Die EZB rast auf eine Wand zu!

Thomas Hellener

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Kolumne II

Gastbeitrag von Thomas Hellener, SOLIT Fonds GmbH

Vollgas in die Inflation
Erstmals seit 2003 hat die Europäische Zentralbank ihre Strategie runderneuert. Nach Auffassung des EZB-Rats kann „Preisstabilität“ am besten gewährleistet werden, wenn mittelfristig ein Inflationsziel von 2% angestrebt wird. Eine zeitweise über dem Ziel liegende Teuerung wird tole­riert. Die beschlossenen Änderungen ­lagen zwar im Rahmen dessen, was seit ­Monaten erwartet worden war; historisch sind sie dennoch. Sie laufen darauf hinaus, dass die Verbraucherpreise vorerst weiter ­steigen werden und die EZB ihre lockere Geldpoli­tik beibehält. Sie bedeuten die Abkehr von alten Bundesbank-Traditionen.

Lieber Inflation als Deflation
Nullzinsen und Anleihekäufe – die Instru­mente, mit denen die Notenbank seit Jahren im Ausnahmezustand agiert – bleiben also erhalten. Und die Flexibilität, diesen Ausnahmezustand zu verlängern, erhöht sich. Die EZB wird den Anstieg der Verbraucherpreise vorerst nicht durch Leitzins­erhöhungen bremsen. Mit ihrer neuen Strate­gie nähert sich die EZB der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) an, die ebenfalls ein Überschießen der Teuerung toleriert. Die Zuversicht der Noten­banken, dass der momentane Inflationsanstieg nur temporär ist, entbehrt ­jeglicher Grundlage. Die Bilanzsumme der EZB ist seit der Finanzkrise 2008 von 1,5 Bio. auf gut 7,9 Bio. EUR gestiegen. Die Inflation lag in Deutschland im Juni bei 2,3%, nach 2,5% im Vormonat. In den USA betrug die Rate im Juni sogar 5,4%. Eine steigende Geldmenge hat historisch immer zu höhe­rer Inflation geführt.

So hart trifft Inflation die Sparer
Der Kaufkraftverlust durch die Inflation trifft Sparer, die ihr Geld auf Tages- oder Festgeldkonten investieren, besonders stark! 100.000 EUR auf dem Tagesgeldkonto haben bei 3% jährlicher Inflation nach 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 55.367,58 EUR. Dabei sind mögliche Strafzinsen, wie sie aktuell zahlreiche Banken und Sparkassen erheben, noch gar nicht einberechnet. Ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht in Sicht – Anleger, Privatleute wie Unternehmen, sollten daher überprüfen, ob sie auch langfristig gut auf Niedrig­zinsen eingestellt sind. Nur ­wessen Rendite die Inflationsrate übersteigt, vermeidet den enormen Kaufkraftverlust.

Realzins ist entscheidend
Vor allem auf Zinsanlagen bauende ­Sparer müssen die Inflation im Auge behalten. In Zeiten wie diesen muss ­Vermögenssicherung an erster Stelle stehen. Angesichts der Geldflut durch die Notenbanken und Nullzinsen nehmen Realgüter bei der Vermögensanlage für den tatsächlichen Vermögensschutz eine zentrale Rolle ein – denn Sachwerte sind kein bloßes Versprechen und können niemals wertlos werden. ­Sachwerte bieten historisch belegt seit ­Jahrhunderten den bestmöglichen Schutz vor Inflation sowie Finanz- und Wirtschaftskrisen.

Thomas Hellener ist seit 2016 Geschäftsführer der unabhängigen Investmentboutique SOLIT Fonds GmbH. Der SOLIT Wertefonds (WKN: A2AQ95) wird von externen Fondsmanagern ­geführt, die über eine langjährige Expertise in ihren jeweiligen Schwerpunktbereichen verfügen, wie z.B. Thomas Käsdorf und ­Stefan Wolpert von der Plutos Vermögensverwaltung AG. Hellener ist Ansprechpartner für Vermögensverwalter und Vertriebs­organisationen. Weitere Informationen ­unter: www.solit-fonds.de

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