar ein neuer Rekord erreicht worden: Am 28.5. war das Heft in meinem Briefkasten. ­Inzwischen hatte ich das PDF zwar schon komplett am PC durchgelesen, es war aber ­trotzdem sehr schön, das Heft in die Hand zu neh­men und durchzublättern. Wie gerne hätte ich es gleich am Erscheinungstag (22.5.) erhalten und mich damit in eine ruhige Ecke zurückgezogen (nicht unbedingt in die Badewanne, wie das wohl ­einige Leser auch mal nicht ganz unfallfrei zu tun pflegen ;-). Ein Maga­zin klassisch auf Papier zu lesen ist für mich immer noch die angenehmste Variante. Als begeisterter Leser fällt es mir im Traum nicht ein, mich zu beschweren oder gar zu kündigen, ich denke nur, dass Sie der Sachverhalt interessieren wird. Die Post scheint im Moment gnadenlos überlastet zu sein. Also bleibt mir nur zu hoffen, dass sich die Zeiten bald wieder normali­sieren werden. Dass Sie Ihr ausgezeichnetes Niveau und die interes­sante Mischung mit der richtigen Dosis Humor weiter halten werden, daran habe ich keinen Zweifel.
Michael Reh

SI Es ist in der Tat ärgerlich, wenn ein Heft zu spät zugestellt wird. Wir können Ihren Unmut nur zu gut nachvollziehen. Leider liegt die verspätete Zustellung aber nicht in unserem Einflussbereich. Die Post ist einfach nicht mehr das, was sie mal war. Wie so vieles derzeit, lässt sich auch dies am besten mit ­Humor ertragen – da geben wir Ihnen vollends recht.

? Störendes
Was mich beim Smart Investor mittlerweile richtig stört, ist das permanente Rufen nach dem Kursabsturz an den Aktienmärkten. Wer lang genug das Gleiche ruft, hat dann irgendwann auch mal kurzfristig recht. Ich weiß, hier werden Ängste von ­vielen Anlegern bedient, das verkauft sich einfach besser. Die ­vorgestellten Fonds und Personen sind fast alle immer „besonders“ und verkau­fen oft doch auch nur das Gleiche wie andere, nur anders ­verpackt. Oder liegen so weit neben dem Markt und hoffen ebenfalls, dass ihre negative Sicht auf viele Dinge am Markt irgendwann ­Früchte trägt. Dass in der Zwischenzeit hier viel Geld der Investoren versenkt wird, scheint nicht zu stören. Ich suche auch immer nach den Ungereimtheiten, die die Aktien bewegen (könnten), aber ich ­suche nach mehr positiven Dingen. Mich macht das Negative müde. Gut zu wissen, aber so wird man als Anleger nicht erfolgreich. Wer nur so denkt, darf nicht investieren, oder nur short sein.
M. Fiedler

SI Ihre Kritik können wir nicht ganz nachvollziehen. In ­jeder Ausgabe besprechen wir zahlreiche Aktien, meistens mit einem positiven Votum. Für den Gesamtmarkt gehen wir sogar von einem Crack-up-Boom aus, also einem Boom, der noch mehrere Jahre laufen könnte. Richtig bearish sind wir also nicht. Aber vielleicht beziehen Sie sich auf unsere dezidierte Meinung zum Finanzsystem und zur Politik? Tatsächlich halten wir das ­aktuelle Geldsystem für komplett marode, was irgendwann zu dessen ­Kollaps führen wird. Die Corona-Maßnahmen könnten der Auslöser dafür sein, das können wir leider nicht schönreden. Wir versu­chen, die Realität nach bestem Gewissen zu ergründen und dann niederzuschreiben – auch gegen den Mainstream. Haltungsjournalismus ist nichts für uns. Und wenn es dann ein negatives Bild gibt, dann schreiben wir auch das. Per se sind wir aber nicht negativ, wie etwa 90% der Artikel im Heft beweisen. Wir verstehen uns gerade in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht als Antipode zum Mainstream, womit wir im Blätterwald schon ein bisschen herausstechen – wenigstens nach unserer Auffassung. Das können Sie aktuell an unserer Beurteilung der Corona-Maßnahmen erkennen, die wir als völlig übertrieben und mit per­manenter Angstmache unterlegt beschrieben haben. Die Folgen davon werden wir in den kommenden Monaten live miterleben.

? K+S und der Kalipreis
Inwiefern wird der Kalipreis aus Ihrer Sicht als Hauptwert­treiber für das Unternehmen K+S (ehemals Kali + Salz) über die nächsten Jahre stabil bleiben? Die Bewertungen der Analysten sind deutlich zurückhaltender als Sie bei Ihrer Buy-Empfehlung in der letzten Ausgabe.
Konstantin Schnitker

SI Der Preis für Kali(umchlorid) war in den letzten Jahren alles andere als stabil, wie Sie der Grafik entnehmen ­können. Und in der Tat haben wir K+S vornehmlich aus anderen ­Gründen (Schuldenabbau, Sonderertrag, Erhöhung der Ernteprognosen) empfohlen. Dass das Unternehmen von einem „spürbar höheren Überseepreis“ ausgeht, kann man erst einmal nur zur Kenntnis nehmen. Langfristig hängt dies von einer Vielzahl von Faktoren ab. Beobachtet man die allgemeine Preisentwicklung an ­diversen Rohstoffmärkten, könnte man spekulieren, dass der Kalipreis ebenfalls irgendwann mit nach oben zieht. Eine Meinung dazu muss sich allerdings jeder selbst bilden.

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