Leserbriefe September 2021

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Die Schließung des Goldfensters

Smart Investor 8/2021

? „Vorübergehend“
Das Interview mit Dimitri Speck (Ausgabe 8/2021 auf S. 58) fand ich sehr erhellend. Insbesondere, dass Nixon damals die Kappung der Verbindung des Dollar an das Gold als „vorüber­gehend“ bezeichnete, hat mich stutzig gemacht. Dieser „vorübergehende“ Zustand dauert nun schon genau 50 Jahre! Wurden nicht auch unsere Grundrechte vor neun Monaten eingeschränkt mit dem Hinweis, dass dies nur vorübergehend sei und schon bald wieder rückgängig gemacht würde? Bislang ist das jedenfalls nicht passiert, und so wie es mir erscheint, wird sich auch zukünftig nichts daran ändern.
Ernst Stehle

SI: Völlig richtig! Wenn Politiker von „vorübergehend“ sprechen, dann darf man im Zweifel davon ausgehen, dass „dauerhaft“ gemeint ist. An dieser Stelle halten wir das ­legendäre Zitat des ehemaligen EU-Politikers Jean-Claude Juncker für angebracht: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht ­begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Genauso wie die Menschen seit 50 Jahren mehrheitlich nicht begriffen haben, was mit dem Geld passiert ist, so haben sie auch mehrheitlich noch nicht den Verlust ihrer Grundrechte begriffen.

? Bisschen viel Österreich?
Nahezu regelmäßig sehe ich in Ihrer Zeitschrift Artikel zur Österreichischen Schule. Wäre es nicht angebracht, auch mal andere Schulen oder Einschätzungen zu bringen?
Egon Waldmeyer

SI: Die Österreichische Schule ist im Smart Investor eine regel­mäßige Rubrik – insofern darf es Sie nicht verwundern, wenn Ihnen dieser Begriff häufig auffällt. Im Grunde ist das ­eine Denkrichtung innerhalb der Ökonomie, die dem Zeitgeist entgegensteht, welcher sich in sozialistischen und keynesianischen Gedanken widerspiegelt und den Sie in nahezu jeder Mainstream­gazette lesen können. Nehmen Sie als Beispiel unsere Titel­geschichte zur Schließung des Goldfensters: Während die ­meisten Menschen und auch Medien diese Maßnahme nur als ­Randnotiz in der Geschichte sehen, leiten die Austrians, also die Vertreter der Österreichischen Schule, vielerlei Fehlentwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft daraus ab. Wir haben dies vielfach in Artikeln beschrieben. In aller Kürze finden Sie eine Abhand­lung dazu in unserer Beilage „Schöne neue Welt – Über Geldsozialismus und Kulturmarxismus“. Mehr zum Thema ­lesen Sie auch in unserer diesmaligen Titelgeschichte ab S. 14.

? Die Erkenntnisse des Monsieur Le Bon
Ich finde es gut, dass Sie immer wieder kritisch Stellung nehmen zu den Themen dieser Zeit, z.B. zum Geldsystem, aber auch zu Corona oder den Grundrechten. Es gibt leider genügend Menschen, die nichts hinterfragen. Warum das so ist, hat ja ­Gustave Le Bon 1895 in seinem Buch „Psychologie der Massen“ schon exakt beschrieben. Erschreckend zu beobachten, aber es läuft exakt nach Lehrbuch. Erschreckend auch, was mit denen gemacht wird, die die Tatsachen mit fundierten Fakten belegen. Le Bon schreibt, man muss in den Köpfen nur ein Bild einbrennen. Wenn man dann den Menschen die Wahrheit sagt und auch mit Fakten belegt, werden sie die Wahrheit trotzdem nicht glauben, weil sie sich ihre Meinung vorher gebildet haben. Meine ­Erkenntnis ändert zwar nichts an der Situation, aber ich kann für mich damit die Masse besser verstehen. Ich bin in die Diktatur der DDR hineingeboren und hätte niemals gedacht, dass ich nach 30 Jahren in eine ähnliche Situation ­komme. Seit 1994 lebe ich in Bayern und die ­ersten ­Jahre musste ich mir „nette“ Statements ­anhören, wie z.B. „ihr wart doch selbst schuld und habt euch das doch alles gefallen lassen“. Aha!
Andreas Müller

SI: Gustave Le Bon ist uns durchaus bekannt, schon des Öfte­ren haben wir auf ihn verwiesen. Ja, es ist erschreckend, wie we­nig sich in mehr als 125 Jahren geändert hat. Vor allem ist die Masse überhaupt nicht an Argumenten interessiert, ja sie hasst in ihrer Raserei sogar diejenigen, die sie aus der Trance zu holen ­versuchen.

? Unter Gottes Gnaden
Da ich von der Flutkatastrophe an der Erft betroffen bin und die Straße vor meinem Haus weggerissen wurde, kann momentan keine Post zugestellt werden. Der Nachsendeauftrag ist zwar gestellt, hat anscheinend aber noch nicht gegriffen. Ich ­bitte Sie daher, die aktuelle Ausgabe an folgende Adresse zu senden: Straße: Unter Gottes Gnaden 14, Ort: 50859 Köln
Joseph Griener

SI: Das ist ziemlich dramatisch, was Sie da erlebt haben. Hoffentlich müssen Sie unter Ihren Lieben und Nachbarn ­keinen Personenschaden verzeichnen. Und dann ziehen Sie in die Straße „Unter Gottes Gnaden“. Wenn das mal kein Zeichen ist, das Hoffnung macht. Wir wünschen Ihnen, dass sich Ihre missliche Situation bald zum Besseren wendet.

? 1971
Ich habe gerade die Augustausgabe zum Thema „Schließung des Goldfensters“ gelesen. Ihren Ausführungen entnehme ich, dass dies 1971 durch den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon erfolgte. Ihre Maiausgabe behandelte das Thema Great Reset, welcher vom World Economic Forum (WEF) unter Klaus Schwab vorangetrieben wird. Nun habe ich nachgelesen, dass das WEF im Jahr 1971 von ebendiesem Klaus Schwab gegründet worden ist. Könnte hier ein Zusammenhang bestehen? Sie haben bestimmt mehr Möglichkeiten als ich, das zu recherchieren.
Joe Resch

SI: Das ist sehr interessant. Wir hatten das bisher gar nicht auf dem Schirm. Diese Koinzidenz ist insofern bemerkenswert, als Henry Kissinger damals Berater der US-Politik war und Klaus Schwab auch so etwas wie sein „Zögling“ ist. Und eines ist klar: In einer einigermaßen gesunden Geldordnung wie vor 1971 wäre ein solch monströser Plan wie der Great Reset kaum durchsetzbar. Mehr können wir dazu momentan nicht sagen. Auf ­jeden Fall zeigen Sie, dass Sie aufpassen und Querschlüsse ziehen. ­Danke für diesen wertvollen Hinweis.

? Mediendämmerung
Nicht erst seit Corona beschleicht mich das Gefühl, dass die Medien nicht mehr objektiv berichten. Ihr Artikel „­Degenerativer medialer Zahnschwund“ (Heft 8/2021; S. 24), in welchem Sie einige, wenn wohl auch nicht alle finanziellen Verflechtungen und Bezuschussungen der Medien durch Unternehmen und den Staat aufzeigen, hat mich in dieser Ansicht nur bestätigt. Mir ist die Lust auf Medienkonsum inzwischen vergangen.
Jörn Kress

SI: Wir können Ihren Unmut nachvollziehen. Allerdings gibt es auch Publikationsorgane, die aus unserer Sicht weit ­weni­ger Interessenkonflikte aufweisen als viele Mainstreammedien. Beispiel­haft seien hier folgende Internetseiten angeführt: multipolar-maga­zin.de, rubikon.news, nachdenkseiten.de oder achgut.com. In ­Sachen Corona finden wir corona-transition.org empfehlenswert.

? An der NASA herumgeführt?
Ich beschäftige mich schon seit Langem mit den Mondlan­dungen und ich muss sagen: Viele Details dabei kommen mir recht seltsam vor. Nun lese ich im Smart Investor 8/2021 auf S. 36, dass die eigentlich doch demaskierende Goldfensterschließung im August 1971 von vier das amerikanische Image befeuernden Apollo­missionen davor und von zwei danach „umhüllt“ war. Das lässt mich aufhorchen. Natürlich ist das nur eine abstruse Verschwörungstheorie, aber diese Frage sei mir erlaubt: Kann es sein, dass die Menschheit in Sachen bemannte Mondlandungen an der NASA herumgeführt wurde?
Ole Weiß

SI: Der große indische Philosoph Shankaracharya sagte schon im Jahr 820 n. Chr.: „Alles ist Illusion – nichts ist, wie es scheint.“

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