DNB Renewable Energy

Michael Bohn

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Analyse

Gastbeitrag von Michael Bohn, Greiff Research Institut GmbH

ESG-Vorreiter Skandinavien
Befeuert durch neue Regularien und poli­tischen Druck sind grüne Investments gefragt­er denn je. Als Vorreiter in Sachen „ESG“ innerhalb Europas gilt gemeinhin Skandinavien. Somit sind die besten Voraus­setzungen gegeben, dass es sich bei dem DNB Fund – Renewable Energy (DNB hat den Sitz in Norwegen) auch wirklich um eine Strategie handelt, die sich dem Thema ernsthaft widmet und kein Greenwashing betreibt. Dafür hauptverantwortlich ist Christian Rom, der seit 2010 als Portfoliomanager für die Umwelt­strategien im Hause DNB AM tätig ist und sich auf die Sektoren Energieerzeugung, Wind, Solar und Netztechnologie fokussiert. Ihm zur Seite steht seit Februar 2021 Portfoliomanager Stian Ueland, der sich auf die Bereiche „Chemie/Materialien sowie Spei­cher und Biokraftstoffe“ spezialisiert hat. Die Dritte im Bunde heißt Laura McTavish. Sie wechselte im Januar 2021 hausintern aus dem ESG-Team zu den beiden ­Herren, um diese als Analystin zu unterstützen.

„Sustainable Enablers“
Gesucht werden sogenannte Sustainable Enablers, also Unternehmen, die mit ihren Produkten, Innova­tionen und Dienstleistungen für eine bessere Umwelt sorgen. Im Fokus stehen ­dabei saubere Energie, Elektrifizierung, Energie­effizienz sowie Kreislaufwirtschaft – und unter diesen vier Bereichen sehen die Verantwortlichen den Energiesektor als entscheidend an, da rund 68% der Treib­hausgasemissionen in diesem Sektor entstehen. Auch wenn im Fondsnamen die drei Buchstaben ESG fehlen, werden überaus strenge Kriterien im Auswahlprozess angewendet. Neben dem Standardscreening der DNB-­Gruppe und zusätzlichem Positivscreening werden auch andere international gültige ­Richtlinien beachtet. Dazu zählen etwa die ­Grundsätze des UN Global Compact oder auch die OECD-Leitsätze für multinationale Unter­nehmen. Der Fonds besitzt das Höchst­rating des FNG-Siegels (drei ­Sterne) und ist ein dunkel­grüner Fonds nach Arti­kel neun gemäß der EU-Offenlegungsverordnung.

Bewertungsgetriebener Auswahlprozess
Der Auswahlprozess ist bewertungsge­trieben, wie es Anleger auch von anderen Aktienfonds der nordischen Fondsboutique kennen. Daneben spielen aber auch das Geschäftsmodell, die Themen sowie das Momentum innerhalb des Auswahlprozesses eine Rolle. Die Fondsmanager wollen nicht bei jedem Hype und jeder Blase dabei sein: Lieber stehen sie erst einmal an der Seitenlinie, analysieren in ­Ruhe das Marktumfeld und die Unternehmen, bevor sie sich dann für eine Investition entscheiden. Dies gilt zum Beispiel für den Wasserstoff-Sektor, dessen Höhenflug nach extremen Kurssteigerungen ­einzelner Titel mit einer kräftigen Korrektur ­zunächst einmal ein jähes Ende fand. Im Vergleich zum WilderHill Global Innovation Index ist das Portfolio des Fonds (knapp 300 Mio. EUR) in diesem Sek­tor mit 26% untergewichtet. Dagegen ist der Bereich Energiespeicherung mit ca. 26% allokiert, während der Index diesen Sektor lediglich mit 6% berücksichtigt. Ein Länderfokus besteht nicht, die Portfolio­manager können auch hier frei ­entscheiden. Diese Abweichungen vom ­Vergleichsindex unterstreichen die Benchmarkunabhängig­keit und somit das aktive Management. Man ­findet im Portfolio neben den gängigen Namen (z.B. Vestas Wind Systems) auch weniger bekannte Unternehmen mit spannenden Geschäftsmodellen. Das ­Thema ESG und der ­bewertungsgetrie­bene Ansatz passen perfekt zu den Experten von DNB, was die bisherigen Leistungen eindrucksvoll unterstreichen.

Michael Bohn ist Geschäftsführer der Greiff Research Institut GmbH, leitet den Bereich „Fondsanalyse/-research“ und verfügt über 20 Jahre Investmenterfahrung, u.a. in der Bewertung von Investmentfonds. Die Ergeb­nisse und Erkenntnisse des Researchs finden sich beispielsweise in redaktionellen ­Beiträgen ­wieder. Er leitet das Redaktionsteam der 14-tägig erscheinenden Publikation „Der Fonds ­Analyst“. Vor seiner Tätigkeit bei der Greiff AG betreute Bohn bei einer unabhän­gigen Vermögensverwaltung in ­Freiburg Privat- und Geschäfts­kunden. Er traf dort die ­strategischen Anlage­ent­schei­dungen innerhalb der Vermögensverwaltungs­mandate und war hauptverantwortlich für die Produktauswahl.

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